«Er hätte das Potenzial für eine Top-5-Liga»
Von Moos wieder out – Ex-Trainer leiden mit ihm

Julian von Moos' Verletzungsgeschichte wirft Fragen auf, was er erreichen könnte, bliebe er länger fit. Experten sehen in ihm einen vielversprechenden Stürmer, der bei Gesundheit 10 bis 15 Tore pro Saison erzielen könnte.
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Nicht zu fassen: Julian von Moos fällt wieder einmal verletzt aus.
Foto: Pius Koller
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Carlo Emanuele FrezzaReporter Fussball

Mit Julian von Moos (24) ist die Verletzungshexe unerbittlich. Ständig bremst sie ihn aus – zuletzt am vergangenen Wochenende. Bis möglicherweise Ende Jahr fällt der Luzerner Stürmer mit einer Bänderverletzung aus. Es ist bereits seine dritte Zwangspause in dieser Saison und ein weiterer Rückschlag in einer ohnehin frustrierenden Verletzungsgeschichte.

Mit von Moos leiden viele mit. Zwei davon sind Ciriaco Sforza (55) und Heinz Moser (58). Sforza trainierte ihn beim FC Basel und beim FC Wil. «Es tut mir weh, weil ich weiss, welche Qualitäten er hat», sagt der frühere Bayern-Star zu Blick. Und auch der frühere SFV-Nachwuchschef, der den Schweiz-Brasilianer aus den Junioren-Nati-Teams kennt, wirkt betroffen: «Es ist bedauerlich. Insbesondere, weil er ein Spieler ist, der immer alles gibt und immer das Limit sucht.»

So gut gestartet wie noch nie

Über verletzte Spieler freut sich niemand – klar. Doch seine Verletzungshistorie ist speziell – so speziell, dass man sich langsam fragen muss, was bei ihm möglich wäre, wenn sein Körper ihm nicht ständig einen Strich durch die Rechnung machen würde. Immer wieder deutet er sein Potenzial an, und immer wieder wird er ausgerechnet dann, wenn er Schwung aufnimmt, von einer Verletzung zurückgebunden.

Dieses Muster begleitet von Moos seit Jahren – auch in dieser Saison. In den ersten zehn Spielen beim FC Luzern sammelte er fünf Skorerpunkte, so viele wie noch nie zuvor bei einem Klub zu diesem Zeitpunkt. «Ich war beim FCL-Heimspiel gegen GC im Stadion, als er das herrliche Freistosstor schoss. Es war schön, mit ihm nach dem Spiel zu sprechen. Er war voller Energie», erzählt Moser.

«Er ist ein Wunschspieler»

Warum das Pech so hartnäckig an von Moos' Füssen klebt? Eine eindeutige Antwort gibt es nicht. Zu multifaktoriell ist das Ganze. Beobachter streichen trotzdem zwei Sachen heraus. Einerseits sei nicht jeder Körper gleich belastbar, andererseits dürften seine zahlreichen Wechsel und Umzüge in den vergangenen Jahren (sieben Klubs in acht Jahren) seiner Entwicklung kaum gutgetan haben. Stabilität und Kontinuität – im privaten wie beruflichen Umfeld – seien bei jungen Spielern oft entscheidender, als man denkt.

Sforza und Moser glauben derweil weiterhin an von Moos. «Julian ist vom mentalen Aspekt her der Wunschspieler jedes Trainers», sagt Moser, der zuletzt in der Bundesliga beim FC Augsburg arbeitete und als Talentkenner im Schweizer Fussball einen hervorragenden Ruf geniesst. Sforza ergänzt: «Ein Stürmer, der wie er immer wieder zu Chancen kommt, ist für viele Klubs interessant.»

Zu was ist von Moos fähig?

Beide sind sich einig: Von Moos bringt eigentlich alles mit, um auf höherem Niveau zu bestehen. «Er hätte das Potenzial für eine Top-5-Liga», betont Sforza. Voraussetzung wäre jedoch, dass er gesund bleibt, Rhythmus findet und konstant seine Top-Leistung in der Super League abruft. «10 bis 15 Tore pro Saison traue ich ihm absolut zu», sagt Moser.

Ob von Moos dieses Potenzial irgendwann tatsächlich ausschöpfen kann, steht in den Sternen. Doch eines bleibt klar: Wenn der Ostschweizer einmal über längere Zeit fit bleibt, könnte seine Karriere plötzlich anders aussehen – und die Frage nach dem «Was wäre, wenn ...?» würde sich vielleicht nicht mehr stellen.

Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
14
11
31
2
14
12
27
3
14
7
25
4
14
6
23
5
14
-1
22
6
14
3
20
7
14
4
18
8
14
-6
17
9
14
3
16
10
14
-5
15
11
14
-9
14
12
14
-25
6
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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