Tessiner drehen Spiel im Joggeli
Omlin-Ersatz Salvi patzt – dritte Pleite für den FCB

Basel gibt zu Hause gegen Lugano die Führung aus der Hand. Innert weniger Minuten drehen die Luganesi das Spiel. Am Ende resultiert ein 3:1-Sieg für die Tessiner.
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Lugano fährt den nächsten Sieg ein und bleibt als Leader ungeschlagen.
Foto: keystone-sda.ch

Die Schlüsselszene

In den vergangenen Wochen hatte Mirko Salvi mehrfach glänzen können. Gegen Lugano muss die Basler Nummer zwei nach der Pause erneut ran, weil Stammkeeper Omlin angeschlagen in der Kabine bleibt. Doch dieses Mal patzt der Waadtländer gewaltig. In der 61. Minute landet ein Zuspiel des FCB-Keepers in den Füssen von Bislimi, der aus 25 Metern zum 2:1 für Lugano einschiesst. So drehen die Tessiner das Spiel im Joggeli innerhalb von drei Minuten.

Das Spiel

Lugano hat in der ersten Halbzeit klar mehr vom Spiel und die besseren Chancen. Während die Basler Offensive quasi abgemeldet ist, vergeben die Luganesi mehrere Möglichkeiten. Steffen bleibt in der Mauer hängen (19.), Dos Santos nutzt einen Salvi-Patzer aus, knallt den Ball aber nur an den Pfosten und vergibt so die klare Lugano-Führung.

Nach der torlosen ersten Hälfte, in der Basel zu ideenlos ist, um das Zepter zu übernehmen, bringt Lichtsteiner zur Pause Shaqiri und Metinho – und beweist damit sein goldenes Händchen. Denn Metinho schlägt nur 90 Sekunden nach Wiederanpfiff zu und erzielt mit der ersten FCB-Torchance die Führung. In der Folge dreht das zuvor blasse Heimteam auf.

So kommt der Lugano-Doppelschlag nach einer Stunde praktisch aus dem Nichts. Zuerst ist Cimignani erfolgreich, danach profitiert Bislimi von einem groben Salvi-Patzer. Der FCB-Ersatzgoalie war zuvor in der Pause für Omlin gekommen, der bei seinem Comeback angeschlagen wieder raus musste. Mit Kendoucis Treffer zum 3:1 sorgt dann auch aufseiten der Luganesi ein Joker für die Vorentscheidung, auf die das Heimteam keine Reaktion mehr hat. So holt sich der ungeschlagene Leader Lugano auch im sechsten Spiel den Sieg.

Die Tore

47. Minute, Metinho, 1:0. Celar leitet im Mittelfeld einen Angriff ein und passt zu Sow, der in den Strafraum zieht und quer auf Methinho legt, der nur noch einschieben muss.

59. Minute, Yanis Cimignani, 1:1. Bislimi bedient Steffen mit einem Steckpass. Der Lugano-Captain findet am zweiten Pfosten Cimignani, der den Baslern vergessen geht. Cimignani zieht per Volley ab und gleicht aus – und provoziert danach mit seinem Jubel vor der Muttenzerkurve die FCB-Fans.

61. Minute, Uran Bislimi, 1:2. Salvi spielt den Ball direkt in die Füsse von Bislimi. Dieser zögert keine Sekunde und schliesst aus der Distanz ab. Salvi ist nicht rechtzeitig wieder in seinem Kasten und muss zusehen, wie die Lugano-Führung hinter ihm einschlägt.

81. Minute, Ahmed Kendouci, 1:3. Die Luganesi kombinieren sich erneut in den Basler Strafraum. Auf der rechten Seite wird der kurz zuvor eingewechselte Kendouci mit einer Flanke lanciert. Im Duell mit Tsunemoto setzt sich der Tessiner durch und sorgt für die Vorentscheidung.

Die Stimmen

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Stimmen zum Spiel:Shaqiri: «Ich brauche die Mannschaft und sie mich»

FCB-Coach Lichtsteiner (gegenüber Blue): «Heimschwäche? Wir wussten, dass es eine Woche ist, in der man Ende Woche sieht, wo wir stehen. Jetzt müssen wir sicher Spiel für Spiel nehmen. Die Spiele verliefen nicht alle gleich. Heute gehen wir 1:0 in Führung und sind danach zu wenig konsequent in der Defensive und lassen sie einfach machen. Fehler gehören zum Spiel. Dann muss man Komplimente an Lugano machen, sie sind ein eingespieltes Team und haben die Qualität, das danach so herunterzuspielen. Zum Stand von Jonas Omlin kann ich noch nichts Genaues sagen.»

