Es sei ein Spiel wie gemacht für ihn, sagte GC-Trainer Gernot Messner über Captain Amir Abrashi vor dem Abstiegsgipfel in Winterthur. Erstmals seit Juli steht der 36-Jährige in der Startelf, fehlte zudem die Hälfte der Woche wegen Krankheit. «Es war schon ein bisschen komisch, nicht die beste Ausgangslage, aber ich kann mich mit meiner Erfahrung gut einstellen auf solche Spiele», sagt der GC-Captain nach dem Spiel. Pünktlich zum wichtigsten Spiel des Jahres war der Mann wieder auf dem Feld, der GC in den letzten zwei Jahren durch die Abstiegskämpfe geführt hat.
Seine Präsenz ist spürbar, er ackert, grätscht und dirigiert. Er spielt einfach, aber effektiv. «Natürlich war er wichtig, er verkörpert Energie und Leidenschaft wie kein anderer und hat mit seiner Anwesenheit die anderen angesteckt», sagt sein Trainer nach dem 2:0-Sieg über Abrashis Leistung. Wie wichtig der Status des 36-Jährigen innerhalb des Teams ist, zeigt auch die Aussage von Torschütze Michael Frey, der erstmals seit seiner Ankunft mit seinem Captain in der Startelf gestanden ist: «Amir ist die Seele und das Herz von GC, so ein guter Mensch, er ist wie der grosse Bruder für die gesamte Mannschaft.»
Vertragsverlängerung als Zeichen vor dem Abstiegsgipfel
Kein Wunder, hat Sportchef Alain Sutter am Freitag die Vertragsverlängerung mit dem Anführer bekanntgegeben. Vor so einem wichtigen Spiel war der Zeitpunkt kaum zufällig gewählt, sondern vielmehr ein Zeichen, das funktioniert hat.
Während Abrashi sich also im dritten Jahr in Folge zu so etwas wie der Nichtabstiegs-Garantie entwickelt, ist der 16 Jahre jüngere Jonathan Asp Jensen (20) die Lebensversicherung in dieser Saison. Ohne die 12 Skorerpunkte und Leistungen der dänischen Bayern-Leihgabe würde es noch viel schlimmer um den Rekordmeister stehen. Nach einer Schwächephase in den letzten Wochen meldet sich Asp Jensen ausgerechnet im Abstiegsgipfel mit einer eindrücklichen Leistung und als Torschütze zum 1:0 zurück. «Seine enormen Qualitäten sind klar – in diesem Spiel ist aber noch ein Attribut dazugekommen: Er ist gelaufen, wie noch nie in seinem Leben», lautet das Sonderlob Messners. Mit dieser Leistung habe der Däne gezeigt, dass es für ihn noch weit gehen könnte in seiner Karriere. Zudem zeigt er sich während des Spiels ungewohnt emotional.
«Winterthur schreibe ich ganz sicher nicht ab»
«Vielleicht hatte er einfach Freude wegen meiner Rückkehr», sagt Abrashi über die Leistung seines Mitspielers und lacht. «Nein, im Ernst, ich habe ihm gesagt, dass er auch defensiv hart arbeiten muss, und das hat er hervorragend umgesetzt», so Abrashi. Und Michael Frey hat in seinen Stationen in ganz Europa schon einiges gesehen, sagt aber: «Er hat etwas ganz Spezielles und ich habe ihm gesagt, er sei jetzt noch hier bei uns und müsse nochmals alles geben.»
Trotz aller Euphorie über den ersten Sieg im sechsten Spiel und den nun fast unaufholbaren acht Punkten Vorsprung auf den direkten Abstiegsplatz warnt Michael Frey: «Wir müssen den Ball flachhalten, zusammenhalten und weiter ruhig arbeiten.» Und auch Abrashi hebt in der Freude den Mahnfinger. «Winterthur schreibe ich ganz sicher nie ab. Die Saison ist jetzt nicht vorbei, es kommen noch viele harte Spiele.» Und: «Jetzt wollen wir in den Cupfinal.»
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 32 | 36 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 32 | 24 | 59 | |
3 | FC Lugano | 33 | 12 | 57 | |
4 | FC Basel | 32 | 8 | 53 | |
5 | FC Sion | 32 | 13 | 49 | |
6 | BSC Young Boys | 32 | 5 | 47 | |
7 | FC Luzern | 32 | 3 | 39 | |
8 | Servette FC | 32 | 0 | 39 | |
9 | FC Lausanne-Sport | 32 | -7 | 39 | |
10 | FC Zürich | 33 | -18 | 34 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 33 | -25 | 27 | |
12 | FC Winterthur | 33 | -51 | 19 |