Minuten nach Abpfiff schreitet ein sichtlich erlöster Patrick Rahmen in Richtung der wartenden Journalisten, entschuldigt sich aber kurz, weil er mit einem weiblichen Winti-Fan reden möchte. Die erwartet den FCW-Coach am Rand der Mixed-Zone und holt sich Danksagungen ab.
Vor dem Spiel hatte die Dame Rahmen darauf hingewiesen, dass sie in der Kirche war und eine Kerze angezündet habe. Nach dem 2:1-Sieg gegen Lausanne und der gleichzeitigen Niederlage der Grasshoppers gegen den FCZ lebt der Glaube an die erneute Winti-Wunder-Wende. In der letzten Saison machte man in den letzten neun Runden 13 Zähler gut, nun sinds zwei Spieltage vor Schluss noch vier Punkte auf GC.
Dass es am Dienstag zum Direktduell kommen wird, ist die Kirsche auf der Spannungstorte. «Es ist unglaublich. Wir haben jetzt zwei Finalspiele und wir wollen es unbedingt packen. Wir haben nach der Pause etwas den Tritt verloren, da ging mit dem Resultat aus Zürich schon nochmals ein Ruck durch die Mannschaft. Wir können nur noch etwas gewinnen in den letzten zwei Spielen. Und GC weiss auch, dass wir mit Selbstvertrauen kommen», sagt Matchwinner Andrin Hunziker.
Hunziker als Sinnbild
Der ist Sinnbild dafür, dass der FCW im Abstiegskampf nicht aufsteckt, vor seinem Siegtreffer wird er ins Sandwich genommen, liegt am Boden, rappelt sich auf, stürmt in den Strafraum und trifft per Kopf zum erlösenden 2:1. Kurz vor Schluss hat Lausanne, das über weite Strecken enttäuscht, die Chance zum Ausgleich, Stefanos Kapino aber ist mit den Fingern noch dran.
Es ist seine achte Parade in diesem Spiel, seine 155. in der aktuellen Saison. Kein anderer Goalie in der Super-League-Geschichte hat mehr Saves gezeigt, wie der Grieche. Ob Kapino auch am Dienstag zum Hexer wird? Dann kommt es im Letzigrund zum Knüller gegen GC. Möglich, dass an diesem Abend mehr Winti- als Hoppers-Fans im Stadion sein werden. Im letzten Spiel trifft der FC Winterthur am Samstag zuhause auf den FC Luzern, GC muss nach Lausanne. An jenen Ort, wo der aktuelle Coach des Rekordmeisters entlassen wurde.
Damit es dort noch um etwas geht, braucht der FCW aber einen Sieg gegen den Rekordmeister.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 35 | 35 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 35 | 22 | 63 | |
3 | FC Lugano | 35 | 14 | 63 | |
4 | FC Sion | 35 | 21 | 58 | |
5 | FC Basel | 35 | 6 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 35 | 3 | 48 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 36 | 6 | 47 | |
2 | Servette FC | 36 | 4 | 47 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 36 | -10 | 42 | |
4 | FC Zürich | 36 | -20 | 38 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 36 | -29 | 27 | |
6 | FC Winterthur | 36 | -52 | 23 |

