Darum gehts
- Ehemaliger Schweizer Schiedsrichter filmt heimlich Spielerinnen in Altach
- 1100 Franken Geldstrafe und Haftstrafe sorgen für Kritik
- Schweizer Spielerin Eleni Rittmann hinterfragt das Urteil und fordert stärkere Signale
Ein ehemaliger Schweizer Spitzenschiedsrichter ist in Österreich zu einer bedingten Freiheitsstrafe von sieben Monaten sowie einer Geldstrafe von knapp 1100 Franken verurteilt worden. Der Mann war Funktionär beim österreichischen Bundesligisten Altach und hat dort das Frauen-Team heimlich in der Garderobe und Dusche gefilmt. Auch eine Schweizer Spielerin war davon betroffen.
Eleni Rittmann (25) läuft heute in Frankreich bei Thonon Évian auf, war aber zuvor bei den Frauen des SCR Altach im Einsatz. In einem Instagram-Post meldet sich die Verteidigerin nach der Verkündung des Urteils gegen den Funktionär zu Wort – und zeigt sich geschockt.
«Stelle dir vor, du gehst nach dem Training in die Fussball-Garderobe, willst mit deinen Teamkolleginnen duschen und später stellt sich heraus, dass ihr dabei gefilmt und fotografiert wurdet», beginnt die Schweizerin ihr Video, das innert weniger Stunden weit über 1000 Likes bekommen hat.
Rittmann zum Urteil: «Schreckt das ab?»
Als der Fall im vergangenen Herbst öffentlich wurde, hatte die einstige FCZ-Juniorin Rittman Altach bereits verlassen. Die Details, die nun ans Licht kamen, beschäftigen sie aber umso mehr. Unmittelbar nachdem die Spielerin erfuhr, was in Österreich vor sich ging, habe sie auch bei ihrem neuen Verein in Frankreich die Garderoben auf installierte Kameras abgesucht. «So etwas macht mich nur sprachlos», sagt Rittmann weiter in ihrem Post. Dazu schreibt sie: «Oft wird den Betroffenen geraten, zu schweigen. So erging es auch mir.» Das will Rittmann jetzt ändern.
Das verhängte Urteil ändert wenig am Unmut der Schweizerin über die Tat und den Täter. «Ich frage mich echt, ob diese Busse und eine bedingte Haftstrafe konsequent genug sind. Schreckt das andere potenzielle Täter davon ab, sowas zu tun?», so Rittmann. Besonders schwer trifft die Spielerin, dass ihre intimste Privatsphäre verletzt wurde. «Wir haben uns sicher gefühlt in der Garderobe. Jetzt fühlen sich einige von uns nicht einmal mehr wohl in öffentlichen Duschräumen.»
Für ihre Äusserungen bekommt Rittmann in den Kommentaren auf Instagram viel Zuspruch. Ob sich am Verdikt gegen den ehemaligen Schweizer Schiedsrichter noch etwas ändert, wird sich zeigen. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig.