Ein Bericht der britischen «Times» vom 13. Oktober enthielt hochbrisante Informationen: Fifa-Präsident Gianni Infantino (56) soll zwei Saläre bezogen haben, aber nur eines davon soll vom Weltfussballverband publik gemacht worden sein. Blick berichtete. Eine Woche später krebst die englische Zeitung nun aber zurück, gesteht Fehler ein und entschuldigt sich bei der Fifa und bei Infantino.
Einerseits entlöhnte die Fifa, die ihren Sitz in der Schweiz hat, Infantino mit einem Millionensalär – so weit, so gut. Und dann gibt es noch eine in den USA registrierte, von der Fifa gegründete WM-Organisationsgesellschaft namens FWC2026, die den Walliser ebenfalls bezahlt haben soll – ohne dass die Öffentlichkeit davon bewusst in Kenntnis gesetzt wurde.
Von diesem angeblichen Versäumnis spricht die «Times» den Weltverband rückwirkend frei. «Es gab kein ‹zweites Salär›. Die Regularien der Fifa verlangen nicht, Aufwandsentschädigungen und Erstattungen im Jahresbericht auszuweisen, da diese nach den schweizerischen Berichtspflichten nicht als ‹Vergütung› gelten», schreibt die Zeitung.
Laut den Quellen soll Infantino Teile seines nicht offengelegten Salärs benutzt haben, um seinen luxuriösen Lebensstil in Miami im Vorfeld der in Nordamerika ausgetragenen Weltmeisterschaft zu finanzieren. Auch dies soll so nicht der Fall gewesen sein. «Wir erkennen zudem an, dass Herr Infantino keine Immobilie in Miami zu einem mutmasslich unterbewerteten Preis erworben hat, wie wir berichtet hatten. Wir nehmen diese Korrekturen gerne vor und entschuldigen uns bei Herrn Infantino und der Fifa für die Fehler», erklärt die «Times».
Die Fifa hat die Entschuldigung zur Kenntnis genommen. Auf X spricht sie von einem «Versuch einiger Akteure, die Fifa und ihren Präsidenten zu untergraben». Der Weltverband fordert die Medien dazu auf, «verantwortungsbewusst zu handeln und alle Quellen sorgfältig zu überprüfen, um die Veröffentlichung und anschliessende Verbreitung falscher und diffamierender Informationen zu verhindern.»
Was es mit den nicht berichtspflichtigen «Vergütungen» auf sich hat, die die «Times» in ihrem Bericht auf 1,47 Millionen Franken im Jahr 2024 bezifferte, respektive, ob es diese gegeben hat, lassen sowohl die Fifa als auch die «Times» zum jetzigen Zeitpunkt offen.
Hinweis: Dieser Artikel, veröffentlicht am 13. Oktober, wurde aufgrund der Fifa-Mitteilung und der Entschuldigung der Zeitung «Times» angepasst. In einer ersten Fassung wurde die Frage gestellt, ob Fifa-Präsident Gianni Infantino ein zweites Salär bezogen hat.
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