Darum gehts
- Dennis Hediger sagt: «Ich fühle mich extrem wohl»
- Hedigers Familie unterstützt ihn mit selbst gemaltem Plakat im Stadion
- Auseinandersetzungen in der Kabine, Niederlage gegen YB – alles kein Problem
Zeit? Ist gerade ein rares Gut für Dennis Hediger (39). Am Donnerstag wird er Knall auf Fall Cheftrainer des FC Zürich. Mit dem Vermerk «zwischenzeitlich». Am Sonntag steht das Spiel gegen die Young Boys an. Und bereits am Mittwoch geht es weiter mit dem Klassiker in Basel.
Da bleibt kein Raum, um sich langsam an seine neue Aufgabe heranzutasten. «Ich habe den Schalter sehr schnell umgelegt. Du gehst in den Modus, dass du einfach funktionierst», erzählt Hediger unmittelbar nach dem 2:3 gegen die Young Boys.
Die Unterstützung der Töchter
Immerhin: Im Spiel gegen die Berner erhält Hediger Unterstützung mit Jöö-Effekt. Auf der Tribüne halten seine Partnerin und seine zwei Töchter ein selbst gemaltes Plakat in die Höhe. «Papa – Hopp FCZ.» Ein kleiner Ruhepol für Hediger. Denn sonst gilt für ihn: «Es waren turbulente Tage. Und es wird so weitergehen.»
Und doch wirkt der Berner nicht gestresst, als er am Dienstagmittag im Home of FCZ sitzt. Im Gegenteil: Da fühlt sich jemand sichtlich wohl auf dem Stuhl, der an Medienkonferenzen dem Cheftrainer des FC Zürich vorbehalten ist. «Extrem wohl», präzisiert Hediger sogar: «Ich habe schon als Spieler extrem Verantwortung übernommen. Ich habe die emotionale Stabilität, mit der ich das kann.» So klingt dann wohl Selbstvertrauen.
Aber auch mit der breitesten Brust der Welt hat ein Tag bloss 24 Stunden. «Zeit ist ein Faktor», gibt Hediger zu. Seine Tage sind vollgepackt. Aber er glaubt, dass auch ganz kleine Interaktionen viel Gewicht haben können: «Jedes Gespräch, jedes Wort hat Einfluss. Die Art, wie ich auf dem Trainingsplatz bin. Ihr unterschätzt, wie viel bewegt werden kann.»
Es gibt ja durchaus einiges anzupacken. Zum Beispiel die Stimmung in der Kabine, wo es laut Blick-Informationen in dieser Saison mehrfach zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen sein soll. «Wir haben viele Persönlichkeiten. Das ist ein rares Gut im Fussball. Ich bin sehr dankbar dafür», meint Hediger dazu.
Und die kolportierte Grüppchenbildung im Team? «Dass sich Spieler mit ähnlichem Hintergrund oder derselben Sprache zusammentun, ist ganz normal. Das ist bei uns null Problem», befindet Hediger: «Es ist nur ein Problem, wenn man eines sehen will.»
Laufwerte als Beweis für gute Stimmung
Für ihn ist die Leistung gegen YB Beweis genug, dass es in der Mannschaft stimmt: «Da sind wir alle miteinander gegangen.» Der Beweis? «Wir hatten die mit Abstand besten Laufwerte der Saison.»
Zum Punktgewinn hat es gegen ein wackliges YB trotzdem nicht gereicht. Aber das blendet der FCZ derzeit konsequent aus. «Ich weiss nicht, wann wir YB das letzte Mal so dominiert haben», fand Verteidiger Lindrit Kamberi (26) direkt nach Spielschluss.
Hediger erzählt zwei Tage später davon, wie sich das Team nach dem 2:3 in der Kabine zum Kreis versammelt habe: «Da haben wir Inhalt und Output getrennt.» Sprich: Die Zürcher schauen über das Resultat hinweg und konzentrieren sich darauf, was sie gut gemacht haben.
Kann man so machen. Nach drei Niederlagen in Serie wäre es vermutlich trotzdem besser, der FCZ würde am Mittwoch in Basel mal wieder punkten. Sonst könnte die Lage in der Tabelle bereits ungemütlich werden.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 21 | 21 | 46 | |
2 | FC Lugano | 21 | 11 | 39 | |
3 | FC St. Gallen | 20 | 14 | 37 | |
4 | FC Basel | 21 | 9 | 36 | |
5 | FC Sion | 21 | 6 | 32 | |
6 | BSC Young Boys | 21 | -5 | 29 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 21 | 3 | 28 | |
8 | FC Zürich | 21 | -8 | 25 | |
9 | Servette FC | 21 | -5 | 24 | |
10 | FC Luzern | 21 | -3 | 22 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 21 | -11 | 18 | |
12 | FC Winterthur | 20 | -32 | 10 |

