Darum gehts
- 150 Ermittler durchsuchen DFB-Zentrale und Städte wegen Bestechungsvorwürfen zur EM 2024
- Franzose lud Ex-Verwaltungsmitarbeiter zum Halbfinal ein, 2400 Euro Vorteil
- Razzien in 9 deutschen Städten, darunter Berlin, München und Frankfurt am Main
Erst das WM-Aus am Montag, dann die daraus resultierenden Diskussionen um Julian Nagelsmann und jetzt der nächste Knall: In Fussball-Deutschland läuft eine Razzia! 150 Ermittler filzen seit dem frühen Morgen unter anderem die DFB-Zentrale.
Bei der EM 2024 in Deutschland sollen Hotel-Einladungen und mehrere Tausend Tickets, möglicherweise illegal, an bevorzugte Gäste vergeben worden sein. Das berichtet die «Bild». Demnach bestehe der Verdacht einer «strukturierten Vorteilsgewährung» und damit auch der Bestechung.
Das Ausmass ist noch nicht bekannt
Im Vorfeld der EM haben der DFB und die Uefa das gemeinsame Unternehmen «Euro 2024 GmbH» gegründet. Ein 46-jähriger Franzose war dort für die Beziehungen zu den Austragungsorten zuständig und soll Leiter der «EM-Büros» in den Städten zu Top-Spielen eingeladen haben. Unter anderem einen 66-jährigen deutschen Ex-Verwaltungsmitarbeiter der Stadt Gelsenkirchen.
So habe der Franzose den Deutschen zum Halbfinal-Spiel zwischen Spanien und Frankreich eingeladen und dabei die Reise- sowie Hotelkosten übernommen. Der ehemalige Verwaltungsmitarbeiter soll einen finanziellen Vorteil von 2400 Euro erlangt haben. Ob es zu weiteren solchen Fällen kam, ist nun Gegenstand des Ermittlungsverfahrens.
Razzia in ganz Deutschland
Die Ermittlungskommission durchsucht nun die Stadtverwaltungen in Gelsenkirchen, Dortmund, Düsseldorf, Köln, Hamburg, Berlin, Frankfurt am Main, Stuttgart und München. Die Ermittler durchsuchen zudem mehrere Firmen sowie die DFB-Zentrale in Frankfurt am Main – den damaligen Sitz der «Euro 2024 GmbH».