«Bringt Glanz zurück»
Das bedeutet die Rückkehr von Voss-Tecklenburg für die Schweiz

Mit Martina Voss-Tecklenburg kehrt ein grosser Name in die Schweiz zurück. Wegbegleiterinnen erklären, was die einstige Nati-Trainerin ausmacht und wo sie dem FCZ helfen kann. Und ein deutscher Journalist spricht über ihre wüste Trennung vom DFB.
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Martina Voss-Tecklenburg ist zurück in der Schweiz.
Foto: BENJAMIN SOLAND
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Björn LindroosRedaktor Sport

Den FCZ-Frauen ist ein Coup gelungen. Die Zürcherinnen holen mit Martina Voss-Tecklenburg (58) einen grossen Namen in die Women's Super League. Die ehemalige Nationaltrainerin der Schweiz und Deutschlands übernimmt den FCZ ab Oktober.

Dass ein so grosser Name in die Schweiz zurückkehrt, freut Marion Daube (50), Direktorin Frauenfussball beim Schweizerischen Fussballverband (SFV): «Es ist ein starkes Zeichen, dass eine Trainerin mit ihrer internationalen Erfahrung bewusst zurück in den Schweizer Frauenfussball kommt», so Daube gegenüber Blick.

«Haben die Seiten gewechselt»

Ihre Rückkehr könne auch dem SFV helfen: «Mit ihrer Persönlichkeit und ihrer Erfahrung kann sie dabei helfen, mehr Frauen in der Schweiz zu Trainerinnen zu machen. Das ist eines unserer grossen Ziele hier.»

Ob Voss-Tecklenburg auch bei der Nati-Trainersuche vergangenes Jahr ein Thema war, will Daube nicht weiter kommentieren: «Wir hatten sehr früh einen Plan mit Rafel Navarro und haben diesen dann verfolgt. Auf unserer Liste standen zu Beginn aber noch mehrere Namen.»

Für Daube persönlich schliesse sich ein wenig ein Kreis: «Ich war ja selbst 13 Jahre bei den FCZ-Frauen und da war Martina Nationaltrainerin. Jetzt ist sie beim FCZ und ich beim Verband. Dass man sich so wieder kreuzt, ist eine schöne Geschichte. Wir haben sozusagen die Seite gewechselt.» 

Hilfe auch neben dem Platz

Eine, die Voss-Tecklenburg gut kennt, ist Kathrin Lehmann (46). Sie gewann unter ihr unter anderem 2009 mit Duisburg die Champions League (damals Uefa Cup). Die ehemalige Nati-Torhüterin sagt gegenüber Blick: «Sie hilft sicherlich dabei, der Schweiz ein bisschen Glanz und internationale Aufmerksamkeit zu geben.»

Sie werde nicht nur auf dem Platz helfen: «Martina hat bei der Schweizer Nati bereits geholfen, die Strukturen zu verbessern und die Nachwuchsarbeit zu fördern. Sie wird strukturell ganz viel Wissen einbringen können.» 

Arbeitstechnisch beschreibt Lehmann ihre jahrelange Weggefährtin als «sehr neugierig». Und: «Sie bildet sich permanent weiter und ist auch im modernen Fussball am Puls der Zeit.»

Deutsche Winner-Mentalität

Freude hat auch Fabienne Humm (39). Ihre einstige Nati-Trainerin coacht nun ihren Herzensklub (386 Spiele für den FCZ): «Es ist toll, dass Zürich ein solcher Transfer gelungen ist. Es ist ein Zeichen, dass Martina an den Schweizer Frauenfussball glaubt. Der FCZ hat viele talentierte Spielerinnen, die jetzt profitieren können», sagt Humm zu Blick.

«Ihre deutsche Winner-Mentalität habe ich immer an ihr geschätzt», erinnert sich Humm an die Zeit unter Voss-Tecklenburg. «Niemand muss sich verstecken, jede Spielerin darf Fehler machen und sie glaubt immer an ihr Team.»

Schwieriges Verhältnis zu Deutschland

Für Voss-Tecklenburg ist es der erste Trainerjob seit gut drei Jahren. 2023 trennte sich der DFB nach einer enttäuschenden WM von ihr. Es war ein unschönes Ende, das von einer Krankheit und diversen Nebengeräuschen geprägt war.

Seither sei sie in ihrer Heimat fast komplett abgetaucht, erzählt der deutsche Journalist Frank Hellmann (60). Er begleitete Voss-Tecklenburg während ihrer Zeit als DFB-Trainerin hautnah. «Seit dieser Trennung ist sie vom Radar verschwunden. Man sah sie noch als Expertin beim ZDF, aber am Ende auch nur etwa alle sechs Wochen.»

Das Verhältnis zu Deutschland sei kompliziert: «Nach der erfolgreichen EM 2022 wurde sie regelrecht bewundert. Sie hat eine Begeisterung ausgelöst, die bis heute nachhallt. Doch dann kam diese WM, wo sie das Team verloren hat. Von der Wahl des Quartiers, über Personalentscheidungen bis zur Menschenführung.»

Bundesliga-Trainerin?

Hellmann glaubt, dass Voss-Tecklenburg lange gebraucht habe, diese Trennung zu verarbeiten. Dennoch schliesst er eine Rückkehr nach Deutschland eines Tages nicht aus: «Warum nicht? Auch ihre damalige Assistentin Britta Carlson ist bei Köln Trainerin. Ich kann mir gut vorstellen, dass Martina einst einen Bundesliga-Klub übernehmen wird.»

Der erfahrene Journalist habe gerne mit ihr zusammengearbeitet. Auch wegen der Zeit bei der Nati: «Sie hat durch die Schweizer Zeit immer über den Tellerrand geschaut. Sie hat mit Jugendspielerinnen viel gearbeitet und bewirkt. Ich habe sie als Person immer sehr geschätzt.»

Axa Women’s Super League 26/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Grasshopper Zürich
Grasshopper Zürich
2
10
6
2
FC Zürich
FC Zürich
2
4
6
3
FC Basel
FC Basel
2
3
6
4
Servette FC Chenois
Servette FC Chenois
1
3
3
5
FC St. Gallen 1879
FC St. Gallen 1879
2
-2
3
6
FC Rapperswil-Jona
FC Rapperswil-Jona
2
-3
3
7
FC Luzern
FC Luzern
2
-2
0
8
BSC Young Boys
BSC Young Boys
1
-2
0
9
Yverdon Sport FC
Yverdon Sport FC
2
-4
0
10
FC Aarau
FC Aarau
2
-7
0
Playoffs
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