Nicht nur Elvedi ist Kunde
Der einst schnellste Schweizer trimmt jetzt unsere Nati-Stars

Nico Elvedi spielt eine starke WM, Noah Okafor hat eine der besten Saisons mit seinem Klub Leeds hinter sich. Was beide gemeinsam haben: Sie trainieren unter Anleitung von Speed- und Performance-Coach Rolf Fongué spezifisch Schnelligkeit. Die Arbeit macht sich bezahlt.
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Christian FinkbeinerStv. Fussballchef

Nico Elvedi gehört zu den besten Verteidigern an dieser WM. Mit 29 ist der Zürcher so fit wie noch nie, was auch damit zu tun hat, dass er vor gut einem Jahr seinen Trainingsalltag umgestellt hat. Er hat nicht nur in der Ernährung Veränderungen vorgenommen, sondern setzt mit Rolf Fongué (38) auf einen persönlichen Speed- und Performance-Trainer. Die Zusammenarbeit trägt Früchte. «Allein im ersten halben Jahr hat Nico seine Geschwindigkeit von 32,4 km/h auf 34,6 km/h gesteigert», sagt Fongué. Im Idealfall könne ein Athlet seine Spitzengeschwindigkeit sogar innerhalb eines einzelnen Trainings bis zu 1,5 km/h verbessern.

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Nico Elvedi ist einer der besten Nati-Spieler an dieser WM.
Foto: TOTO MARTI

Wie geht das? «Der grösste und schnellste Hebel ist die Biomechanik», sagt Fongué, der schnell festgestellt hat, dass bei Fussballern in diesem Bereich noch Defizite bestehen. «Sprinttrainings von hoher Qualität werden im Fussball kaum gemacht. Viele wissen nicht, wie sie ihren Körper ansteuern können.» Er zieht einen Vergleich zur Formel 1. «Du kannst zwar das Auto auf 600 PS tunen, aber wenn der Fahrer damit nicht umzugehen weiss, dann hilft dir das alles nichts.»

Einst einer der schnellsten Männer der Schweiz

Fongué war selbst Spitzensportler. Der Zürcher gehörte einst zu den schnellsten Sprintern des Landes. Von 2010 bis 2012 war er dreimal Schweizer Meister über 100 m, seine persönliche Bestzeit liegt bei 10,25 Sekunden. International feierte er seinen grössten Erfolg 2012 an den Europameisterschaften in Helsinki, als er mit der Schweizer 4x100-m-Staffel eine Medaille als Fünfter nur um 37 Hundertstel verpasste.

Nach der Karriere war Fongué Leiter eines Fitnesscenters, ehe er sich 2023 selbständig machte. Mehr aus Zufall kam er zum Fussball. Bekannte fragten ihn um Tipps, wie ihr Sohn, der in der U14 spielte, schneller werden könnte. Einmal die Woche nahm sich Fongué dieses an, innerhalb weniger Monate verbesserte sich dessen Schnelligkeit massiv. Inzwischen hat er vier Mitarbeiter und betreut rund 60 Fussballer. Seine bekanntesten Klienten: die Nati-Cracks Nico Elvedi und Noah Okafor. Auch Alessandro Vogt, Silvan Hefti und Ridle Baku haben schon auf seine Expertise gezählt.

Die überwiegende Mehrheit der Spieler meldet sich via Instagram bei Fongué. Zuerst gibt es via Videocall ein Kennenlerngespräch, in dem der Spieler über seine Situation und Beweggründe spricht und Fongué von seinen Erfahrungen und seiner Herangehensweise erzählt. Im zweiten Gespräch geht es dann mehr ins Detail. «Was sind die Defizite? Wie ist der Ablauf der Zusammenarbeit? Was ist die Zielsetzung?» Dabei einigt man sich darauf, dass die Zusammenarbeit mindestens ein Jahr dauern sollte.

Training auf Distanz – kein Problem

Fongué hat bewusst eine Methode entwickelt, mit der er auch Trainings online via Zoom oder Google Meet und damit ortsunabhängig anleiten kann. Mit Elvedi zum Beispiel führt er während der Bundesliga-Saison zwei persönliche Online-Sessions pro Monat durch. «Er ist dann mit dem Stativ und den AirPods auf dem Trainingsplatz. Er hört mich, ich sehe ihn.» Während der Saisonvorbereitung oder jetzt vor dem WM-Zusammenzug trafen sich die beiden mehrmals persönlich für eine Einheit. «Ich war einmal im Nati-Camp in St. Gallen. Und am freien Tag vor der Abreise in die USA war Nico bei mir in Dübendorf.»

Während der WM ist Fongué im Austausch mit seinem Klienten. Dieser wird auch angehalten, täglich ein individuelles Programm durchzuführen, das 20 bis 30 Minuten dauert. «Wie so oft im Sport geht es um Repetition. Der Körper muss Abläufe verinnerlichen und automatisieren, weil du dich während des Spiels nicht darauf fokussieren kannst», sagt Fongué. Die grosse Herausforderung beim Fussball sei es, dass es nicht nur lineare Sprints gebe. «Antritt, Beschleunigung, Richtungswechsel, Abbremsen. Zudem muss sich der Spieler zeitgleich auf den Gegner, den Ball und die Mitspieler fokussieren. Das macht es auch für mich sehr spannend.»

