Darum gehts
- Die Schweizer Super League fiel im UEFA-Ranking seit 2015 von Platz 11 auf 16
- Nur vier Schweizer Klubs starten europäisch, Ziel ist Rang 15 für fünf Plätze
- Die Punkte der nationalen Riesen aus Basel und Bern fehlen schmerzlich
Der Absturz ist brutal. 2015 lag die Schweizer Super League in der europäischen Rangliste auf Rang 11. Sie stellte mit dem FC Basel einen Achtelfinalisten in der Champions League. Und das zu einem Zeitpunkt, in dem mit Russland und der Ukraine zwei Nationen im Ranking vor der Schweiz lagen, die heute wegen des Kriegs entweder gesperrt sind (Russland) oder sportlich keine Rolle mehr spielen (Ukraine).
Damals kämpfte die Schweiz darum, einen Vertreter direkt in die Gruppenphase der Champions League schicken zu dürfen. Heute liegt die Schweiz in Europa noch auf Rang 16. Sie ist links und rechts überholt worden von Ländern wie Polen, Tschechien, Norwegen oder Zypern.
Das grosse Ziel heisst: Rang 15
Die Folge: Statt fünf Vereinen dürfen nur noch vier in europäischen Wettbewerben starten. Statt zwei Klubs in der Qualifikation zur Champions League nur noch einer. Von einer direkten Qualifikation für die Königsklasse träumen nicht einmal die grössten Optimisten.
Das Ziel heisst nun: Rang 15. Ab dort erhält ein Land fünf Startplätze. Ab dort darf sich auch der Vizemeister in der Qualifikation zur Champions League versuchen. Was die Chance, irgendeine europäische Gruppenphase zu erreichen, erhöht.
Das beweist in dieser Saison der FC Thun, der von seinen drei Qualifikations-Gegnern bloss jenen aus Island schlagen musste, um die Conference League zu erreichen.
Die Schweizer Klubs haben also grösstes Interesse daran, zumindest Rang 15 wieder zurückzuerobern. Das Problem ist nur: Das Rennen ist in dieser Saison verloren, bevor es eigentlich begonnen hat.
Der Uefa-Koeffizient wird nämlich aus den Resultaten der letzten fünf Jahre berechnet. Und da haben sich die Schweizer Vertreter nicht eben mit Ruhm bekleckert. Der Abstand zu Zypern auf Rang 15 ist darum bereits so gross, dass er kaum aufzuholen ist.
Die 3,74 Punkte wirken zwar auf den ersten Blick nach wenig. Aber der Abstand vergrössert sich, weil jeder Punkt durch die Anzahl der gestarteten Teams geteilt wird. Heisst, die Schweizer Teams müssen ab jetzt 15 Punkte mehr sammeln als die zwei verbliebenen Vertreter Zyperns. Pro Sieg gibt es zwei, pro Unentschieden einen Zähler.
Der Schweiz fehlen besonders die Punkte der nationalen Riesen aus Basel und Bern. Der FC Basel ist im europäischen Ranking in den letzten fünf Jahren von Rang 29 auf Rang 88 gefallen. Die Young Boys von 46 auf 92. In diesem Sommer durften beide nach der komplett missglückten letzten Saison nicht einmal starten.
Heisst: Andere müssen in die Bresche springen. Und für einmal haben alle gestarteten Schweizer Vertreter tatsächlich Energie in die europäischen Spiele investiert.
Für Sion dürfte der holländische Riese Ajax zwar etwas zu gross sein. Aber Thun ist bereits sicher in der Conference League. Lugano mit einem 2:1-Heimsieg im Hinspiel gegen Maccabi Tel Aviv auf dem besten Weg. Und auch den St. Gallern ist es zuzutrauen, dass sie zu Hause ein 0:1 gegen den dänischen FC Nordsjaelland aufholen.
Drei Klubs der Super League in einer Gruppenphase: Das wäre wichtig. Denn das Rennen um Rang 15 mag zwar in diesem Jahr bereits verloren sein. Aber weil die Resultate dieser Saison für die nächsten vier Jahre mitzählen, zählt trotzdem jeder Punkt. Damit die Schweiz vielleicht nächstes Jahr wieder eine Chance hat, verlorenen Boden gutzumachen.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | BSC Young Boys | 4 | 10 | 10 | |
2 | FC Lugano | 3 | 9 | 9 | |
3 | FC Basel | 4 | 3 | 9 | |
4 | FC St. Gallen | 3 | 2 | 7 | |
5 | FC Sion | 3 | 2 | 6 | |
6 | FC Lausanne-Sport | 4 | 0 | 5 | |
7 | FC Luzern | 4 | -4 | 4 | |
8 | Servette FC | 3 | -1 | 3 | |
9 | FC Thun | 3 | -6 | 3 | |
10 | FC Zürich | 4 | -6 | 3 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 3 | -4 | 1 | |
12 | FC Vaduz | 4 | -5 | 0 |












