Darum gehts
- Protest vor Regionalliga-Spiel Lok Leipzig gegen Halle
- Fans fordern Kompass- statt Regionenmodell wegen kürzerer Reisewege
- Entscheidung über Reform am 14. Mai geplant, laut «Bild»
Es sind kuriose Szenen, die sich beim Traditionsduell der Regionalliga Nordost (4. Liga) abspielen. Schiedsrichter Rasmus Jessen gibt das Spiel zwischen Tabellenführer der Regionalliga Nordost, Lok Leipzig, und dem Hallescher FC pünktlich frei und dann – geschieht erst mal nichts. Die Spieler nehmen gemeinsam mit den Fans an einer Protestaktion teil.
Erst nach über 30 Sekunden beginnt das Spiel dann tatsächlich, doch gegen was wurde eigentlich protestiert?
Revolution für Regionalligen
Derzeit gibt es fünf Regionalligen in Deutschland: Nord, Nordost, West, Südwest und Bayern. Jedoch steigen nicht alle fünf Meister in die dritte Bundesliga auf, sondern nur deren vier. Die Staffel West und Südwest stellen immer einen Aufsteiger – begründet wird dies damit, dass sich in diesem Gebiet mehr als 50 Prozent der gemeldeten Männermannschaften befinden.
Der dritte Aufstiegsplatz wird unter den anderen drei Staffeln ausgelost und der Vierte wird zwischen den verbleibenden beiden Staffeln ausgespielt. Das soll sich nun aber ändern. Neu soll es nur noch vier Staffeln geben und nicht mehr fünf – das bedeutet gleichzeitig, dass alle Meister aufsteigen. Zwei Modelle stehen derzeit im Raum: das Regionen- und das Kompass-Modell.
Fans fordern Kompassmodell
Beim Regionenmodell soll die Regionalliga Nordost aufgelöst werden. Kurios dabei: Das Duell zwischen dem Hallescher FC und Lok Leipzig würde nicht mehr stattfinden, obwohl die beiden Teams nur knapp 40 Kilometer auseinanderliegen. Leipzig müsste für das weiteste Spiel über 500 Kilometer bis nach Memmingen zurücklegen, während Halle die fast gleiche Distanz nach Flensburg fahren müsste.
Aufgrund dieser Absurdität setzten sich die Fans geschlossen für das Kompassmodell ein. Bei diesem gibt es keine festen geografischen Ligen mehr, vielmehr sollen mittels KI jede Saison vier Ligen zusammengestellt werden, in denen sich die kürzesten Fahrtwege ergeben. Entsprechend wären der HFC und Lok Leipzig immer in einer Liga.
Laut der deutschen Zeitung «Bild» soll am 14. Mai darüber abgestimmt werden. Offiziell bestätigt wurde der Termin von der DFL aber noch nicht. Übrigens: Das Traditionsduell zwischen Leipzig und Halle endet 0:0. Zu reden gibt aber viel mehr der Spieler- und Fanprotest.