Vor dem Cupspiel gegen den FCZ
Der FC Aarau spielt das brutalste Leiterlispiel der Schweiz

Im Mai stand der FC Aarau wieder einmal mit eineinhalb Beinen in der Super League. Das Scheitern gegen GC in der Barrage wirkt bis heute nach. Die Aarauer gehen mit Problemen in den Cup-Knaller gegen den FC Zürich.
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Harte Landung in einer weiteren Saison der Challenge League: Shkelqim Vladi bei der 1:2-Niederlage gegen Nyon.
Foto: Pascal Muller/freshfocus
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Florian RazReporter Fussball

Bei diesem Gesprächsbeginn stutzt Sandro Burki (41) kurz. «Ist das jetzt ein Witz?», fragt der Verwaltungsratspräsident des FC Aarau. Aber nein, die Frage von Blick ist ernst gemeint: Spielen Sie gerne das Leiterlispiel, Herr Burki? Dieses Würfelspiel, bei dem man mit etwas Pech ganz viele Felder zurückgeschickt wird?

So muss sich das Leben doch anfühlen für jemanden, der sich jede Saison aufmacht, um den Aufstieg in die Super League zu jagen. Nur um immer und immer wieder auf dem letzten Feld vor dem Ziel auf der Rutsche zu landen, die direkt zurück auf das Startfeld führt.

Im Mai platzte der Traum gleich zweimal

Im Mai war der Sturz mal wieder besonders brutal. Erst verspielten die Aarauer nach einer 2:0-Führung gegen Yverdon zu Hause den direkten Aufstieg. Dann scheiterten sie an zitternden Grasshoppers in der Verlängerung des Barrage-Rückspiels.

Seit 2015 leben die Aarauer nun schon im Fegefeuer des Schweizer Profifussballs. Eigentlich ein wenig zu gross für die Challenge League. Aber halt doch nicht gross genug für die Super League. Selbst wenn diese auf zwölf Teams aufgestockt worden ist.

Der Rückschlag im Frühjahr hat den FCA so durchgerüttelt, dass die Folgen bis heute spürbar sind. Kurz vor dem Cup-Highlight gegen den FC Zürich ist Aarau mit einem 1:2 gegen Schlusslicht Nyon ins Niemandsland der Challenge League abgestürzt.

Natürlich ist Burki kein Fan des Leiterlispiels. «Es braucht viel Kraft, um immer wieder aufzustehen», gibt er offen zu. Und hisst trotzdem nicht die weisse Flagge: «Es gibt Leute, die uns sagen: ‹Ihr schafft es ja sowieso nie.› Aber aufzugeben kommt für uns nicht infrage.»

Dieser Sommer war besonders schwierig für den FCA. Die Leistungsträger Marvin Hübel (23), Valon Fazliu (30), Elias Filet (24), Nassim Zoukit (25), Leon Frokaj (21) und Dorian Derbaci (20) haben den Klub verlassen. Die Neuzugänge kamen erst spät und meist ohne Spielpraxis. In den Sommertrainings waren zeitweise zu wenige Profis auf dem Feld, um elf gegen elf zu spielen.

Die Aarauer brauchen das Transfergeld

Burki bestreitet die Widrigkeiten des Transfersommers nicht. Aber er versucht, dem Ganzen auch eine positive Seite abzugewinnen: «Natürlich wollen wir nicht jeden Sommer fünf, sechs gewichtige Abgänge. Aber es ist ja auch schön, dass so viele junge Spieler eine gute Entwicklung gemacht haben und ins Ausland oder in die Super League wechseln können.»

Nicht zuletzt bezahlt der FCA mit diesen Transfers seine Rechnungen. «Wir haben keinen Mäzen und keinen Investor, der Löcher stopft», sagt Burki. Und stellt mit einem gewissen Stolz fest: «Wir haben lange damit gekämpft, das strukturelle Defizit wegzubringen. Jetzt sind wir selbsttragend. Und damit in der Lage, Überschüsse in den Verein zu investieren. In den Nachwuchs, die erste Mannschaft und die Infrastruktur.»

Dann ist da noch immer das Problem Brügglifeld ist. Das Stadion ist zwar für Fussball-Nostalgiker ein Highlight. Den Verein aber kostet das 102 Jahre alte Stadion viel Geld. Zwischen zwei und drei Millionen Franken fliessen in aktuelle und bevorstehende Sanierungen. Zahlen müssen die Platzgenossenschaft und der FCA.

«Das sind für unsere Grössenordnung natürlich Riesenbeträge», sagt Burki, «aber ohne können wir keinen Profifussball mehr auf dem Brügglifeld spielen.»

Mehr Fans trotz eines schwachen Starts

Dorthin zieht es die Fans noch immer. Fast 4700 Menschen sind bislang im Schnitt an die FCA-Heimspiele gekommen. «Mehr als zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison», freut sich Burki. Und das, obwohl das Team von Trainer Brunello Iacopetta (41) bislang fussballerisch enttäuscht.

Für Burki ist dieser Zuspruch trotz sportlicher Probleme kein Zufall. Er selbst ist seit über zwanzig Jahren in verschiedensten Funktionen im Verein. Mit der Erfahrung als Spieler, Sportchef, CEO und nun geschäftsführender Präsident sagt er: «Natürlich sehen die Fans in erster Linie die Resultate. Aber sie sehen auch, dass ehrliche Arbeit im Sinne des Vereins geleistet wird. Das führt dazu, dass sie uns auch in schwierigen Zeiten unterstützen.»

Aber er weiss auch, dass Sympathien allein nicht genügen. «Die Leute sollen Freude an dem haben, was auf dem Rasen passiert», sagt Burki. Und muss wissen, dass das nicht der Fall sein kann, wenn der Rückstand auf Yverdon auf dem Barrageplatz sieben Punkte beträgt. Und gar zwölf Zähler auf Leader Lausanne-Ouchy.

Vor einem Jahr warf Aarau YB aus dem Cup

Eigentlich müsste da ein Cupspiel gegen einen Verein aus der Super League eine willkommene Abwechslung sein. Zumal die Erinnerung an den Sieg gegen die Young Boys vor einem Jahr noch frisch ist.

Allerdings waren die Aarauer damals gerade in einer guten Phase – und YB mitten in einer grundlegend missratenen Saison. «Ich bin überzeugt, dass wir unsere Chancen haben. Auch wenn der FCZ der klare Favorit ist», meint Burki.

Und wer weiss? Vielleicht ist das Spiel gegen die Zürcher ja der Moment, an dem der FC Aarau so richtig in die Saison findet. Aufgegeben haben die Aarauer den Aufstieg laut Burki nämlich noch lange nicht: «Ich glaube an unsere Qualität und daran, dass nach wie vor alles möglich ist.»

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Brack Super League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Lugano
FC Lugano
10
24
28
2
BSC Young Boys
BSC Young Boys
10
15
22
3
FC Sion
FC Sion
10
6
19
4
FC St. Gallen
FC St. Gallen
10
-2
16
5
FC Zürich
FC Zürich
10
-4
14
6
Servette FC
Servette FC
10
1
13
7
FC Basel
FC Basel
10
-3
13
8
FC Luzern
FC Luzern
10
-5
12
9
FC Thun
FC Thun
10
-10
10
10
FC Vaduz
FC Vaduz
10
0
9
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
10
-13
8
12
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
10
-9
6
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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