Rittmann spricht in Video über Altach-Skandal
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«Hat mich sprachlos gemacht»:Rittmann spricht in Video über Altach-Skandal

Schweizerin Rittmann über Garderoben-Eklat von Altach
«Plötzlich wusste der Trainer von unserem Gespräch»

Die Schweizerin Eleni Rittmann war beim Garderoben-Skandal von Altach mittendrin. Gegenüber Blick erzählt sie, welches Verhältnis sie zum Täter hatte, wie sie davon erfuhr und welcher Vorfall sie schon früh skeptisch machte.
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Eleni Rittmann spielte einige Monate bei Altach und war vom Garderoben-Skandal betroffen.
Foto: Carsten Harz/freshfocus
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Björn LindroosRedaktor Sport

Die Geschichte erschütterte Fussball-Österreich. Ein Schweizer Spitzen-Schiri und ehemaliger Funktionär des Erstligisten SCR Altach soll Spielerinnen in der Umkleidekabine heimlich gefilmt haben.

Nachdem der Mann zu einer bedingten Freiheitsstrafe von sieben Monaten sowie einer Geldstrafe von knapp 1100 Franken verurteilt wurde, meldet sich die Schweizerin Eleni Rittmann (25) mit einem emotionalen Instagram-Statement zu Wort. Sie spielte von 2023 bis 2024 bei Altach.

Nah beim Team

Einen Tag später spricht sie mit Blick über den Fall. Der Mann sei sehr eng beim Team gewesen, erinnert sich Rittmann. «Er war bei den Spielen und Trainings dabei.» Sie selbst habe kein sonderlich gutes Verhältnis zu ihm gehabt: «Ich habe mich relativ schnell verletzt und hatte danach einige Auseinandersetzungen mit ihm aufgrund der Verletzung.»

Kam der Schweizerin der Mann aber merkwürdig vor? Oder gab es einen Verdacht innerhalb des Teams? «Auf diese Art und Weise wurde er nie verdächtigt. So etwas wäre uns nicht einmal im schlimmsten Traum in den Sinn gekommen.»

Vorfall in der Dusche

Doch es habe einen Vorfall gegeben, der ihr schon damals sauer aufgestossen sei: «Ich stand mit einer Teamkollegin unter der Dusche und habe mich über etwas aufgeregt, was im Training passiert ist. Am nächsten Tag wusste der Trainer dann plötzlich davon und schrieb mir eine lange Whatsapp-Nachricht.»

«Wenn du schon lästerst, mach doch wenigstens die Tür zu», habe er darin geschrieben. «Dabei war ich mir ziemlich sicher, dass die Tür zu war. Schliesslich lasse ich die Tür nicht offen, wenn ich duschen gehe», so Rittmann. «Ich will keine Unterstellungen machen, aber im Nachhinein kommt mir das schon merkwürdig vor.»

Dieser Vorfall und wenig Verständnis des Trainers sowie des Täters hätten dann auch dazu geführt, dass Rittmann ihren Zweijahresvertrag nach nur acht Monaten auflöste.

Aussage bei der Polizei

Einige Zeit später dann der Schock. «Der Verein informierte uns durch eine E-Mail und die Polizei lud zu einer Infoveranstaltung. Ich war völlig schockiert», erinnert sich Rittmann, die später bei der Polizei aussagt: «Ich habe freiwillig angerufen und meine Geschichte mit der Dusche erzählt. Ich wollte mithelfen.»

Einen Tag nach der Urteilsverkündung äussert sich Rittmann, die auf Instagram über 200'000 Follower hat, erstmals öffentlich dazu: «Das Urteil schockierte mich. Das ist kein angemessenes Urteil, für das Leid, welches er angerichtet hat. Er muss nicht einmal ins Gefängnis. Das schreckt andere potenzielle Täter nicht ab.»

Darum entscheidet sie sich für den Post: «Ich will meine Stimme und Reichweite für Gerechtigkeit nutzen.» Den Opfern werde immer geraten, zu schweigen. Rittmann will da nicht länger mitmachen.

Mitspielerinnen bedanken sich

Ihr Post polarisiert. Zahlreiche Medien berichten darüber, auch international. «95 Prozent der Reaktionen waren positiv», freut sich Rittmann. «Es haben sich auch ehemalige Mitspielerinnen bedankt, die sich das selbst nicht getraut hätten.» Die Fussballerin findet es «krass», dass sich Opfer sorgen müssen.

Rittmann selbst leidet bis heute unter dem Vorfall. «In öffentlichen Toiletten bin ich gestresst und schaue immer nach irgendwelchen Kameras. Auch hier in Frankreich habe ich in der Garderobe erst einmal alles abgesucht.» 

Ob Rittmanns Wunsch nach einem härteren Urteil erfüllt wird, bleibt abzuwarten. Weil die Staatsanwaltschaft um Bedenkzeit gebeten hat, ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.

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