Inter-Trainerheld Cristian Chivu
Er wollte einst in die Schweiz, nun ist er Serie-A-Meister

Inter feiert den 21. Scudetto – dank Trainer Cristian Chivu. Der Rumäne – vor eineinhalb Jahren noch vereinslos – nutzte seine Chance und wurde italienischer Meister. Dabei hätte sein Weg fast in die Schweiz geführt.
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Cristian Chivu ist der grosse Held bei Inter.
Foto: Inter via Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Cristian Chivu führt Inter Mailand 2026 zum 21. Scudetto
  • 2025 war Chivu bei Parma Notlösung, bewies dann aber sein Talent
  • Erster ausländischer Inter-Meistertrainer seit José Mourinho, Vertrag bis 2027
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Carlo Emanuele FrezzaReporter Fussball

Das Leben ist voller Verzweigungen – passend dazu das bekannte Sprichwort: «Wo sich eine Tür schliesst, öffnet sich eine andere.» Im Fall von Inter-Trainer Cristian Chivu (45) trifft das derzeit mehr denn je zu. Seit Sonntagabend ist er mit Inter italienischer Meister. Dabei hätte seine Trainerkarriere auch ganz anders verlaufen können.

Vor eineinhalb Jahren war Chivu vereinslos, nach seinem mehrjährigen Engagement in der Inter-Jugend, wo er bisher als einziger ausländischer Trainer einen Titel gewann. Wie Blick exklusiv weiss, zeigte der Rumäne damals auch grosses Interesse daran, in der Super League zu arbeiten, um erste Erfahrungen als Cheftrainer zu sammeln. Zu dieser Zeit war etwa GC nach dem Rausschmiss von Marco Schällibaum (64) auf Trainersuche – zu einem Kontakt mit den Verantwortlichen kam es aber nicht, und bei den Hoppers heuerte stattdessen Tomas Oral (53) an.

Chivu galt als Notlösung

Chivu blieb vorerst ohne Job – bis im Februar 2025 der Anruf des Serie-A-Klubs Parma kam. Er sagte zu, führte das Team zum Klassenerhalt und empfahl sich damit für höhere Aufgaben. Nur wenig später folgte der nächste Karriereschritt: Inter suchte einen Nachfolger für Simone Inzaghi (50), und Chivu erhielt ein Angebot, das er nicht ausschlagen konnte.

Obwohl Chivu in Mailand als ehemaliger Inter-Spieler und Champions-League-Sieger von 2010 ein hohes Standing geniesst, galt seine Ernennung für viele zunächst aber als Notlösung. Die «Gazzetta dello Sport» beschreibt sie sinngemäss als Gang zum «Hausarzt bei einer schweren Krankheit – weil er gerade verfügbar ist und in schwierigen Momenten ein Freund wichtiger sein kann als ein Wissenschaftler».

National top – international ein Flop

Ein Jahr später sind die Chivu-Kritiker praktisch verstummt. Trotz typischer Anfangsschwierigkeiten hat es der frühere Weltklasse-Verteidiger geschafft, die Mannschaft nach dem Debakel im Champions-League-Final gegen PSG (0:5) rasch wieder aufzurichten. In der Serie A führte er den Klub souverän zum 21. Scudetto, als erster ausländischer Trainer seit 16 Jahren – der letzte war José Mourinho (63) mit Chivu als Spieler.

Und die Titeljagd ist für Inter in dieser Saison noch nicht zu Ende. In der Coppa Italia steht noch der Final gegen Lazio an. Einzig international blieb der Erfolg aus – im Sechzehntelfinal der Königsklasse scheiterten die Nerazzurri am Überraschungsteam Bodø/Glimt.

Chivu hat die richtige Tür gewählt

Doch diese Enttäuschung ist angesichts des Meistertitels längst in den Hintergrund gerückt. Für Chivu geht es nun darum, seinen Vertrag bei Inter zu verlängern. Noch dauert dieser bis 2027. Die Verlängerung sei aber eine Formalität, erklärte kürzlich Inter-Präsident Giuseppe Marotta (68). «Chivu soll viele Jahre bei uns bleiben», betonte er.

Und Chivu selbst dürfte rückblickend feststellen: Die entscheidenden Abzweigungen in seiner Trainerkarriere hat er bislang richtig genommen. Fast hätte er den Umweg über die Super League gemacht – stattdessen gehört er nun eineinhalb Jahre später zu jenen Trainern, die in einer der Top-5-Ligen einen Meistertitel vorweisen können.

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Brack Super League 25/26 - Meisterrunde
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1
FC Thun
FC Thun
35
35
74
2
FC St. Gallen
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35
22
63
3
FC Lugano
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35
14
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4
FC Sion
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35
21
58
5
FC Basel
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35
6
56
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
35
3
48
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Conference League Qualifikation
Brack Super League 25/26 - Relegationsrunde
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Luzern
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35
6
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2
Servette FC
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4
46
3
FC Lausanne-Sport
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35
-9
42
4
FC Zürich
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35
-21
35
5
Grasshopper Club Zürich
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35
-28
27
6
FC Winterthur
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35
-53
20
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