Darum gehts
- Am 26. Oktober wird in London der Ballon-d'Or vergeben
- Lamine Yamal greift mit Aussagen Konkurrent Harry Kane an
- Kylian Mbappé widmet seinen möglichen Sieg Afrika.
Als Cristiano Ronaldo (41) und Lionel Messi (39) den Weltfussball dominierten, war jahrelang klar, dass entweder der Portugiese oder der Argentinier den Ballon d'Or gewinnen wird. Doch seit die beiden Superstars im Herbst ihrer Karriere angekommen sind, ist das Rennen um die wichtigste Einzel-Auszeichnung wieder offen. Auch in diesem Jahr melden mehrere Topstars Anspruch auf die goldene Kugel an – mit unterschiedlichen Taktiken.
Vor allem Lamine Yamal (19) sieht sich in der Pole-Position für seinen ersten Ballon d'Or und schiesst öffentlich gegen Mitstreiter Harry Kane (33). «Ich denke, der Ballon d'Or ist die Auszeichnung für den besten Spieler des Jahres, den Ausnahmespieler, denjenigen, dem man gerne zuschaut, den man sich nur seinetwegen anschaut. Ich denke, es geht um genau solche Ausnahmespieler. Es hat nichts mit der Anzahl seiner Tore oder Ähnlichem zu tun», sagt der Youngster im Interview mit dem französischen Sportmagazin «L'Équipe». Auch wenn er Kane nicht beim Namen nennt, ist ziemlich klar, dass der Bayern-Star gemeint ist. Es ist nicht der erste Seitenhieb von Yamal in Richtung des Engländers.
Bayern-Boss springt Kane zur Seite
«Ich finde, der Ballon d'Or sollte an den besten Spieler der Welt gehen, Punkt. Nicht an einen Spieler, der 80 Tore geschossen hat, denn wenn man 80 Tore schiesst, bekommt man dafür die Auszeichnung als Torschützenkönig. Das sind zwei ganz unterschiedliche Dinge, die die Leute nicht verstehen», so Yamal zuletzt.
Kane bleibt trotz der Kommentare des spanischen Weltmeisters cool. «Man weiss ja nicht genau, wie er das gemeint hat. Die Leute haben da ihre eigenen Vermutungen. Letztlich ist jeder anders», gibt sich der Knipser diplomatisch.
Während sich der Torjäger zurückhaltend gibt und seinen Kontrahenten als «unglaublichen Spieler» lobt, erhält der Knipser Rückendeckung von Bayern-Boss Max Eberl (53). «Es muss ja Wahlkampf gemacht werden», sagte der Sportvorstand in der vergangenen Woche und fügte vielsagend an: «Am besten sind die Spieler, die keinen Wahlkampf brauchen.»
Mbappé will Ballon-d'Or Afrika widmen
Dieser Rat kam wohl nicht beim dritten heissen Anwärter auf die goldene Kugel an. Kylian Mbappé (27) rührt die Werbetrommel in eigener Sache. Dass der Ballon d'Or ein grosses Ziel von ihm sei, hat der Real-Star schon mehrfach verlauten lassen.
Im Interview mit Radio France Internationale geht er bewusst auf Stimmenfang. Er erzählt von seiner afrikanischen Herkunft und erklärt, dass er einen möglichen Ballon d'Or Afrika widmen möchte. Im Netz wird der Sohn eines Kameruners und einer Französin mit algerischen Wurzeln für den Zeitpunkt der Aussagen kritisiert. Denn rund 20 afrikanische Journalisten sind bei der Wahl stimmberechtigt und könnten das berühmte Zünglein an der Waage sein.
Wer sich den ersten Ballon d'Or der Karriere schnappen wird, entscheidet sich am 26. Oktober. In London wird der Nachfolger von Titelverteidiger Rodri (30) gekürt.


