Vom Barfuss-Kicker im Berner Oberland zum Nati-Talent
Lou Marley träumt von der grossen Bühne

Einst hat er barfuss auf Wiesen im Berner Oberland gekickt, heute spielt er für die Schweizer U19-Nati: Lou William Marley White lebt seinen Traum – und will ihn in Spanien Schritt für Schritt weiter verwirklichen.
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Foto: zVg
Talent Lou Marley: Sein Weg zu Girona und zur U19-EM
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Carlo Emanuele FrezzaReporter Fussball

Barfuss auf einer weiten Wiese im Berner Oberland, den Ball stets am Fuss, zieht der sechsjährige Lou William Marley White durchs Grün. Die Berge wirken mächtig, die Luft ist klar – und mittendrin ist ein Kind, das vom Fussball nicht genug bekommt. Stundenlang bleibt der Junge draussen, es gibt nur ihn und den Ball. Zwischen Wiesen und Bergen legt er hier den Grundstein für die feine Technik, die ihn bis heute auszeichnet.

Am Sonntag hat der heutige Flügelstürmer seinen 19. Geburtstag gefeiert. Bis auf seine Liebe zum Fussball hat sich inzwischen viel verändert. Vor zehn Jahren tauschte er mit seiner Familie die Berge gegen das Meer: Von Frutigen ging es nach Barcelona. Dort ist aus dem fussballbegeisterten Kind ein Teenager geworden, der Potenzial für eine Profikarriere mitbringt. Auf dem Platz tritt er nur noch unter dem Namen Lou Marley auf. Die Träume, die auf Wiesen vor einer Bergkulisse begonnen haben, sollen Wirklichkeit werden.

«Eine Ehre für mich»

In diesen Tagen steht Lou erstmals im Kreis der Schweizer Jugendauswahlen. Am Mittwoch hat er für die U19-Nati gegen Kroatien debütiert. «Für die Schweiz aufgeboten zu werden, ist eine Ehre. Als ich den Anruf bekam, war ich sehr stolz und dankbar – das motiviert mich noch mehr, jeden Tag hart weiterzuarbeiten», sagt er gegenüber Blick.

Inzwischen ist der Flügelstürmer bei Girona unter Vertrag.
Foto: zVg

Im letzten Sommer waren mehrere spanische Klubs (darunter Girona und Espanyol) hinter Lou her. Er entschied sich letztlich für den Erstgenannten. Beim Verein, der zur City Football Group gehört – zu der auch Manchester City und Palermo zählen –, trainierte er bereits mit den Profis. «Das war ein grosser Motivations- und Selbstvertrauensschub für mich», erzählt er. Aktuell läuft er für die höchste Jugendmannschaft auf und kommt zudem regelmässig bei Girona B, der zweiten Mannschaft, zum Einsatz.

Die Privatperson Lou

Doch wer ist Lou jenseits des Spielfelds? Geboren wurde er in Winterthur. Seine Mutter stammt aus der Romandie und war Leichtathletin, sein Vater ist Musiker aus Barbados. Damit er mehr Zeit in der Natur verbringen konnte, zog die Familie früh ins Berner Oberland. Heute spricht Lou, der neben dem Schweizer Pass bald auch die spanische Staatsbürgerschaft erhält, fünf Sprachen: Spanisch, Englisch, Deutsch, Französisch und Katalanisch – ein Spiegel seines internationalen Lebens.

Bei Girona trainierte Lou Marley auch schon mit den Profis.
Foto: zVg

Im Berner Oberland drehte sich für Lou alles um Fussball, erzählt seine Mutter. Neymar war sein Idol, Barcelona sein Traumverein – und jeder Tag draussen war eine Gelegenheit, besser zu werden. Lautstark schallte jeweils die Barça-Hymne über die Wiesen, während er mit dem Ball vor dem Haus Dribblings einstudierte. Im Sommer barfuss, im Winter schaufelte er zuerst den Schnee weg, um dann mit seinen Nockenschuhen, die er oft sogar unter die Bettdecke nahm, weiterzuspielen.

Bewunderung für Shaqiri, Xhaka und Co.

