Die italienische TV-Legende Fabio Caressa sagt, nachdem Italien nun zum dritten Mal die WM-Endrunde verpasst hat, dass sich niemand der Verantwortung entziehen könne, schon gar nicht Verbandspräsident Gabriele Gravina. Zuerst liess der 72-Jährige die Kritik an sich abprallen und teilte kräftig aus. Unter anderem sagte Gravina: «Fussball ist ein professioneller Sport, die anderen sind alles Amateursportarten.»
Nur einen Tag nach seinen arroganten Aussagen kommt es jetzt doch zum Knall. Gravina hat die Präsidenten der Mitgliedsverbände des italienischen Fussballs zu einem Treffen gebeten und dort seinen Rücktritt bekannt gegeben. Offenbar wurde der Druck zu gross.
Gravina dankte den Mitgliedern für die öffentliche und private Unterstützung. Neuwahlen für das Amt sind auf den 22. Juni terminiert.
Buffon tritt ebenfalls zurück
Nebst Gravina tritt auch Gianluigi Buffon von seinem Amt als Delegationsleiter der Nationalmannschaft zurück. Das gibt die italienische Goalielegende auf Instagram bekannt. Er habe bereits eine Minute nach dem Schlusspfiff in Bosnien den spontanen, aber tief empfundenen Entscheid getroffen, sei jedoch gebeten worden, noch etwas zu warten und darüber nachzudenken.
«Nun, da Präsident Gravina zurückgetreten ist, fühle ich mich frei, das zu tun, was ich für verantwortungsvoll halte. Denn trotz meiner festen Überzeugung, dass ich gemeinsam mit Rino Gattuso und allen meinen Mitarbeitern in der kurzen Zeit, die der Nationalmannschaft zur Verfügung stand, so viel für den Teamgeist und die Mannschaftskultur erreicht habe, war das Hauptziel, Italien zurück zur Weltmeisterschaft zu führen. Und das ist uns nicht gelungen», schreibt Buffon.
Seine Botschaft beendet der 48-Jährige mit den Worten: «Forza Azzurri für immer!».
Bericht über den italienischen Fussball nötig
Ganz ausgestanden ist es für Gravina aber noch nicht. Bevor er abdankt, soll der 72-Jährige noch einen Bericht für den Ausschuss für Kultur, Wissenschaft und Bildung über den Zustand des italienischen Fussballs schreiben. Das Treffen mit dem Ausschuss wird schon am 8. April stattfinden.
Dort werde Gravina über die Stärken und Schwächen berichten müssen, und auch seine Äusserungen nach dem verlorenen Spiel gegen Bosnien-Herzegowina sollen dort aufgearbeitet werden.
Bereits jetzt entschuldigt sich der Noch-Präsident dafür. So heisst es in der Medienmitteilung des Verbands vom Donnerstag: «In diesem Zusammenhang bedauerte Gravina die Interpretation seiner Äusserungen zum Unterschied zwischen Amateur- und Profisport. Diese seien in keiner Weise als Beleidigung irgendeiner Sportart gemeint gewesen, sondern hätten sich vielmehr auf die unterschiedlichen internen (beispielsweise die Autonomie einiger Ligaverbände in der Vereinsführung) und externen Regeln und Vorschriften bezogen (insbesondere auf die Rechtsform von Profifussballvereinen, die anderen nationalen und internationalen Gesetzen unterliegen als Amateurvereine).
Wer der neue Präsident werden könnte, ist noch nicht bekannt. Auf jeden Fall soll es mit dieser Person dann im vierten Anlauf in Folge mit der WM-Teilnahme dann klappen. Die nächste Weltmeisterschaft findet 2030 gleich auf drei Kontinenten statt.
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