Nach dem SFV ziehen auch die Deutschen nach: DFB-Präsident Bernd Neuendorf (65) hat sich in einem Interview mit dem «Tagesspiegel» erneut von Fifa-Boss Gianni Infantino (56) distanziert – diesmal mit Unterstützung seines Verbands.
«Er ist als Fifa-Chef nicht mehr tragbar. Ich habe mich zuletzt bereits klar von ihm distanziert. Im DFB-Präsidium haben wir jetzt auch offiziell einstimmig beschlossen, ihn im März beim Fifa-Kongress nicht wiederzuwählen», erklärt Neuendorf.
Beim DFB sei man sich einig, dass Infantino nach den Vorgängen während und nach der letzten WM jegliches Vertrauen verspielt hat, begründet er den Entscheid, «wir müssen ihn vom Platz stellen».
«Das Fifa-Council war nicht informiert»
Infantino sieht sich seit seinen gescheiterten Plänen, Teile der Rechte an der Fifa-WM an private Investoren zu verkaufen, mit massivem Gegenwind konfrontiert. Die Fifa äusserte sich Ende September erst zum Vorhaben, als dieses über die Medien ans Tageslicht gelangt war.
Dies ist auch dem DFB-Präsidenten sauer aufgestossen. «Dieses Projekt wurde offensichtlich im Hinterzimmer geplant. So etwas stellt man nicht von heute auf morgen auf die Beine. Das Fifa-Council war zu keinem Zeitpunkt über die Pläne informiert und hat aus der Presse davon erfahren», erklärt Neuendorf, der selbst Mitglied des obersten strategischen Entscheidungsorgans des Weltverbands ist.
Ein Herausforderer von Infantino hat sich bisher noch nicht hervorgetan. Am 18. November läuft die Bewerbungsfrist für die Wahl am 18. März ab.