Darum gehts
- St. Gallen verspielt gegen Lugano in Nachspielzeit trotz Überzahl den Sieg
- Trainer kritisiert «Schlendrian» und warnt vor Konsequenzen für Tabellenplatz
- Christian Witzig erzielt drittes Saisontor in den letzten fünf Partien
Wirklich freuen über sein Tor zum 1:0 gegen Lugano tut sich Christian Witzig nicht. Denn die St. Galler vergeben in der Nachspielzeit den sicher geglaubten Sieg.
«Das, was am Schluss passiert ist, müssen wir analysieren, das war nichts. Das muss uns in der Mannschaft klar werden und darf uns nicht mehr passieren», so der Ostschweizer.
Platzverweis bringt Wende
Es ist eine Aussage mit Nachhall, denn das Spiel dürfen die St. Galler eigentlich nicht mehr aus der Hand geben. Wie so oft zünden die Espen ein Startfeuerwerk und gehen durch Witzig nach einer Viertelstunde in Führung. Danach drückt Grün-Weiss weiter, kommt aber zu keinem weiteren Tor.
Und als die Espen nach rund einer Stunde mit einem Mann mehr auf dem Feld stehen, wird plötzlich der Gegner stärker und gleicht in der Nachspielzeit noch aus. FCSG-Coach Enrico Maassen beschreibt nach der Partie, dass die «letzte Konsequenz gefehlt» und sich der «Schlendrian» eingeschlichen habe. Der zweite Platz in der Tabelle sei damit weiter in Gefahr.
Warum es an der Intensität in der zweiten Hälfte gefehlt hat, versucht Witzig zu erklären: «Es ist unglaublich streng, so zu spielen. Ich habe es selbst nach 30 Minuten gemerkt, dass der Tank schon ein bisschen leer war. In der Pause haben wir uns dann zwar erholt, aber das darf uns nicht passieren, dass wir mit einem Mann mehr so nachlassen.»
WM-Ticket? «Wäre schön!»
Nichtsdestotrotz kann Witzig mit seiner Leistung zufrieden sein. Es ist sein drittes Tor in den letzten fünf Spielen – generell ist es erst sein drittes Saisontor. Auch sonst ist er ein Aktivposten, kreiert viele Chancen und bringt mit seinem Tempo die Lugano-Verteidigung immer wieder in Bedrängnis.
Ob das sein Bewerbungsschreiben für einen Platz im WM-Kader sei, will Blick nach dem Spiel wissen. Witzig lacht und gibt sich dann aber bescheiden: «Schön wäre es. Ich will einfach das zeigen, was ich früher gemacht habe und die Skorerpunkte erzielen. Ich merke, es läuft alles wieder etwas geschmeidiger und es läuft besser auf dem Platz. Das ist das, was man sich als Fussballer wünscht.» Es ist nicht gerade eine Kampfansage, denn der Flügel weiss, dass seine Saison nicht gut begonnen hat.
Vergangenen Sommer zog er sich eine Schulterverletzung zu, musste sich gar einer Operation unterziehen. Danach musste er mit einer Jokerrolle vorliebnehmen, ehe er sich wieder in die Startelf spielte. Nur mit dem Toreschiessen tat sich der Ostschweizer bis vor Kurzem noch schwer. Doch nun ist auch dieses Tief definitiv überwunden. Noch bleiben Witzig acht Partien, um weiter auf sich aufmerksam zu machen.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 30 | 38 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 30 | 23 | 55 | |
3 | FC Lugano | 30 | 10 | 50 | |
4 | FC Basel | 30 | 6 | 49 | |
5 | FC Sion | 30 | 9 | 45 | |
6 | BSC Young Boys | 30 | 5 | 45 | |
7 | FC Luzern | 30 | 2 | 36 | |
8 | FC Lausanne-Sport | 30 | -4 | 36 | |
9 | Servette FC | 30 | -8 | 33 | |
10 | FC Zürich | 30 | -17 | 31 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 30 | -18 | 24 | |
12 | FC Winterthur | 30 | -46 | 19 |
