Polizei muss während DFB-Pokalspiel intervenieren
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Derby versinkt im Chaos:Polizei muss während DFB-Pokalspiel intervenieren

Schlimme Bilanz nach Pokal-Randale
«Was auf den Rängen abgegangen ist, war furchtbar»

Die Ausschreitungen am Pokal-Derby zwischen Mannheim und Kaiserslautern wirken nach: Die Polizei meldet zahlreiche Verletzte, die Politik schaltet sich ein – und Klub-Vertreter sticheln nach dem Schlusspfiff weiter.
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Das Pokal-Derby zwischen Mannheim und Kaiserslautern wird von schweren Ausschreitungen überschattet.
Foto: imago/Jan Huebner

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Spielunterbrechung beim Pokal-Derby Mannheim-Kaiserslautern nach Fan-Ausschreitungen
  • 85 Verletzte, darunter 8 im Spital; Polizei lobt deeskalierenden Einsatz
  • Mannheim-Sportdirektor beschuldigt «Lautern-Block», DFB kündigt umfassende Untersuchung an
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Gian-Andri BaumgartnerRedaktor Sport

Für Mathias Schober (50) ist der Fall klar: «Nach der Rudelbildung hier an der Ecke, auf die wir deeskalierend eingewirkt haben, sind wir hinübergegangen und dann sind, glaube ich, Raketen aus dem Lautern-Block auf unsere Haupttribüne geschossen worden. Ich glaube, dass das der Auslöser für die Spielunterbrechung war», erklärt der Mannheim-Sportdirektor seine Sicht auf die Ausschreitungen während der Pokal-Erstrundenpartie gegen Kaiserslautern.

Zuvor ist die ohnehin schon aufgeheizte Derby-Stimmung zwischen den verfeindeten Fanlagern nach einer Rudelbildung zum Ende der regulären Spielzeit endgültig eskaliert. Aus beiden Blöcken flogen Becher und Pyros auf den Rasen, dazu stürmten auf Mannheimer Seite einige Chaoten auf das Spielfeld. Dutzende Polizisten können die Situation erst mit grosser Mühe entschärfen. Bis die Verlängerung beginnen kann, vergehen über 35 Minuten.

Mannheim-Sportdirektor greift Gegner an

Auch für die Rudelbildung gibt es in Schobers Augen einen Schuldigen: Marlon Ritter (31). «Wie hier provoziert wurde von der Nummer 7, da muss man sagen: Das gehört sich auch nicht», so Schober über den FCK-Captain, der die Nummer sieben auf dem Rücken trägt.

Ritter selbst geht in der Mixed Zone nach dem Spiel zum Gegenangriff über: «Die Bank von Waldhof geht auch nicht jeden Sonntag um 10 Uhr in die Kirche und betet dreimal, wie lieb sie ist, sondern da kam auch schon das eine oder andere. Deswegen ist es mir relativ egal, was sie sagen.»

Einen leisen Beschwichtigungsversuch lanciert dagegen Kaiserslautern-Geschäftsführer Thomas Hengen (51): «Was auf den Rängen abgegangen ist, war furchtbar – von beiden Seiten. Das schadet uns und dem Fussball.» Gleichzeitig lobt er die Polizei für ihren deeskalierenden Einsatz. «Ich habe nicht damit gerechnet, dass wir das Spiel noch zu Ende spielen.»

Dutzende Verletzte

Dass die Partie nach all den Vorkommnissen fortgesetzt wird, verwundert mit Blick auf die Verletztenliste tatsächlich etwas: Nach Angaben der Polizei haben 85 Personen medizinisch betreut werden müssen, darunter acht im Spital. Auf der Seite der Einsatzkräfte habe es 35 Verletzte gegeben. Gemäss Schiedsrichter Robert Schröder (40) war man sehr nahe am Abbruch: «Wenn Menschen gefährdet sind, dann hört der Spass auf.»

In enger Abstimmung mit den Sicherheitskräften habe man sich dann aber für die Wiederaufnahme der Partie entschieden. Trotz des entscheidenden Last-Minute-Tors von Kaiserslauterns Ibrahim Kanaté (19) blieb es in der Verlängerung relativ ruhig.

Dennoch dürfte das Skandal-Derby von Mannheim noch lange zu reden geben. Der Deutsche Fussball-Bund DFB kündigt an, die Vorfälle «umfassend» aufzuarbeiten. Und der baden-württembergische CDU-Innenminister Manuel Hagel (38) betont: «Wer den Fussball als Bühne für Gewaltexzesse missbraucht, andere Fans mit Absicht in Gefahr bringt und vor allem auch Sicherheitskräfte verletzt, ist kein Fan, sondern ein Krimineller. Genau so werden wir die Typen auch behandeln.»

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