Gut als Verletzungsprophylaxe

Dank der Erfahrungen und den Feedbacks der Spieler entwickelt Fongué seine Methode immer weiter. Ein wichtiger Punkt ist auch, dass der Körper dank gezieltem Krafttraining resistent wird, um die Trainingsreize aufzunehmen. Dies hat er im Fall von Noah Okafor geschafft. Der schnelle Flügelstürmer hatte vor seinem Wechsel zu Leeds im letzten Sommer immer wieder kleinere muskuläre Verletzungen. Diese bekamen die beiden dank der Zusammenarbeit in den Griff – bis zu diesem Frühjahr. 

«Wir haben im Sprinttraining aufgrund der vielen Spiele mit Leeds und der grossen Belastungen etwas den Load gesenkt», sagt Fongué. «Dies war im Nachhinein aber nicht ideal und ist auch ein Learning für mich.» Wegen einer Wadenverletzung verpasste Okafor die Schlussphase seiner persönlich sehr starken Saison und rückte mit einem leichten Trainingsrückstand ins Nati-Camp ein.

Doch auch bei Okafor zahlt sich die Zusammenarbeit aus, schliesslich spielte er seine persönlich beste Saison bei Leeds (8 Tore) und schaffte damit erst überhaupt den Sprung in das WM-Kader. Und neben mehr Speed, mehr Power und mehr Resilienz kommt auch noch ein anderer Faktor hinzu. «Ich fühle mich wieder extrem wohl auf dem Platz», sagte Elvedi vor WM-Beginn. «Ich merke einen riesigen Unterschied zu früher.» Das ist dem Verteidiger während der WM anzumerken.

Noch näher dran an der Schweizer Nati

Füge jetzt die Fussball-Nati deinen Teams hinzu, um nichts mehr zu verpassen. 

WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Mexiko
Mexiko
3
6
9
2
Südafrika
Südafrika
3
-1
4
3
Südkorea
Südkorea
3
-1
3
4
Tschechien
Tschechien
3
-4
1
K.o.-Phase
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweiz
Schweiz
3
4
7
2
Kanada
Kanada
3
5
4
3
Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
3
-1
4
4
Katar
Katar
3
-8
1
K.o.-Phase
Gruppe C
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Brasilien
Brasilien
3
6
7
2
Marokko
Marokko
3
3
7
3
Schottland
Schottland
3
-3
3
4
Haiti
Haiti
3
-6
0
K.o.-Phase
Gruppe D
Mannschaft
SP
TD
PT
1
USA
USA
3
4
6
2
Australien
Australien
3
0
4
3
Paraguay
Paraguay
3
-2
4
4
Türkei
Türkei
3
-2
3
K.o.-Phase
Gruppe E
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Deutschland
Deutschland
3
6
6
2
Elfenbeinküste
Elfenbeinküste
3
2
6
3
Ecuador
Ecuador
3
0
4
4
Curacao
Curacao
3
-8
1
K.o.-Phase
Gruppe F
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Niederlande
Niederlande
3
6
7
2
Japan
Japan
3
4
5
3
Schweden
Schweden
3
0
4
4
Tunesien
Tunesien
3
-10
0
K.o.-Phase
Gruppe G
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Belgien
Belgien
3
4
5
2
Ägypten
Ägypten
3
2
5
3
Iran
Iran
3
0
3
4
Neuseeland
Neuseeland
3
-6
1
K.o.-Phase
Gruppe H
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Spanien
Spanien
3
5
7
2
Kap Verde
Kap Verde
3
0
3
3
Uruguay
Uruguay
3
-1
2
4
Saudi Arabien
Saudi Arabien
3
-4
2
K.o.-Phase
Gruppe I
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Frankreich
Frankreich
3
8
9
2
Norwegen
Norwegen
3
1
6
3
Senegal
Senegal
3
2
3
4
Irak
Irak
3
-11
0
K.o.-Phase
Gruppe J
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Argentinien
Argentinien
3
7
9
2
Österreich
Österreich
3
0
4
3
Algerien
Algerien
3
-2
4
4
Jordanien
Jordanien
3
-5
0
K.o.-Phase
Gruppe K
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kolumbien
Kolumbien
3
3
7
2
Portugal
Portugal
3
5
5
3
Demokratische Republik Kongo
Demokratische Republik Kongo
3
1
4
4
Usbekistan
Usbekistan
3
-9
0
K.o.-Phase
Gruppe L
Mannschaft
SP
TD
PT
1
England
England
3
4
7
2
Kroatien
Kroatien
3
0
6
3
Ghana
Ghana
3
0
4
4
Panama
Panama
3
-4
0
K.o.-Phase
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