US-Stürmer Folarin Balogun (25) durfte im WM-Achtelfinal gegen Belgien auflaufen, obwohl er im Sechzehntelfinal gegen Bosnien & Herzegowina vom Platz geflogen war. Die Fifa annullierte seine Spielsperre, was für einen riesigen Aufschrei in der Fussballwelt sorgte.
Besonders pikant: Vor der Begnadigung kam es zu einem Telefonat zwischen Donald Trump (80) und Gianni Infantino (56), in dem der US-Präsident darum bat, die Sperre solle noch einmal überprüft werden. Und so kam es auch. «Er sagte dem Präsidenten, er werde sich darum kümmern», soll Infantino Trump zugesichert haben, berichtet die «New York Post» unlängst mit Bezug auf mit der Sache vertraute Insiderquellen. «Ein Anruf genügte dafür», so der Insider weiter. Die Fifa dementiert weiterhin, dass der Druck von Trump für die Entscheidung der Disziplinarkommission ausschlaggebend gewesen sei.
Damit sich der Fall Balogun in Zukunft nicht wiederholt, hat die Fifa-Spitze kurz vor dem Treffen des Fifa-Rats am Donnerstag einen Entwurf für eine Regeländerung vorgelegt, wie die «New York Post» und der britische «Telegraph» schreiben. Automatische Ein-Spiel-Sperren sollen künftig durch kein Gremium mehr annulliert werden können, so der Vorschlag in den «zur Presse durchgesickerten Dokumenten».
Der Zeitpunkt sorgt für Stirnrunzeln
Eine unerwartete Wendung. «Die kurzfristige Einbringung des Änderungsvorschlags könnte eine neue Kontroverse darüber auslösen, ob der Weltverband und Präsident Gianni Infantino dadurch von jeglichem Fehlverhalten im Fall Balogun reingewaschen werden sollen», mutmasst der «Telegraph».
Auch dieses Vorhaben wird beim Treffen in Zürich Thema sein. Sicher ist: Auf Infantino wartet eine heisse Sitzung. Wiederholt lehnte der Fifa-Präsident die Forderung nach einer ausserordentlichen Generalversammlung des Fifa-Rats ab. Nun stellt er sich erstmals seinen internen Kritikern, wie zum Beispiel dem DFB-Präsidenten Bernd Neuendorf (65), der Infantino unlängst die Unterstützung bei seiner Wiederwahl entzogen hat.
Die fehlgeschlagene Privatisierung von Teilen der WM-Rechte, von deren Planung der Fifa-Rat laut dem DFB-Boss nichts gewusst hat, und der Fifa-Friedenspreis an Donald Trump sind neben der Balogun-Begnadigung weitere Themen, zu denen sich Infantino wohl erklären muss.