Darum gehts
- Captain Amir Rrahmani tritt aus Kosovos Nationalteam zurück wegen Verbandskrise
- Sieben Spieler fordern Rücktritt von Präsident Agim Ademi
- Bald stehen wichtige Nations-League-Spiele an
Zuletzt sorgte Kosovos Nationalteam aus Schweizer Sicht vor allem damit für Aufsehen, weil sich mit Albian Hajdari (23) und Leon Avdullahu (22) gleich zwei Doppelbürger gegen die Nati und für die Auswahl vom Balkan entschieden hatten. Nun aber sorgt die Mannschaft aus anderen Gründen für Schlagzeilen.
Bei den Kosovaren brodelt es im Team nämlich gewaltig. Und einer hat die Schnauze jetzt voll: Kapitän Amir Rrahmani (32). Der langjährige Innenverteidiger von Napoli hat angekündigt, nicht mehr für die Nationalmannschaft aufzulaufen, solange Agim Ademi (64) Präsident des kosovarischen Fussballverbands FFK ist.
Die Vorwürfe sind happig: Rrahmani begründet den Schritt mit «anhaltenden Meinungsverschiedenheiten», fehlenden «kompetenten Ansprechpartnern» für die Probleme der Spieler und «ständigen und koordinierten Angriffen». Er wolle seine Integrität und seine moralischen Werte bewahren, so Rrahmani.
Spielerprotest setzt Kosovos Nationalteam unter Druck
Doch es handelt sich dabei nicht mehr nur um einen Zoff zwischen Verbands-Boss und Captain. Denn wie kosovarische Medien berichten, proben jetzt auch weitere Spieler den Aufstand. Neben Profis wie Florent Muslija (28), Arijanet Murić (27), Milot Rashica (30) und Vedat Muriqi (32) soll auch Ex-Basel-Mittelfeldspieler Edon Zhegrova (27) eine klare Forderung gestellt haben: «Wir werden nicht spielen, bis Agim Ademi als Präsident des Verbands zurücktritt», so die Botschaft.
Und Ademi selbst? Dieser zeigt sich bisher unbeeindruckt. Der Druck dürfte aber schon bald steigen, wenn Ende Monat die nächsten Spiele der Nationalmannschaft anstehen. Der Kosovo trifft in den ersten Spielen der Nations-League-Gruppenphase auf Irland, Israel und zweimal auf Österreich. Und Trainer Franco Foda (60, Ex-FCZ) wird nur ungern auf die wichtigen Stützen seines Teams verzichten wollen.
