VA Nati-Stimmen nach Sieg gegen Nordmazedonien
3:23
Akanji über Nati-Absenzen:«Ich hoffe, sie kommen zurück – wir brauchen sie»

Treue-Punkte statt junge Wilde
Darum müssen Boteli und Sanches bei Yakin hinten anstehen

37 Minuten für Winsley Boteli, 23 Minuten für Alvyn Sanches. So erklärt Murat Yakin, warum er seinen Offensiv-Talenten so wenig Auslauf gegeben hat.
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Haarscharf vorbei: Winsley Boteli verpasst sein erstes Tor für die Nati.
Foto: Toto Marti
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Florian RazReporter Fussball

Drei Spiele, drei Siege zum Start der Nations League. Dazu den klar schwächsten Gegner dieser Gruppe vor der Brust.

Murat Yakin (52) hat an diesem Abend in Luzern die Wahl: Er könnte die jungen Wilden spielen lassen. Mal schauen, was ein Alvyn Sanches (23), was ein Winsley Boteli (20) wirklich draufhaben. Schliesslich haben die zwei bislang erst in der Schweizer Liga brilliert. Halten sie wirklich, was sich die Fan-Fantasie von ihnen verspricht? Yakin könnte zudem das dankbare Luzerner Publikum mit dem neuen Golden Boy des Schweizer Fussballs verwöhnen, Johan Manzambi (20).

Yakin denkt nicht an den Generationenwechsel

Aber Yakin entscheidet zunächst anders. Zwar wechselt er seine Startformation im Vergleich zum 2:1-Sieg gegen Slowenien auf gleich fünf Positionen. Aber der Nati-Trainer denkt dabei nicht an einen Generationenwechsel. Er testet nicht die mögliche Zukunft. Ausser hinten rechts, wo immerhin Sascha Britschgi (20) in seiner Geburtsstadt in seinem vierten Nati-Einsatz erstmals von Beginn weg auflaufen darf.

Ansonsten gibt der Nati-Trainer jenen Ergänzungsspielern einen Einsatz in der Startformation, die seit Jahren immer wieder kommen, wenn sie das Nationalteam ruft. Und die sich anschliessend nicht beklagen, wenn sie dann doch meistens nur auf der Bank sitzen.

Es beginnt in Luzern also der langjährige Stellvertreter Yvon Mvogo (32) im Tor anstelle von Gregor Kobel (28), der gar nicht erst im Aufgebot steht. Im zentralen Mittelfeld spielt Vincent Sierro (30) an der Seite von ­Djibril Sow (29).

Es wirkt nicht wie die experimentierfreudigste aller möglichen Aufstellungen. Und so sieht dann das Spiel der Schweizer auch aus. Immerhin ist es mit Fabian Rieder (24) der Fünfte «Neue», der das 1:0 schiesst – mit gütiger Mithilfe des Gegners.

Mit Manzambi sieht die Nati aufregender aus

Zur Halbzeit wechselt Yakin dann. Sow hat sich kurz vor der Pause am Oberschenkel verletzt. Sierro bleibt ebenso draussen. Für die zwei Routiniers kommen Ardon Jashari (24) und Johan Manzambi (20). Sofort treten die Schweizer anders auf. Manzambi schiesst das 2:0, er provoziert den Ballverlust vor dem 3:0.

Mit ihm sieht diese Nati einfach gleich viel aufregender aus.

Aber es bleibt dabei: Der Nati fehlen zwar die offensiven Stammkräfte Breel Embolo (29) und Ruben Vargas (28). Aber Yakin verzichtet bei diesem Zusammenzug in vier Spielen darauf, Boteli und Sanches gegen bescheidene Gegner eine ganze Halbzeit Einsatzzeit zu geben.

Yakin sagt: «Wir haben Spiele zu gewinnen»

Boteli kommt in der 70. Minute. Sanches wartet bis in die 86. Ein zusätzlicher Nati-Einsatz für die zwei. 37 Minuten Einsatzzeit erhält Boteli insgesamt in den vier Spielen gegen Nordmazedonien, Schottland und Slowenien. Sanches sogar nur 27.

Warum? Als Murat Yakin nach dem Spiel diese Frage hört, lächelt er. Dann findet er: «Was soll ich darauf antworten?» Und erklärt seine Gedanken dann doch: «Wir haben Spiele zu gewinnen. Und nicht auf Einsatzminuten zu achten. Sie sind das erste Mal dabei, sie müssen erst einmal schauen, wie das funktioniert.» Und: «Lieber spielen sie ein paar Minuten, als dass sie gar nicht eingesetzt werden.»

Heisst für die zwei: Geduld haben, auf die nächsten Chancen hoffen. Wobei die Einsatzzeiten nicht unbedingt länger werden dürften, wenn Embolo und Vargas beim nächsten Zusammenzug wieder dabei sein sollten.

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