Darum gehts
- Raheem Sterling drohen zwei Jahre Haft nach Lamborghini-Unfall in England
- Ihm wird gefährliches Fahren und Besitz von illegalem Lachgas vorgeworfen
- Seit März 2012 absolvierte er 82 Länderspiele und erzielte 20 Tore
Raheem Sterling (31) drohen zwei Jahre Gefängnis. Der 82-fache englische Nationalspieler wurde am 28. Mai nach einem Autounfall mit seinem Lamborghini festgenommen und später gegen Kaution freigelassen. Am 15. September muss er sich vor Gericht verantworten.
Dies bestätigt ein Polizeisprecher gegenüber der englischen Zeitung «Sun»: «Raheem Sterling, 31, aus Berkshire, wurde wegen folgender Delikte angeklagt: gefährliches Fahren, Besitz von Lachgas zum unzulässigen Einatmen sowie Verweigerung der Abgabe einer Probe.»
Lachgas als Rauschmittel
Demnach drohen Sterling, der mit seinem 270'000 Pfund (295'000 Franken) teuren Boliden einen Selbstunfall verursachte, bis zu zwei Jahre Haft. Lachgas ist in England seit 2023 illegal.
Herzinfarkt, Schlaganfall, Hirnschaden: Lachgas birgt Risiken. Dennoch ist der Konsum des Rauschmittels laut der «Sun» unter Fussballern weit verbreitet. Es wird üblicherweise zum Aufblasen von Ballons verwendet, kann aber durch wiederholtes Einatmen einen kurzen Rausch erzeugen.
Kein ruhmreicher Abgang
Sterling debütierte im März 2012 mit 17 Jahren in der Premier League und absolvierte seither knapp 400 Spiele in Englands höchster Liga. Für die Nationalmannschaft erzielte er in seinen 82 Länderspielen 20 Tore und lieferte 27 Vorlagen.
Vergangene Saison spielte Sterling bei Chelsea keine Rolle mehr und sein Vertrag wurde im Januar einvernehmlich aufgelöst. Im Anschluss unterschrieb der Stürmer bei Feyenoord, wo er acht Spiele absolvierte und eine Vorlage verzeichnete. Der Vertrag wurde in diesen Sommer bisher nicht verlängert. So ist Sterling aktuell wieder vereinslos.
«Er fühlt sich isoliert»
Quellen aus Sterlings Umfeld berichten der «Sun»: «Er war ein erfolgreicher Nationalspieler, der die englische Nationalmannschaft im letzten Jahrzehnt zu grossen Erfolgen geführt hat und dem nun das Gefühl vermittelt wurde, wertlos zu sein.»
Und weiter: «Die psychische Belastung, die ihm dadurch auferlegt wurde, ist unermesslich. Er fühlt sich isoliert. Sobald er den Ball berührt, wird ihm gesagt, er sei ein Versager und am Ende. Er wurde verspottet und ausgepfiffen. Er ist nach Holland gezogen, um dem Ganzen zu entfliehen und seine Liebe zum Fussball wiederzuentdecken, doch die negative Stimmung folgte ihm dorthin. Es war extrem hart.»
Ob Sterlings Leidensgeschichte beim Prozess am 15. September zu mildernden Umständen führt, wird sich zeigen.



