«Mir schauten zwei Milliarden Menschen beim Versagen zu»
Kahn spricht über Depressionen

Oliver Kahn (53) packt über Depressionen aus. In einem Podcast mit seinem Therapeuten spricht er über den unermesslichen Erfolgsdruck und erniedrigende Momente in seiner Karriere.
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In einem Podcast öffnet sich Oliver Kahn (53) und spricht über seine Depression.
Foto: keystone-sda.ch

Sein Name schien Programm: Titan. Oliver Kahn schien durch nichts unterkriegen zu sein. Doch jetzt offenbart der einstige Weltklasse-Keeper, wie anders es in ihm drin aussah.

Von Depressionen spricht Kahn. Von Erniedrigungen und von unermesslichem Druck.

Der heute 53-Jährige öffnet sich in einem Podcast, den er zusammen mit seinem langjährigen Therapeuten Florian Holsboer aufgenommen hat. Unter anderem ein Thema: Der WM-Final 2002, als der Deutsche bei der 0:2-Niederlage einen folgenschweren Fehler machte.

Gefühle powern Kahn aus

«Mir schauten zwei Milliarden Menschen beim Versagen zu», sagt Kahn. Die Scham, der überbordende Ehrgeiz, der Erfolgsdruck, sportlicher Misserfolg – dies alles hätte ihn schliesslich verzweifeln lassen.

Nicht zum ersten Mal spricht Kahn über diese Gefühle. Seine Verbissenheit und seine Fehler hätten ihn in einen Tunnel getrieben. Kahn spricht von «Burnout» und «ausgepowert sein». Es habe Momente gegeben, da sei er zu Hause kaum die Treppe hinauf gekommen.

Aus dem Tief herausgearbeitet hat sich der Ex-Bayern-Keeper erst mit Hilfe des Münchner Medizinprofessors Holsboer.

Affenlaute waren erniedrigend

Kahn spricht auch von den Affenlauten und Bananen, mit denen ihm gegnerische Fans das Leben schwer machten. Als «erniedrigend» habe er dies empfunden.

Und doch findet sich auch in dieser verletzlichen Seite der Titan. Denn aus dem Leistungssport auszusteigen, sei nie ein Thema gewesen. Im Gegenteil. Er wollte in seinem «Beruf einen Weg suchen, neue Widerstandskraft zu entwickeln».

Es ist ihm gelungen. Noch immer nimmt Kahn eine wichtige Rolle im Fussball ein, ist mittlerweile Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München. Und hat den Mut gefunden, über seine Gefühle zu sprechen. Mit dem Podcast – entstanden im Auftrag von Holsboers Stiftung – gehe es ihm darum, psychische Erkrankungen von ihrem Stigma zu befreien.

Ein positives Beispiel für ihn ist diesbezüglich auch Bayern-Star Benjamin Pavard, der seine Depression ohne negative Folgen habe öffentlich machen können. Zu Kahns Zeit sei das noch undenkbar gewesen. (sme)

Bundesliga 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Bayern München
Bayern München
33
82
86
2
Borussia Dortmund
Borussia Dortmund
33
34
70
3
RB Leipzig
RB Leipzig
33
22
65
4
VfB Stuttgart
VfB Stuttgart
33
22
61
5
TSG Hoffenheim
TSG Hoffenheim
33
17
61
6
Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen
33
21
58
7
SC Freiburg
SC Freiburg
33
-9
44
8
Eintracht Frankfurt
Eintracht Frankfurt
33
-4
43
9
FC Augsburg
FC Augsburg
33
-12
43
10
FSV Mainz
FSV Mainz
33
-11
37
11
Hamburger SV
Hamburger SV
33
-14
37
12
Union Berlin
Union Berlin
33
-18
36
13
Borussia Mönchengladbach
Borussia Mönchengladbach
33
-15
35
14
1. FC Köln
1. FC Köln
33
-10
32
15
Werder Bremen
Werder Bremen
33
-21
32
16
VfL Wolfsburg
VfL Wolfsburg
33
-26
26
17
1. FC Heidenheim 1846
1. FC Heidenheim 1846
33
-29
26
18
FC St. Pauli
FC St. Pauli
33
-29
26
Champions League
UEFA Europa League
Conference League Qualifikation
Relegation Play-Offs
Abstieg
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