Tausende kündigen TV-Abos
Bringen Juve-Fans den italienischen Fussball in Gefahr?

Im Zuge des Punkteabzugs haben Fans von Juventus Turin zu einer kuriosen Boykott-Aktion aufgerufen. Was ihnen aber wohl nicht ganz klar ist: Damit gefährden sie den ganzen Fussball in «Bella Italia».
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Fans von Juventus Turin rufen zum Boykott von Pay-TV-Sendern auf.
Foto: imago images/Sportimage

Juventus Turin befindet sich tief im Schlamassel, sportlich wie auch geschäftlich. Einerseits liegt man nach dem Abzug der 15 Punkte in der Tabelle nur noch auf Platz 10, zudem droht dem Rekordmeister ein strafrechtliches Verfahren. Und nun könnten auch noch die eigenen Fans für finanzielle Probleme sorgen.

Wie diverse Medien berichten, sollen allein in der Provinz Apulien im Süden des Landes rund 13'000 Abonnements der Bezahlsender DAZN und Sky gekündigt worden sein. In Mitteilungen verschiedener Fanklubs werden weitere «Juventini» dazu aufgerufen, ihre Verträge mit den Pay-TV-Stationen ebenfalls zu beenden.

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Man solle sich von allem, was den italienischen Fussball betrifft, distanzieren, «ausser von unserem geliebten Juventus». «Wir finanzieren und unterstützen nur unsere Mannschaft, wir gehen ins Allianz-Stadion und nicht in die Gästesektoren anderer italienischer Vereine», heisst es weiter. Zeitungsabos und andere mediale Angebote sollen ebenfalls abgelehnt werden. Allerdings haben sie nicht bedacht, dass vor allem ihr Aufruf zum TV-Boykott verheerende Konsequenzen für den gesamten italienischen Fussball haben könnte – inklusive Juve.

Klubs leben vor allem von TV-Einnahmen

Sollten sich beispielsweise 500'000 Juve-Fans tatsächlich für eine Kündigung entscheiden, würden den Sendern – bei einem Abo-Preis von etwa 300 Franken pro Jahr – rund 150 Millionen durch die Lappen gehen. Und indirekt natürlich auch den Klubs. Im Report des Fussballverbandes für die Saison 2020/21 wurde etwa aufgezeigt, dass die Fernsehrechte durchschnittlich 47 Prozent der Gesamteinnahmen der Serie-A-Klubs ausmachten.

Die Wichtigkeit der Einnahmen über TV-Rechte lässt sich mit den Geschäftszahlen des 36-fachen Scudetto-Gewinners belegen. Juve nahm 2020/21 235,3 Millionen ein, was einem Anteil von knapp 49 Prozent (total 480,7 Mio.) entspricht. Zwar schrumpfte dieser Anteil in der letzten Saison auf 38 Prozent, dies aber nur, weil die Zuschauer nach der Pandemie ins Stadion zurückkehrten und dadurch die Ticket-Einnahmen wieder anstiegen.

Das verdeckt jedoch nicht die Tatsache, dass die italienischen Fussballklubs stark auf das TV-Geld angewiesen sind – insbesondere Juventus. Sollten die Bianconeri nämlich aufgrund des Punkteabzugs die Europacup-Plätze verpassen, gehen zusätzliche und vor allem wichtige Einnahmen flöten. (che)

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Serie A 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Inter Mailand
Inter Mailand
17
23
39
2
AC Mailand
AC Mailand
17
15
38
3
SSC Neapel
SSC Neapel
17
13
37
4
Juventus Turin
Juventus Turin
18
8
33
5
AS Rom
AS Rom
18
8
33
6
Como 1907
Como 1907
17
11
30
7
Bologna FC
Bologna FC
17
8
26
8
Atalanta BC
Atalanta BC
18
2
25
9
Lazio Rom
Lazio Rom
18
4
24
10
Sassuolo Calcio
Sassuolo Calcio
18
1
23
11
FC Turin
FC Turin
18
-8
23
12
Udinese Calcio
Udinese Calcio
18
-11
22
13
US Cremonese
US Cremonese
18
-3
21
14
Cagliari Calcio
Cagliari Calcio
18
-6
18
15
Parma Calcio
Parma Calcio
17
-7
18
16
US Lecce
US Lecce
17
-11
17
17
Genua CFC
Genua CFC
18
-10
15
18
AC Florenz
AC Florenz
18
-10
12
19
Pisa SC
Pisa SC
18
-12
12
20
Hellas Verona
Hellas Verona
17
-15
12
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