Darum gehts
- Ludovic Magnin kämpft um seinen Trainerposten bei FC Basel gegen Zürich
- Die Leistungen gleichen sich derzeit den schwachen Resultaten an
- Die Offensivspieler machen unter Magnin keine Fortschritte
Eines muss man Ludovic Magnin (46) lassen: Der Trainer des FC Basel ist keiner, der in den üblichen Verfolgungswahn vieler seiner Amtskollegen verfällt. Wenn es nicht läuft, sieht Magnin den Fehler nicht zuallererst bei anderen. Dann verbeisst er sich nicht in die Kritiker – sondern setzt sich mit der Kritik auseinander.
Das ist ein Wesenszug, der einem nur helfen kann, der auf einem der heissesten Stühle im Schweizer Fussball sitzt. Aber das alleine reicht nicht, um den Job länger zu behalten. Nach der Gruselvorstellung in Salzburg ist der Auftritt beim FC Zürich von den Verantwortlichen öffentlich zum Schicksalsspiel ausgerufen worden.
Der FCB-Sportchef zimmert sich eine Hintertür
Siegen – oder fliegen? Vielleicht stimmt nicht einmal das. Es ist gut möglich, dass Magnin selbst mit drei Punkten in Zürich seine Haut nicht mehr retten kann. Wie hat Daniel Stucki (44) am Flughafen von Salzburg gesagt? Nicht der Sieg alleine sei wichtig: «Vor allem auch, wie wir gegen Zürich spielen. Die Art und Weise.»
Der Basler Sportchef hat sich da eine nette, kleine Hintertür gezimmert. Sie erlaubt ihm selbst im Falle eines Basler Erfolgs im Letzigrund eine Entlassung ohne Wortbruch.
Zumal die Basler Sportkommission in der Nacht von Donnerstag auf Freitag ihre Magnin-Bilanz bereits gezogen haben dürfte. Und die kann nicht in vielen Punkte zugunsten des FCB-Trainers ausgefallen sein.
Für Magnin spricht, dass Stucki im Sommer von dem überzeugt war, was der Trainer in der Vorsaison mit Lausanne geleistet hat. Ebenfalls zufrieden war der Sportchef lange von der Arbeit auf dem Trainingsplatz. Und die Basler kassieren die wenigsten Gegentore der Liga.
Die Leistungskurve zeigt in die falsche Richtung
Lange hat auch für Magnin gesprochen, dass die Resultate seines FCB oft schlechter waren als die Leistungen. Stichwort: miese Chancenverwertung. Es gibt Statistiken, die belegen, dass die Basler regelmässig mehr und bessere Chancen als ihre Gegner hatten – und die Spiele trotzdem nicht gewannen.
Auch das dürfte die Sportkommission dazu bewogen haben, Magnin nicht vor der Winterpause auszuwechseln. Im Normalfall gleichen sich die Resultate den Leistungen an. Sprich: Wer sich ständig mehr Torgelegenheiten herausspielt, wird irgendwann anfangen, seine Spiele zu gewinnen.
Magnins Problem: Unter ihm geschieht derzeit genau das Gegenteil. Die Resultate gleichen sich nicht den guten Leistungen an. Stattdessen passen sich die Leistungen den schwachen Resultaten an. Womit das wichtigste Argument für Magnin in sich zusammenfällt.
In anderen Bereichen ist seine Bilanz von A bis Z mager. Kein einziger Spieler aus dem Basler Nachwuchs hat unter ihm einen Schritt in Richtung der ersten Mannschaft gemacht. Innenverteidiger-Talent Marvin Akahomen (18) steht bei null Minuten Einsatzzeit. Flügel Junior Zé (19) strebt die Flucht nach Dänemark an, um spielen zu können. Andere gibt es nicht.
Und all die ausländischen Talente auf dem Flügel, die dem FCB dereinst Millionen in die Kassen spülen sollen? Allesamt seit Monaten in Unterform. Bénie Traoré (23) wirkt wie ein Schatten seiner selbst. Marin Soticek (21) ist wirr wie eh und je. Jeremy Agbonifo (20) spielt, als sei Fussball eine Einzelsportart. Ibrahim Salah (24) scheint seinen mässig talentierten Zwilling nach Basel geschickt zu haben. Und selbst der Dauer-Wechselwillige Philip Otele (26) mit seinen acht Saisontoren in drei Wettbewerben ist weit von den Leistungen der Vorsaison entfernt.
Den Glauben des Präsidenten dürfte Magnin verloren haben
Es mag bei jedem Spieler individuelle Gründe für die Leistungsdelle geben. Aber wenn über Monate keiner funktioniert, müssen die Verantwortlichen beim FCB auf der Suche nach Antworten zwangsläufig irgendwann bei Magnin landen.
Kommen dann noch grobe taktische Fehler wie bei der Niederlage in Salzburg hinzu, wird das Eis für einen FCB-Trainer sehr dünn. Am Donnerstag jedenfalls tun die Basler in Halbzeit eins alles, um ständig blind in die Pressingfalle der eigentlich ebenfalls kriselnden Salzburger zu laufen.
Den Glauben von FCB-Präsident David Degen (42) dürfte Magnin spätestens mit dem Absturz in der Red-Bull-Arena verloren haben. Hat er wenigstens noch den von Sportchef Stucki? Zumindest eins hat Ludovic Magnin noch: das Spiel in Zürich.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 20 | 18 | 43 | |
2 | FC St. Gallen | 19 | 16 | 37 | |
3 | FC Lugano 0:0 | 21 | 8 | 37 | |
4 | FC Basel | 20 | 8 | 33 | |
5 | FC Sion | 20 | 6 | 31 | |
6 | BSC Young Boys | 20 | -2 | 29 | |
7 | FC Lausanne-Sport 0:0 | 21 | 3 | 28 | |
8 | FC Zürich | 20 | -7 | 25 | |
9 | FC Luzern | 20 | -3 | 21 | |
10 | Servette FC | 20 | -7 | 21 | |
11 | Grasshopper Club Zürich 0:0 | 21 | -11 | 18 | |
12 | FC Winterthur 0:0 | 20 | -29 | 11 |

