«Es gibt Geschichten, die kann nur der Fussball schreiben» – der SC Veltheim hat auf Instagram grosse Neuigkeiten verkündet. Gut drei Jahre nach seinem Rückzug aus dem Profifussball steht Moritz Bauer (34) vor der Rückkehr auf den Platz.
Beim Winterthurer Quartierverein, bei dem der spätere Profifussballer Mitte der 2000er-Jahre seine ersten fussballerischen Schritte machte. Die erste Station einer Reise, die ihn später unter anderem zum Cupsieger mit GC, zum Double-Champion mit Celtic Glasgow und Nationalspieler machte.
«Eine Geschichte zum Schmunzeln», wie es Bauer im Gespräch mit Blick nennt. Sportchef Fabrizio Borsani, der Sohn seiner einstigen Kindergärtnerin aus dem Quartier, habe mitbekommen, dass er teilweise beim SC Wipkingen Futsal spielt und ihn gefragt, ob er nicht auch auf den Rasen zurückkehren wolle. «Da habe ich zugesagt.» Wie oft er es dann schaffe, müsse er schauen. «Wir wollen keine Erwartungen schüren» Es sei ein Heimkommen. «Ich mache das wegen der Leute hier. Es geht darum, einen Kreis zu schliessen. Wenn ich zwei, drei Spiele machen kann, bin ich schon froh.»
Mit künstlichem Hüftgelenk zurück auf den Platz
Medizinisch wäre ein richtiges Comeback auch gar nicht möglich. Nach dem Karriereende war an Fussball nicht mehr zu denken. Bauer wurde während seiner ganzen Karriere von Hüftproblemen geplagt. Seit Februar hat er ein künstliches Hüftgelenk. Eine längst überfällige Massnahme. «Ich hätte die Operation schon mit 19 machen können. Doch dann wäre meine Karriere sicher anders verlaufen oder gar vorbei gewesen, ehe sie wirklich begonnen hat», erklärt der gebürtige Winterthurer, der aufgrund seiner Wurzeln auf der Vaterseite für Österreich spielberechtigt war und unter dem heutigen FCZ-Trainer Marcel Koller (65) zum Nationalspieler wurde.
Dank viel Physiotherapie und speziellen Kraftübungen aus dem Pilates-Bereich konnte er seinen Profitraum leben. Erst 2022, im Alter von 31 Jahren, wurden die Beschwerden zu stark und verunmöglichten eine Fortsetzung der Karriere. «Nach dem Karriereende konnte ich kaum noch laufen.»
Eigenes Pilates-Studio
Geblieben sind die Kraftübungen, die seit Neuestem auch wieder Teil seines beruflichen Alltags sind. Vor Kurzem hat sich Bauer selbständig gemacht und das Pilates-Studio «Anida Lab» in Zürich eröffnet. «Ich möchte den Leuten die Methoden aus meiner Erfahrung mitgeben», erklärt er.
Dank der neuen Hüfte und viel Fleiss in der Reha steht nach langer Leidenszeit das Comeback im Amateurbereich vor der Tür. «Beim Futsal hat es mit der Hüfte schon geklappt. Jetzt hoffe ich, dass es auch auf dem grossen Feld gelingt.»
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