Das Spiel
GC gewinnt den Abstiegskracher gegen Winterthur mit 2:0. Damit gehen die Hoppers mit acht Punkten Vorsprung auf die Eulachstädter in die fünf Runden der Relegation Round. Winti ist so gut wie abgestiegen.
Es ist von Anfang an das erwartete Kampfspiel. Passend dazu brechen die Wolken über der Schützenwiese kurz nach Anpfiff. Nachdem Théo Golliard den Ball bei der ersten Chance des Spiels ins Seitenaus befördert, macht es GC-Unterschiedsspieler Jonathan Asp Jensen besser.
Acht Minuten später dreht auf der Gegenseite Andrin Hunziker zum Torjubel vor dem GC-Sektor ab – zum grossen Ärger der Gästefans. Diese lachen nach dem vermeintlichen 1:1 aber zuletzt: Urs Schnyder nimmt den Treffer wegen eines Foulspiels von Remo Arnold an Michael Frey nach Intervention von VAR Fedayi San zurück.
Winti, das von Anfang an das Spielgerät mehrheitlich kontrolliert, kommt nach der Pause auf 72 Prozent Ballbesitz. Viel mehr als einen halbwegs gefährlichen Kopfball von Andrin Hunziker (56.) bringen die Hausherren aber nicht zustande. GC, das in den zwei Spielen unter Interimstrainer Gernot Messner neun Gegentore kassiert hat, verteidigt solidarisch. Die erfahrenen Allan Arigoni, der erstmals seit November spielt, und Captain Amir Abrashi bei seinem ersten Startelf-Einsatz seit Juli bringen defensive Stabilität.
Nach 65 Minuten stellt Messner die funktionierende Abwehr um, bringt Innenverteidiger Mikulic für Abrashi, für den Sven Köhler eine Reihe nach vorne rutscht. Doch auch die neu formierte Viererkette ohne Abrashi vornedran hält Winti bis zum Schluss gut vom Tor weg.
In der Offensive begrenzt sich der Rekordmeister aufs absolute Minimum. In der Schlussphase verpassen Tim Meyer und zweimal Asp Jensen nach Kontern die Vorentscheidung. Michael Frey reicht dafür in der Nachspielzeit zuerst nicht mal ein Penalty, weil Stefanos Kapino schon zum fünften Mal in dieser Saison einen Elfmeter pariert. In der 102. Minute holt er seinen Treffer aber nach: Er trifft aus über 50 Metern ins leere Tor.
Die Tore
18. Minute, Jonathan Asp Jensen, 0:1. Der Däne zieht aus knapp 20 Metern ab und trifft im Winterthurer Platzregen präzise in die untere rechte Ecke. Es ist der erste GC-Treffer im dritten Spiel unter Interimscoach Gernot Messner.
90.+12. Minute, Michael Frey, 0:2. Die Nummer 99 von GC ist nach seinem verschossenen Penalty doch noch erfolgreich – und wie. Er trifft aus der eigenen Hälfte ins leere Tor.
Die Stimmen (gegenüber Blue)
Remo Arnold (Winti): «Es kam definitiv zu wenig. Wir haben nicht den Auftritt hingelegt, den wir uns gewünscht haben. Es war für beide Seiten ein schwieriges Spiel. Das waren wir uns bewusst, aber in den entscheidenden Momenten waren wir nicht da. Man muss ganz klar die Mannschaft kritisieren, aber ich weiss auch nicht, ob der Schiedsrichter heute immer richtig eingegriffen hat. Wenn er das vor dem vermeintlichen Tor direkt pfeift, sage ich überhaupt nichts, aber ob man das mit dem VAR zurücknehmen muss, stelle ich sehr infrage, obwohl ich die Bilder noch nicht gesehen habe. Und vor dem Penalty war meiner Meinung nach auch ein Foul an uns, aber da ist ja schlussendlich nichts passiert.»
