Nati-Captain Wälti kehrt enttäuscht von Italien-Abenteuer zurück
«Habe das Gefühl vermisst, als Fussballerin wertgeschätzt zu werden»

Nach nur einem Jahr bei Juventus Turin kehrt Nati-Captain Lia Wälti nach England zurück. Über ihre Zeit in Italien weiss die 33-Jährige nur wenig Gutes zu berichten.
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Nach nur einem Jahr ist das Abenteuer Juventus für Lia Wälti vorbei.
Foto: Juventus FC via Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Lia Wälti spielt seit Sommer 2026 für Brighton & Hove Albion
  • Sie kritisiert Italiens Frauenfussball als unprofessionell und enttäuschend
  • Brighton plant Stadionbau für ihr Frauenteam für über 80 Millionen Franken
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Andrea CattaniTagesleiter Sport

Seit diesem Sommer steht Lia Wälti (33) bei Brighton & Hove Albion unter Vertrag. Für die Kapitänin der Schweizer Nati ist es eine Rückkehr in die englische Women's Super League nach einem kurzen Abstecher zu Juventus Turin.

In einem nun erschienenen Interview mit der BBC spricht Wälti offen über ihr Intermezzo in Italien. Angesprochen auf den Stellenwert des Frauenfussballs in Italien wählt sie klare Worte.

Zurück auf der Insel weiss Wälti wieder den hohen Standard zu schätzen, den die Frauenliga in England mittlerweile erreicht hat. «Schon bei den ersten Erfahrungen, die ich hier im neuen Verein gemacht habe, wurde mir klar, dass ich hier richtig bin. Hier kümmert sich jemand um den Frauenfussball, hier wird investiert und hier arbeiten die richtigen Leute.»

Wälti: «Der Unterschied ist riesig»

Mit nur 16 Einsätzen und null Toren verlief die abgelaufene Spielzeit bei Juve nicht nach Wunsch für Wälti. Die Mission Titelverteidigung misslang den Bianconere sowohl im Cup als auch in der Meisterschaft. Sie habe in Italien nach sieben Jahren bei Arsenal eine «neue Herausforderung» gesucht, erklärt Wälti im BBC-Interview. Gefunden hat sie aber vor allem Ernüchterung.

Die Professionalisierung sei in der Serie A Femminile nicht annähernd auf dem Niveau, das Wälti aus England gewohnt war. «Der Unterschied ist riesig. Es ist traurig und enttäuschend, dass viele Mädchen im Ausland einfach nicht die gleichen Bedingungen haben.»

Auch die Fankultur, die sich mittlerweile in anderen Ländern auch beim Frauenfussball etabliert hat, fehle in Italien. Bei den Spielen von Juventus und den anderen Teams seien die Stadien einfach leer gewesen. «Ich habe das Gefühl vermisst, als Fussballerin wertgeschätzt zu werden», fügt Wälti an.

Brighton hat grosse Pläne mit den Frauen

Das grösste Problem in Italien verortet Wälti aber bei der Qualität der Plätze, auf denen auch sie mit Juventus habe spielen müssen. «In vielen Ländern spielt man entweder auf den schlechtesten Kunstrasenplätzen oder auf den schlechtesten Naturrasenplätzen. Selbst wenn ein Premier-League-Team dort spielen würde, sähe es wahrscheinlich schrecklich aus, weil es einfach nicht möglich ist, darauf schönen Fussball zu spielen.»

Das Engagement bei Brighton wird darum auch etwas zum Neuanfang für den Nati-Star. Die Südengländer wollen als erster Klub in Europa für über 80 Millionen Franken ein Stadion eigens fürs Frauen-Team bauen. Und auch in der Liga hat der Klub mittlerweile grössere Ambitionen. «Nach dieser Erfahrung in Italien wusste ich etwas besser, was ich will und was nicht», erklärt Wälti weiter. Bei den Seagulls, wie das Team auch genannt wird, macht die Bernerin hoffentlich wieder bessere Erfahrungen.

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