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FCB-Verteidiger Daniliuc (gegenüber Blue): «Wir kommen gut aus der Pause und schiessen das Tor. Dann kommen die Gegentore – ähnlich wie gegen Sion. Wir können diese nicht verteidigen. Das 1:1 war der Knackpunkt, das Tor kommt aus dem Nichts. Beim 1:2 mache ich keinen Vorwurf an Mirko Salvi. Es ist einfach schade, dass es heute nicht geklappt hat. Unsere Chancen waren da. Aber Luganos Fussball ist clever – grossen Respekt an sie. Wir hatten heute nicht viel entgegenzusetzen.»

Lugano-Mittelfeldspieler Bislimi (gegenüber Blue): «Wir belohnen uns Woche für Woche für unsere Arbeit. Der Trainerstab weiss genau, was wir machen müssen – ein Kompliment an sie. Wir blieben cool und haben unser Spiel durchgezogen. In der ersten Hälfte hatten wir viele ungenutzte Chancen, in der zweiten haben wir diese eiskalt ausgenutzt.»

Der von Basel ausgeliehene Lugano-Stürmer Ajeti (gegenüber Blue): «Ich bin nicht in die falsche Kabine gelaufen. Seit dem Brand ist eh alles etwas anders. Es war ein sehr emotionaler Match für mich. Vier Tage nach meinem Wechsel stehe ich wieder im Joggeli für Lugano. Es war ein komisches Gefühl, für Lugano statt für Basel ins Joggeli einzulaufen. Aber auch von den FCB-Fans wurde ich gut empfangen, das bedeutet mir viel. Die Mannschaft von Lugano funktioniert. Sie hat einen klaren Spielstil. Für mich ist es ein neues System. Aber es macht Spass. Ich freue mich auf die kommende Zeit hier. Ich wohne noch im Hotel und suche nun eine Wohnung. Meine Familie ist noch in Basel und kommt nach, sobald ich etwas gefunden habe.»

Der Beste

Uran Bislimi. Der ehemalige FCB-Junior beweist nicht nur bei seinem Tor seine tolle Übersicht. Hat die meisten Ballkontakte aller Tessiner auf dem Platz.

Der Schlechteste

Kazeem Olaigbe. Statt auf Teamkollege Sow rüberzulegen, entschliesst sich der FCB-Flügel für einen Alleingang und verstolpert die beste Basler Chance des Spiels. Statt 2:0 aus Sicht des FCB steht es kurz darauf 1:2.

Das gab zu reden

Vier Tage nach seinem Leih-Wechsel ins Tessin kehrt Albian Ajeti bereits wieder nach Basel zurück. Der Stürmer kommt eine halbe Stunde vor Schluss ins Spiel, bleibt aber ohne auffällige Szene. Mit Renato Steffen (Vorlage zum 1:1) und Uran Bislimi (Tor zum 2:1) sind es zwei andere Ex-Basler, die dem FCB so richtig weh machen.

Die Schiris

Désirée Blanco leitet im Joggeli ihr 23. und letztes Super-League-Spiel. Rund zwei Stunden vor Anpfiff gibt der SFV bekannt, dass die beste Schweizer Schiedsrichterin ihre Karriere aufgrund gesundheitlicher Probleme per sofort beenden wird. Bei ihrer Dernière liefert Blanco einen soliden Auftritt ab.

Die Fans

Die 28’415 Fans im Joggeli verabschieden vor der Partie Scouting-Legende Ruedi Zbinden (67), der über 30 Jahre in verschiedenen Funktionen für den FCB tätig gewesen ist.

So gehts weiter

Lugano empfängt nächsten Samstag YB in der AIL Arena. Die Spielzeit wurde dabei um eineinhalb Stunden auf 19 Uhr vorgelegt, damit die Gästefans aus Bern mit einem Fan-Extrazug nach Lugano reisen können. Für Basel steht einen Tag später um 16.30 Uhr das Auswärtsspiel in Luzern an.

Brack Super League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Lugano
FC Lugano
9
20
25
2
BSC Young Boys
BSC Young Boys
9
13
19
3
FC Sion
FC Sion
9
9
19
4
FC Basel
FC Basel
9
0
13
5
FC St. Gallen
FC St. Gallen
9
-3
13
6
FC Luzern
FC Luzern
9
-1
12
7
FC Zürich
FC Zürich
9
-6
11
8
Servette FC
Servette FC
9
-2
10
9
FC Thun
FC Thun
9
-8
10
10
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
9
-11
8
11
FC Vaduz
FC Vaduz
9
-3
6
12
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
9
-8
6
Meisterschaftsrunde
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