Darum gehts
- Erich Vogel verlässt GC trotz fehlender Beweise für Ethik-Verstösse
- Vorstand strebt organisatorische Erneuerung und neue Perspektiven an
- GC-Frauen führen Women's Super League nach zwei Kantersiegen an
Es waren keine leichten Vorwürfe, die beim Frauen-Team der Zürcher Grasshoppers im Frühjahr ans Licht kamen. Anstössige Bemerkungen, fragwürdige private Einladungen und eine zumindest fragwürdige Nähe zwischen Funktionären und Spielerinnen. Die möglichen Verfehlungen im Klub gingen so weit, dass GC gar eine externe Firma mit einer Untersuchung beauftragen musste.
Blick-Recherchen zeigten, dass auch zwei grosse GC-Namen mit heiklem Verhalten in Verbindung gebracht werden: Erich Vogel (87) und Heinz Spross (79). So soll der ehemalige Sportchef Vogel, der zuletzt noch als Mitglied der Sportkommission wirkte, beispielsweise eine Nähe zu Spielerinnen gepflegt haben, die einige als störend empfanden. Mäzen Spross wiederum soll in einem Trainingslager der Frauen mit einer zweideutigen Anspielung aufgefallen sein.
Am Donnerstag veröffentlichte GC Frauenfussball nun eine Mitteilung mit den Ergebnissen der unabhängigen Untersuchung. Das Fazit: Es ergaben sich keine Verstösse gegen das Ethik-Statut. Allerdings waren auch gar nicht alle von Vorwürfen betroffenen Personen diesem Statut unterstellt.
Alles klar also? Nicht wirklich. Denn trotzdem kommt es jetzt zu einem Knall bei den Hoppers.
Vorstand erklärt Vogel-Abgang
Ohne den Namen in der Medienmitteilung zu nennen, verkündet GC im Communiqué vom Donnerstag nämlich den Abgang von Erich Vogel. Und das, obwohl die Untersuchung «keine hinreichenden Beweise für einen Ethik-Verstoss» ergeben habe. Der Vorstand der GC-Frauen hat beschlossen, dass Vogel «künftig nicht mehr der Sportkommission angehört».
Warum aber der Abgang von Vogel bei den Frauen, wenn keine Verstösse belegt werden konnten? Auf Anfrage von Blick sagt Vorstandsmitglied Doris Keller: «Der Entscheid des Vorstands erfolgte unabhängig von den Ergebnissen der Untersuchung. Die Neubesetzung der Sportkommission ist Teil einer organisatorischen Weiterentwicklung.» Der Vorstand richte die Kommission personell und inhaltlich neu aus. Damit sollen neue Kompetenzen und Perspektiven eingebracht und die Arbeit der Kommission gestärkt werden.
GC setzt auf Sensibilisierung und neue Leitlinien
Auch sonst will man bei GC nach den Untersuchungen durchgreifen. Sensibilisierungsveranstaltungen sollen künftig obligatorisch sein im Klub. Zudem sollen neue Leitlinien sowie ein Pflichtenheft für bestimmte Mitarbeiter erstellt werden, um ähnliche Vorwürfe künftig zu vermeiden.
Auf dem Rasen sind die GC-Frauen in dieser Saison bisher nur positiv aufgefallen. Nach zwei Kantersiegen zum Auftakt führen die Hoppers die Tabelle Women's Super League an. Am Wochenende steht der Auftakt in den Cup auswärts im Toggenburg an.