Darum gehts
- FCZ gewinnt Zürcher Derby gegen GC durch einen Standardtreffer
- Neuer FCZ-Assistenztrainer Sahin verbesserte Standardsituationen im Training
- GC-Trainer Scheiblehner lässt Asp Jensen trotz Fitnessmangel 90 Minuten spielen
Beide Coaches haben für das Zürcher Derby ein Ass im Ärmel. Aber nur eines sticht. Da mag Gerald Scheiblehner (48) noch so überraschend Jonathan Asp Jensen (19) von Beginn weg aufs Feld schicken, der vor dem Spiel auf der offiziellen Website der Grasshoppers als «verletzt» gelistet ist. Am Ende hat der GC-Trainer das Nachsehen – und nimmt die Schuld für den einzigen Treffer der Partie gleich voll auf sich.
Allerdings hat da Dennis Hediger (39) etwas dagegen. Schliesslich will der Trainer mit dem immer noch geltenden Zusatz «ad interim» das Tor des Abends lieber dem neuen Mann im Home of FCZ zurechnen: Ercüment Sahin (57). Der frisch beigezogene Assistenztrainer hat mit den Spielern in den letzten Tagen sehr viel Standardsituationen geübt, besprochen und auf Video angeschaut. Oder, wie es Hediger sagt: «Wir haben mit ihm viel in stehende Bälle investiert.»
«Nehmen wir auf unsere Kappe»
Hat nun ein GC-Fehler oder FCZ-Geniestreich das Spiel entschieden? Vermutlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Der Eckball zum 1:0 wird sauber ausgeführt. Es ist eine kurz gespielte Variante, bei der am Ende Jahnoah Markelo den Ball allerdings auch darum total unbedrängt zur Mitte spielen kann, weil sich ihm kein Grasshopper in den Weg stellt. «Da haben wir zu spät reagiert», stellt Scheiblehner fest.
Wobei das nicht der einzige Fehler ist, den GC begeht. Ausgerechnet Lindrit Kamberi (26) wird in diesem Spiel trotz seinem bekannten Tordrang und seiner Sprungkraft von den Grasshoppers bei Standards nicht manngedeckt. Er bedankt sich herzlich mit dem Siegtreffer in der 20. Minute. Und Scheiblehner sagt: «Das nehmen wir vom Trainerteam auf unsere Kappe, dass es da wahrscheinlich keine klare Zuteilung gegeben hat.» Ein einstudierter Standard gegen eine unklare Zuteilung – irgendwie heisst es an diesem Abend auch auf den Trainerbänken 1:0 für den FCZ.
«Für die Website bin ich nicht verantwortlich»
Die Sache mit dem gar nicht mehr verletzten Asp Jensen? Die sieht Scheiblehner so: «Ich wurde die ganze Woche nie gefragt, ob er wieder fit ist. Er hat eine Woche mittrainiert, aber wenn sich keiner dafür interessiert, muss ich es ja niemandem auf die Nase binden.» Und dass es die offizielle GC-Seite ist, die Asp Jensen ebenso als verletzt meldet wie den nach einer Stunde eingewechselten Luke Plange (22)? «Für die Website bin ich nicht verantwortlich.»
Asp Jensen ist allerdings anzusehen, dass er noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte ist. Trotzdem geht der Gamble mit der Bayern-Leihgabe beinahe auf. Er steht am Ursprung der besten GC-Torchance, die Nikolas Muci in der 13. Minute verpasst.
Danach gehen Asp Jensen von Minute zu Minuten mehr die Kräfte aus. Und Scheiblehner muss zugeben: «Natürlich war er noch nicht fit für 90 Minuten.» Trotzdem spielt der junge Däne durch: «Weil du immer auf Situationen hoffst, in denen er vielleicht doch eine Lösung findet.»
FCZ-Anpassung sichert den Sieg
Aber auch dieser Hoffnung auf ein GC-Wunder schiebt der FCZ einen Riegel, indem er in der Pause das System anpasst und dazu Cheveyo Tsawa (18) durch Mohamed Bangoura (19) ersetzt. Jetzt sind plötzlich die Löcher im Zentrum gestopft, in denen sich die Grasshoppers vor der Pause noch so wohl gefühlt haben, dass sie auch in Führung gehen könnten.
Ein Fussballspiel findet auch dank dieser Umstellung in Hälfte zwei zwar nicht mehr statt. Stattdessen zerfasert die Partie in eine schier endlose Zahl an Kopfballduellen, kreuz und quer über den Platz gehauenen Bällen und einer Unmenge an Fouls. Aber das muss den FC Zürich nicht kümmern, weil er nur noch seine Führung verteidigen muss. Und das gelingt ihm gegen nun offensiv komplett hilflose Grasshoppers.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | 14 | 11 | 31 | ||
2 | 14 | 12 | 27 | ||
3 | 14 | 7 | 25 | ||
4 | 14 | 6 | 23 | ||
5 | 15 | -1 | 23 | ||
6 | 15 | 3 | 21 | ||
7 | 15 | -5 | 20 | ||
8 | 15 | 2 | 18 | ||
9 | 14 | 3 | 16 | ||
10 | 14 | -5 | 15 | ||
11 | 15 | -10 | 14 | ||
12 | 15 | -23 | 9 |

