Darum gehts
- Alessandro Romano (20) erzielt erstes Serie-A-Tor für Cagliari
- Der italienische Verband bemüht sich um Romano, der SFV reagiert mit Eile
- Romano gewann Tausende Instagram-Follower – es wird die Entscheidung für Italien vermutet
Es sind bewegende Tage im Leben von Alessandro Romano (20). Vor einer Woche erzielte er für Cagliari bei seinem Startelf-Debüt in der Serie A sein erstes Profi-Tor – und was für eines. Obendrauf wurde er auch gleich noch zum Man of the Match gewählt. Die Folge: Ganz Italien schwärmt vom gebürtigen Winterthurer.
Die wichtigsten italienischen Sportzeitungen und TV-Stationen widmen dem Zürcher seit Tagen Beiträge. Francesco Velluzzi, der für die «Gazzetta dello Sport» über Cagliari berichtet, hatte Romano sogar schon vor Saisonstart als «Transfercoup» bezeichnet. Romano kam in diesem Sommer von der AS Roma, die den Mittelfeldspieler 2022 von der U18 des FC Winterthur in die italienische Hauptstadt lotste, in den U-Mannschaften ausbildete und in der abgelaufenen Saison zu Spezia Calcio in die Serie B ausgeliehen hatte. Auch auf Instagram macht sich der Hype bemerkbar: Innert weniger Tage hat der 20-Jährige mehrere Tausend neue Follower gewonnen.
Italien macht ernst bei Romano
Als wäre das Ganze nicht schon aussergewöhnlich genug, sass am vergangenen Wochenende auch noch der italienische Nationaltrainer Roberto Mancini (61) auf der Tribüne und beobachtete die Glanzleistung Romanos aus nächster Nähe. Wie Blick weiss, gab es vor und nach der Partie direkten Kontakt zwischen dem italienischen Verband und dem Umfeld des Supertalents.
Denn Romano besitzt auch den italienischen Pass und könnte sich damit für die Squadra Azzurra entscheiden. Der italienische Verband bemüht sich schon länger um ihn – zuletzt sogar sehr intensiv. Dies versetzte in den vergangenen Tagen wiederum die Entscheidungsträger beim Schweizerischen Fussballverband (SFV) in Alarmbereitschaft. Aus Italien ist gar zu vernehmen, dass sich der 20-Jährige bereits für Italien entschieden habe und Ende September in der Nations League unter Mancini zum Einsatz kommen werde.
Ist es also bereits zu spät? Noch-Nati-Direktor Pierluigi Tami will nicht in Panik verfallen: «Alessandro ist Schweizer Nachwuchsnationalspieler, der die Auswahlen des SFV durchlaufen und 34 Länderspiele für die Schweiz gespielt hat. Wir stehen darum schon seit langem in engem und regelmässigem Kontakt mit ihm. Wir wissen, dass sich der italienische Verband um ihn bemüht, haben aber keine Kenntnis von einem Entscheid für einen Nationenwechsel.»
Auch wenn es nur noch eine kleine Chance geben soll, will der SFV den Mittelfeldstrategen nicht kampflos aufgeben. Laut Blick-Informationen wird Nati-Trainer Murat Yakin (51) an diesem Wochenende kurzfristig höchstpersönlich nach Italien reisen, um Romano zu treffen und ihm einen gemeinsamen Plan für die kommenden Jahre aufzuzeigen. Zuletzt spielte der Winterthurer im vergangenen Oktober für die U20-Nati im Schweizer Dress, für die U21 wurde er bisher nicht aufgeboten.
Romano-Papa Umberto trainierte Akanji
Ob Yakin und der SFV bei ihrem Vorhaben womöglich noch Unterstützung vom Nati-Abwehrboss bekommen? Cagliari empfängt am Sonntag Inter Mailand und Manuel Akanji (31). Akanji und Romano sind sich bereits vor vielen Jahren begegnet, zu einer Zeit, als noch nicht absehbar war, dass die beiden einst als Fussballprofis in der Serie A aufeinandertreffen würden.
Rückblende ins Jahr 2009. Ein 14-jähriger Akanji spielt bei den Junioren des FC Winterthur. Sein Trainer: Umberto Romano (53), heute U19-Trainer von GC und Vater von Alessandro. «Manu war meine Nummer 10. Er war eher ein schüchterner, schmächtiger Spieler, aber immer aufmerksam und ging stets mit gutem Beispiel voran», erinnert sich dieser.
Kann der Nati-Abwehrboss noch helfen?
Die U13, U14 und U15 des FC Winterthur reisten damals gemeinsam ins Trainingslager nach Side in der Südtürkei. Mit dabei waren auch Romanos Frau sowie die gemeinsamen Söhne Luca und Alessandro. Am Ende des Trainingslagers entstand ein Foto, das Vater Umberto Romano noch heute mit Stolz aus seinem Archiv holt. Darauf zu sehen: Akanji – und unmittelbar vor ihm der dreijährige Alessandro Romano in den Armen seiner Mutter. Ob sich die beiden daran noch erinnern können? Wohl kaum.
Nach dem Schlusspfiff dürften die beiden ehemaligen Winterthur-Junioren aber bestimmt einen Moment Zeit finden, um sich auszutauschen und vielleicht sogar die Trikots zu tauschen – und Werbung für die Nati zu machen, damit sie sich in den kommenden Jahren auch im Nationalteam häufiger über den Weg laufen. Andernfalls droht der Verlust eines weiteren Toptalents.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | AS Rom | 1 | 4 | 3 | |
2 | Inter Mailand | 1 | 3 | 3 | |
3 | SSC Neapel | 1 | 2 | 3 | |
3 | US Lecce | 1 | 2 | 3 | |
5 | AC Mailand | 1 | 1 | 3 | |
5 | Atalanta BC | 1 | 1 | 3 | |
7 | Cagliari Calcio | 1 | 1 | 3 | |
7 | Juventus Turin | 1 | 1 | 3 | |
7 | Lazio Rom | 1 | 1 | 3 | |
10 | Como 1907 | 1 | 0 | 1 | |
10 | Udinese Calcio | 1 | 0 | 1 | |
12 | Sassuolo Calcio | 1 | -1 | 0 | |
12 | FC Turin | 1 | -1 | 0 | |
14 | Bologna FC | 1 | -1 | 0 | |
14 | Frosinone Calcio | 1 | -1 | 0 | |
14 | Parma Calcio | 1 | -1 | 0 | |
17 | Genua CFC | 1 | -2 | 0 | |
17 | FC Venedig | 1 | -2 | 0 | |
19 | AC Monza | 1 | -3 | 0 | |
20 | AC Florenz | 1 | -4 | 0 |

