Pius Dorn, was braucht der FC Luzern für einen Trainer?
Das muss Ihnen Remo Meyer sagen.
Als Captain haben Sie aber sicher eine Vorstellung …
Der Trainer muss mit jungen Spielern arbeiten können und eine Verbindung zur Region und den Fans haben oder aufbauen können. Und ich hoffe, dass er attraktiven Fussball spielen lässt, um wieder für Aufbruchstimmung zu sorgen.
Mit dem Abschied von Mario Frick endet eine Ära. Wie haben Sie reagiert, als er seinen Abschied angekündigt hat?
Ich war ehrlich gesagt nicht überrascht. Mein Gefühl ging schon vorher in diese Richtung – auch wenn wir nie konkret darüber gesprochen haben. Es schien einfach der richtige Zeitpunkt für ihn und den Klub zu sein, etwas Neues zu machen.
Was bedeutet Fricks Abschied für den FC Luzern?
Ich sehe es als Chance für den Verein und für uns Spieler. Neue Ansprache, neue Trainingsinhalte sowie neue Spielphilosophie können uns guttun. Das sind jedenfalls Punkte, auf die ich mich freue.
Klingt danach, dass Sie wirklich nicht mit ihm weiterziehen werden. Zumal er meinte, sie hätten sein Gesicht inzwischen oft genug gesehen.
(Lacht.) Ich halte es für unwahrscheinlich. Ich bin unabhängig vom Trainer sehr glücklich hier mit meiner Rolle, meinem Standing und dem Umfeld in der Stadt. Was die Zukunft bringt, wird man sehen. Vielleicht kreuzen sich unsere Wege irgendwann wieder.
Welche Rolle nimmt Frick in Ihrer Karriere ein? Sie haben unter ihm bei Vaduz und Luzern insgesamt 224 Spiele bestritten.
Er hat für mich eine enorme Bedeutung. Ich bin ihm sehr dankbar, dass er mich nach Luzern geholt hat. Ohne ihn wäre ich heute wohl nicht hier. Ich bin überzeugt, dass er auch anderswo erfolgreich sein wird, und wünsche ihm nur das Beste.
Haben Sie sich persönlich jemals so mit einem Klub identifiziert wie mit dem FC Luzern?
Freiburg ist mein Heimatverein, dort bin ich gross geworden, aber Luzern ist meine längste Station im Profifussball. Deshalb identifiziere ich mich mit dem Klub schon stark. Als Captain ist die Bindung noch enger geworden – ich habe hier Einfluss und werde als Person geschätzt.
Dann verschwenden Sie derzeit keinerlei Gedanken an eine Rückkehr nach Deutschland?
Stand jetzt nicht. Ich habe hier einen Vertrag bis 2029. Es wird irgendwann auch eine Familienentscheidung sein, wenn es darum geht, wo wir unsere langfristige Zukunft sehen.
Die Saison, die zu Ende geht, ist Ihre vierte beim FCL und statistisch die schwächste. Wie beurteilen Sie Ihre eigene Saison?
Insgesamt okay. In der Hinrunde hatte ich etwas Mühe, meinen Rhythmus zu finden, und war generell nicht ganz zufrieden. Eine Patellasehnenentzündung und später die Zehenverletzung haben mich zusätzlich eingeschränkt. Mit meinen Auftritten in der Rückrunde bin ich zufriedener. Da konnte ich auch was für meine Statistik tun.
Im Vergleich zu anderen Saisons haben Sie ausschliesslich als Rechtsverteidiger gespielt. Vor- oder Nachteil?
Beides. Wenn man über 150 Spiele in der Super League gemacht hat, dann tut Abwechslung auch mal gut. Auf der anderen Seite sind zu viele positionsspezifische Wechsel nicht ideal. Insgesamt liegen mir ein, zwei Positionen besser als andere – die Rechtsverteidigerposition gehört klar dazu.
Auf Klubebene bleiben von dieser Saison vor allem zwei Dinge hängen: die Krise im Spätherbst sowie das Cup-Aus. Fazit: enttäuschende Saison?
Ich würde nicht sagen, dass es eine schlechte Saison war, aber eine wirklich zufriedenstellende eben auch nicht.
War die Niederlage gegen Stade-Lausanne-Ouchy der grösste Tiefpunkt Ihrer Zeit bei Blau-Weiss?
Die verpasste Europacup-Qualifikation in der letzten Saison sowie das Europacup-Aus gegen Hibernian vor drei Jahren waren auch schlimm. Die Niederlage gegen Lausanne-Ouchy war aber sicher ein spezieller Tiefpunkt, weil die Chance auf einen Titel so gross war wie noch nie. Ich werde dieses Jahr 30, und die Möglichkeiten, noch einen Titel zu gewinnen, werden weniger. Das hat mich schon beschäftigt.
Frick hat erzählt, dass Sie nach dem Cup-Out einen eindrücklichen Monolog gehalten haben. Was haben Sie den Mitspielern mit auf den Weg gegeben?
Ich habe meinen Emotionen freien Lauf gelassen und gesagt, warum wir aus meiner Sicht verdient ausgeschieden sind. An dem Tag hätten wir gegen jeden Gegner verloren. Genau das hat mich geärgert: dass wir die Chance nicht genutzt haben, in einem wichtigen Spiel aufzutreten und sie zu packen. Das war die eigentliche Kernaussage.
Schauen Sie den Final?
Nein, ich habe auch die Halbfinals nicht geschaut. Wenn ich das Gefühl habe, dass wir da stehen könnten, tut das schon sehr weh. Deshalb muss ich es nicht anschauen.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 36 | 33 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 36 | 23 | 66 | |
3 | FC Lugano | 36 | 13 | 63 | |
4 | FC Sion | 36 | 23 | 61 | |
5 | FC Basel | 36 | 3 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 36 | 6 | 51 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 36 | 6 | 47 | |
2 | Servette FC | 36 | 4 | 47 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 36 | -10 | 42 | |
4 | FC Zürich | 36 | -20 | 38 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 36 | -29 | 27 | |
6 | FC Winterthur | 36 | -52 | 23 |