Schon früh erkannten sie im Berner Oberland sein Talent: Im Alter von drei Jahren trat Lou dem FC Frutigen bei und spielte später auch bei Köniz. Die Mutter fuhr ihn regelmässig zu den Trainings. In dieser Zeit entwickelte er auch seine Begeisterung für die Schweizer Nati. «Seit ich ein Kind bin, habe ich Spieler wie Granit Xhaka, Xherdan Shaqiri und Ricardo Rodriguez verfolgt und beobachtet – grossartige Spieler, deren Konstanz und Mentalität ich bewundere», schwärmt er.

Lange lief er beim Schweizer Fussballverband unter dem Radar. Nun ist er für die U19 im Einsatz.
Foto: zVg

Der Umzug nach Spanien eröffnete ihm neue Wege: Lou trat der Fussballschule von Barcelona bei und wurde ein paarmal in die weltberühmte «La Masia» eingeladen. Kurze Zeit später probierte er Futsal, kehrte dann aber wieder zum traditionellen Fussball zurück. Über Hospitalet und Sabadell ist er schliesslich bei Girona gelandet, wo er nun seine nächsten Schritte in Richtung Profikarriere macht.

Beim Schweizer Fussballverband lief Lou lange unter dem Radar. Heute ist er als rechter Flügel Teil der U19, die sich für die EM im kommenden Sommer qualifizieren will. «An der U19-EM zu spielen, wäre eine grossartige Gelegenheit, und ich wäre sehr stolz, mein Land vertreten zu dürfen», sagt er. Es wäre die erste grosse Belohnung für einen Weg, der einst barfuss auf den Wiesen des Berner Oberlands begonnen hat – mit dem Ball am Fuss und grossen Träumen im Kopf.

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WM-Quali Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Deutschland
Deutschland
6
13
15
2
Slowakei
Slowakei
6
-2
12
3
Nordirland
Nordirland
6
1
9
4
Luxemburg
Luxemburg
6
-12
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweiz
Schweiz
6
12
14
2
Kosovo
Kosovo
6
1
11
3
Slowenien
Slowenien
6
-5
4
4
Schweden
Schweden
6
-8
2
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe C
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schottland
Schottland
6
6
13
2
Dänemark
Dänemark
6
9
11
3
Griechenland
Griechenland
6
-2
7
4
Belarus
Belarus
6
-13
2
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe D
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Frankreich
Frankreich
6
12
16
2
Ukraine
Ukraine
6
-1
10
3
Island
Island
6
2
7
4
Aserbaidschan
Aserbaidschan
6
-13
1
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe E
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Spanien
Spanien
6
19
16
2
Türkei
Türkei
6
5
13
3
Georgien
Georgien
6
-8
3
4
Bulgarien
Bulgarien
6
-16
3
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe F
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Portugal
Portugal
6
13
13
2
Irland
Irland
6
2
10
3
Ungarn
Ungarn
6
1
8
4
Armenien
Armenien
6
-16
3
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe G
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Niederlande
Niederlande
8
23
20
2
Polen
Polen
8
7
17
3
Finnland
Finnland
8
-6
10
4
Malta
Malta
8
-15
5
5
Litauen
Litauen
8
-9
3
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe H
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Österreich
Österreich
8
18
19
2
Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
8
10
17
3
Rumänien
Rumänien
8
9
13
4
Zypern
Zypern
8
0
8
5
San Marino
San Marino
8
-37
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe I
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Norwegen
Norwegen
8
32
24
2
Italien
Italien
8
9
18
3
Israel
Israel
8
-1
12
4
Estland
Estland
8
-13
4
5
Moldawien
Moldawien
8
-27
1
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe J
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Belgien
Belgien
8
22
18
2
Wales
Wales
8
10
16
3
Nordmazedonien
Nordmazedonien
8
3
13
4
Kasachstan
Kasachstan
8
-4
8
5
Liechtenstein
Liechtenstein
8
-31
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe K
Mannschaft
SP
TD
PT
1
England
England
8
22
24
2
Albanien
Albanien
8
2
14
3
Serbien
Serbien
8
-1
13
4
Lettland
Lettland
8
-10
5
5
Andorra
Andorra
8
-13
1
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe L
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kroatien
Kroatien
8
22
22
2
Tschechien
Tschechien
8
10
16
3
Färöer
Färöer
8
2
12
4
Montenegro
Montenegro
8
-9
9
5
Gibraltar
Gibraltar
8
-25
0
Qualifiziert
Playoffs
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