Michael Frey (GC): «Wir wollten es mehr. Es ist Abstiegskampf: Man muss nicht versuchen zu glänzen, man muss ackern und fighten und das haben wir gemacht und deshalb ist der Sieg verdient. Aber trotzdem war es knapp: Winti hat extrem gekämpft und es ist noch nicht entschieden, jetzt gehts weiter.»
Sein Tor zum 2:0 vergleicht er mit dem weltbekannten Bild «Der Schrei» von Edvard Munch. Er erklärt aber, es habe nichts mit Kunst zu tun: «Ich konnte nicht mehr, darum habe ich von dort geschossen.»
«Wir wollten in einer Viererkette mit Speed starten, da war Allan Arigoni die erste Option. Es war schon ein Risiko, ihn ohne Spielpraxis zu bringen, aber es haben auch andere Spieler schon Fehler gemacht. Deshalb hat er es sich mit seinem Verhalten in den letzten Wochen verdient», erklärt GC-Coach Gernot Messner.
Der Beste
Jonathan Asp Jensen. Dass die Bayern-Leihgabe der mit Abstand talentierteste Spieler auf dem Feld ist, war schon vor der Partie klar und stellt er mit seinem Schlenzer zur 1:0-Führung einmal mehr unter Beweis. Was neu ist: Er kann jetzt auch Abstiegskampf. Ist giftig, emotional und haut sich in die Zweikämpfe.
Der Schlechteste
Fabian Rohner sollte vor allem mit seiner Geschwindigkeit Impulse auf der rechten Seite setzen. Davon ist am Samstag aber nichts zu sehen. Ausser auffällig schlechten Flanken und beim Gegentor zum 0:1 schläft Rohner komplett.
Das gab zu reden
Der Riesen-Aufreger des Spiels: In der 25. Minute steht Andrin Hunziker alleine vor GC-Goalie Justin Hammel und versenkt den Ball eiskalt zum vermeintlichen 1:1. Doch VAR Fedayi San schreitet ein, da es vor dem Konter ein Foul von Winti-Captain Remo Arnold an Michael Frey gibt. Fans, Spieler und der Trainerstab von Winterthur toben. Doch die Entscheidung ist korrekt.
Die Schiris
Urs Schnyder muss für den kranken Lukas Fähndrich einspringen und leitet das Spiel eigentlich unaufgeregt, doch für ihn ungewohnt oft liegt er falsch bei der Beurteilung von Szenen. Besonders in der zweiten Hälfte.
Die Fans
8700 Fans sorgen auf der ausverkauften Schützenwiese für eine Stimmung, die eigentlich Super-League-Niveau hätte. Nach der Niederlage von heute wird es aber wohl bis auf Weiteres nur noch drei Super-League-Heimspiele geben in jenem Stadion, das die Fussballromantiker-Herzen höher schlagen lässt. Die Schützenwiese-Abschiedsdaten: FCZ am 2. Mai, Lausanne am 9. Mai und Luzern zum Saisonabschluss am 16. Mai.
So gehts weiter
Die Hauptphase der Saison ist für die beiden Abstiegskandidaten zu Ende. Bevor in zwei Wochen der Kampf ums Überleben in der Relegation Round weitergeht, spielen die Grasshoppers am nächsten Samstag im Cup-Halbfinal auswärts gegen Stade-Lausanne-Ouchy (19.15 Uhr). In der Abstiegsrunde trifft GC am 25. April auf Luzern (18 Uhr), Winterthur reist am Tag darauf zu Servette nach Genf (16.30 Uhr).
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 38 | 28 | 75 | |
2 | FC St. Gallen | 38 | 25 | 70 | |
3 | FC Lugano | 38 | 17 | 67 | |
4 | FC Sion | 38 | 23 | 63 | |
5 | FC Basel | 38 | -3 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 38 | 11 | 55 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 38 | 10 | 53 | |
2 | Servette FC | 38 | 8 | 53 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 38 | -14 | 42 | |
4 | FC Zürich | 38 | -23 | 38 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 38 | -26 | 33 | |
6 | FC Winterthur | 38 | -56 | 23 |






