Darum gehts
- Der FC Basel droht das europäische Geschäft 2026 zu verpassen
- Der FCB benötigt sechs Punkte mehr als Sion in zwei Spielen
- Millionenverkäufe sind aber auch ohne Europacup möglich
Das Highlight einer enttäuschenden Basler Saison? Vermutlich einer der beiden dramatischen Siege gegen den FCZ. Und der 2:0-Coup in der Europa League gegen den deutschen Topklub VfB Stuttgart. Ein Spiel, das endlich wieder für eine magische europäische Nacht im Joggeli sorgte. Darauf hatten die FCB-Fans seit der spektakulären Conference-League-Kampagne vor drei Jahren warten müssen. Nach der 0:3-Klatsche gegen YB dürfte das Warten erneut beginnen.
Zwei Runden vor Schluss beträgt der Rückstand auf Sion fünf Punkte. Die Walliser stehen aktuell auf Rang vier, der zur Teilnahme an der Conference-League-Quali berechtigen würde – sofern St. Gallen den Cupfinal gegen Stade Lausanne-Ouchy für sich entscheidet. Aufgrund der klar schlechteren Tordifferenz müsste der FCB in den letzten zwei Spielen sechs Punkte mehr holen als Sion, das zuletzt fünf Zu-null-Siege in Serie einfuhr.
Es deutet also alles darauf hin, dass der FCB das europäische Geschäft verpassen wird. Und darum auf eine Millionensumme an Uefa-Geldern verzichten muss. Zwar hätten auch die Basler in der zweiten Quali-Runde der Conference League beginnen müssen. Der FCB wäre aber in allen drei Runden gesetzt gewesen, wodurch der Einzug in die Ligaphase durchaus in Reichweite gewesen wäre.
Conference League bringt weniger Einnahmen
Im vergangenen Jahr hat der FCB durch die Teilnahme an der Ligaphase der Europa League rund elf Millionen Franken an Uefa-Prämien kassiert. Hinzu kommen weitere Einnahmen durch Ticketverkäufe und Catering. Auf der anderen Seite floss durch ausbezahlte Spielerprämien und Reisekosten auch eine ordentliche Summe wieder aus den Kassen.
Wie viel Geld durch das Europa-Abenteuer am Ende genau hängen geblieben ist, wollte der Klub Ende April bei der Präsentation seiner Jahreszahlen nicht verraten. Es handle sich dabei aber um «einen wesentlichen Betrag». Dieser dürfte im mittleren einstelligen Millionenbereich liegen.
Finanziell werden die Basler die Nichtteilnahme an einem europäischen Wettbewerb überleben. Die Conference League hätte ohnehin nur bei einem tiefen Vorstoss in die K.-o.-Runde einen ähnlich hohen Betrag eingebracht. Aufgrund des strukturellen Defizits, das sich im vergangenen Jahr auf einen höheren einstelligen Millionenbetrag belief, wird der FCB in diesem Kalenderjahr aber noch mehr von Transferverkäufen abhängig sein als 2025.
Millionentransfers auch ohne europäisches Schaufenster
Auch ohne europäisches Schaufenster kann der FCB weiterhin Spieler für Millionensummen ins Ausland verkaufen; das hat der Klub bereits bewiesen. In der Saison 2023/24 scheiterte man in der Conference-League-Quali am kasachischen Vertreter Tobol Kostanay und kämpfte im weiteren Verlauf des Jahres sogar gegen den Abstieg aus der Super League. Am Ende retteten sich die Bebbi zwar noch auf Platz sieben, verpassten aber zum ersten Mal seit 23 Jahren den internationalen Wettbewerb.
Trotz einer katastrophalen Saison ohne europäische Ligaphase verkaufte der FCB im Anschluss mit Thierno Barry (23) und Renato Veiga (22) zwei Spieler für knapp 30 Millionen Franken. Bei beiden Abgängen sollten die Basler später auch noch von einer Weiterverkaufsbeteiligung profitieren. Im letzten Sommer löste der FCB mit Leon Avdullahu (22) und Kevin Carlos (25) erneut rund 14 Millionen Franken, ohne dass die beiden ein internationales Spiel für den FCB bestritten haben.
30 FCB-Spiele in der Hinrunde
Rein finanziell ist das Verpassen von Europa für den FCB also keine Vollkatastrophe. Im Hinblick auf die neue Saison bringt es sogar Vorteile mit sich. 30 Spiele absolvierten die Basler in der zweiten Hälfte des letzten Jahres. Mit Ausnahme der drei Länderspielfenster, in denen jeweils zahlreiche Spieler mit ihren Nationalteams unterwegs waren, standen von Ende August bis zur Winterpause ausschliesslich englische Wochen an.
Weil die Mannschaft von Stephan Lichtsteiner dieses Mal sogar bereits in der zweiten Quali-Runde der Conference League eingestiegen wäre, hätten es in der neuen Saison sogar noch mehr Spiele werden können. Dieser Mehrfachbelastung geht man nun unfreiwillig aus dem Weg. Das heisst aber auch: Die sportliche Führung kann bereits jetzt mit der Kaderzusammenstellung beginnen und muss nicht mit unterschiedlichen Szenarien planen – je nachdem, ob man sich für die Ligaphase qualifizieren würde.
Eine attraktive Adresse für junge, talentierte Spieler bleibt Basel auch ohne den internationalen Wettbewerb. Zumindest vorerst. Das hat der FCB mit Transfers wie Bénie Traoré (23), Metinho (23) oder Philip Otele (27) in den vergangenen Jahren ebenfalls bewiesen. Einen grossen Verlierer bringt das Verpassen der europäischen Plätze trotzdem hervor: die Fans, die sich nun mindestens eine Saison gedulden müssen, um wieder magische Nächte im Joggeli erleben zu können.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 36 | 33 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 36 | 23 | 66 | |
3 | FC Lugano | 36 | 13 | 63 | |
4 | FC Sion | 36 | 23 | 61 | |
5 | FC Basel | 36 | 3 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 36 | 6 | 51 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 36 | 6 | 47 | |
2 | Servette FC | 36 | 4 | 47 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 36 | -10 | 42 | |
4 | FC Zürich | 36 | -20 | 38 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 36 | -29 | 27 | |
6 | FC Winterthur | 36 | -52 | 23 |
