Die Saison beim FC Luzern ist so gut wie gelaufen. Die Mannschaft steht fix in der Relegation Group, nach unten droht wohl keine Gefahr mehr. Mit zwölf Punkten Vorsprung auf den Barrageplatz müsste schon ein Desaster passieren, damit der FCL noch in Abstiegssorgen gerät.
Zeit also, mit Luzerns Sportchef Remo Meyer (45) an einen Tisch zu sitzen und mit ihm über die fünf zentralen Themen zu sprechen, die die Zentralschweiz bewegen.
Thema 1: Der auslaufende Vertrag von Mario Frick
Viereinhalb Jahre ist der Liechtensteiner als Cheftrainer im Amt. Ob er in seine fünfte volle Saison geht, ist offen. Meyer selbst hat dazu keine Neuigkeiten: «Der Fokus liegt auf den letzten drei Spielen vor der Tabellenteilung. Unser primäres Ziel bleibt, uns rechnerisch vom Barrageplatz zu verabschieden.» Erst danach werde es eine finale Entscheidung in der Trainerfrage geben – «selbstverständlich aber noch vor Saisonende», betont Meyer im Gespräch mit Blick. Die Zusammenarbeit mit Frick bezeichnet er derweil einmal mehr als aussergewöhnlich: «Egal, ob es im Sommer weitergeht oder nicht – er war in den letzten viereinhalb Jahren ein ganz wichtiger Mann. Er hat die Klubphilosophie stets zu 100 Prozent mitgetragen. Ein Trainer, der so lange an einem Ort wirkt, muss aussergewöhnliche Qualitäten haben.»
Thema 2: Was geschieht mit U21-Coach Michel Renggli?
In der Zentralschweiz hört man, dass Renggli, der am Donnerstag seinen 46. Geburtstag feiert, wie Frick einen auslaufenden Vertrag hat. Nach Rengglis Zukunft gefragt, stellt Meyer klar, dass der FCL generell keine Auskunft über Vertragsmodalitäten von Nachwuchsspielern und -trainern gibt. Dann fügt er hinzu: «Diese Information kann ich nicht bestätigen.» Trotzdem bleibt die Frage: Wie geht es mit Renggli weiter? Seit längerem gilt er als möglicher Frick-Nachfolger – nicht zuletzt, weil er den Klub als langjähriger U21-Trainer bestens kennt und geduldig auf seine Chance wartet. «So wie wir Spieler ausbilden, bilden wir auch Trainer aus. Sollte es eines Tages zu einem Wechsel kommen, haben wir sicher auch interne Kandidaten.» Gleichzeitig sei es aber nicht automatisch so, dass der U21-Trainer auch der Kronfavorit ist. «Wir haben mehrere Leute im Nachwuchs, die das wirklich sehr gut machen.» Ob Renggli noch länger bereit ist, in Luzern auf seine Chance zu warten? «Die Möglichkeit, dass Trainer im Nachwuchs abspringen, besteht immer. Die Hauptpriorität in diesem Bereich liegt jetzt aber auf der Trainerfrage bei der 1. Mannschaft.»
Thema 3: Das Verpassen der Championship Group
Der Ärger bei Meyer über die jüngste Winterthur-Pleite war gross. «Das war stellenweise Badi-Fussball!», kritisierte er gegenüber SRF. Richtete sich die Kritik an die Spieler oder an den Trainer? «An alle. Wir sitzen alle im gleichen Boot», sagt Meyer ein paar Tage später. Mit dieser Niederlage sind die Träume von der Championship Group definitiv geplatzt – eine grosse Enttäuschung für ihn. «Die Tabelle lügt nie. Die Heimbilanz stimmt nicht, und wir kassieren zu viele Gegentore», resümiert er. Nach der Krise von November bis Januar hatte Meyer gehofft, dass die Mannschaft inzwischen weiter in ihrer Entwicklung ist. «Entsprechend macht mich die Niederlage gegen Winterthur wütend», gesteht er. Auf die Frage, was ihn mehr ärgert – das Verpassen der Championship Group oder das Cup-Out –, macht er aber schnell klar: «Das SLO-Spiel war eine der schlimmsten Niederlagen meiner ganzen Amtszeit.»
Thema 4: Vertragsfragen im Kader und der Transfersommer
Im Sommer könnte es beim FCL zu einigen Bewegungen kommen. «In den letzten Jahren haben wir im Sommer im Schnitt zwischen zwei und vier Stammspieler verloren. Davon gehe ich auch diesmal wieder aus», meint Meyer. Ein paar Entscheidungen gibt es bereits: Die auslaufenden Verträge von Sinan Karweina (26) und Mauricio Willimann (23) werden nicht verlängert. Bei Kevin Spadanuda (29) sei alles offen. Und wie steht es um Julian von Moos, Taisei Abe und Oscar Kabwit, die auf Leihbasis in Luzern sind? «Gezogen sind die Kaufoptionen noch nicht. Aber es gibt klare Tendenzen.» Bei Oscar Kabwit und Taisei Abe lauten sie sicher auf Kauf. Ob das auch bei von Moos so ist?
Thema 5: Die eigene Zukunft von Remo Meyer
Im Sommer startet der Sportchef des FCL in seine zehnte Saison. Die Zeit sei wie im Flug vergangen, meint Meyer. «Wir haben in dieser Zeit eine klare Identität geschaffen. Daran habe ich extrem Freude», schwärmt er. Es sei unglaublich schön, Spieler über Jahre zu begleiten und zu sehen, wie sie bei den Profis Fuss fassen. «Da geht einem das Herz auf», sagt Meyer. Er betont zudem, dass er keinen Gedanken an einen Abgang verschwendet: «Ich mache mir darüber überhaupt keine Gedanken. Ich bin sehr gerne hier – und das zählt.» Auch über den Ausgang des Aktionärsstreits sorgt er sich nicht, selbst wenn Bernhard Alpstaeg, der einst Vorwürfe gegen ihn erhob, zunehmend im Vorteil ist. «Ich setze meine Energie lieber auf Dinge, die ich aktiv beeinflussen kann», sagt Meyer.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 30 | 38 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 30 | 23 | 55 | |
3 | FC Lugano | 30 | 10 | 50 | |
4 | FC Basel | 30 | 6 | 49 | |
5 | FC Sion | 30 | 9 | 45 | |
6 | BSC Young Boys | 30 | 5 | 45 | |
7 | FC Luzern | 30 | 2 | 36 | |
8 | FC Lausanne-Sport | 30 | -4 | 36 | |
9 | Servette FC | 30 | -8 | 33 | |
10 | FC Zürich | 30 | -17 | 31 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 30 | -18 | 24 | |
12 | FC Winterthur | 30 | -46 | 19 |
