Wirbel um Nati-Pleite gegen U15-Junioren
Ein 1:7, das keine Aussagekraft hat

Die Nati verliert ein Testspiel gegen die U15-Junioren des FC Luzern 1:7 und sorgt für Wirbel. Die Aussagekraft des Resultats ist im Hinblick auf die in einer Woche beginnende EM aber gleich null.
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Das Testspiel zwischen der Nati und den U15-Junioren des FC Luzern sorgt für Wirbel.
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Christian FinkbeinerStv. Fussballchef

Ein Resultat eines internen Trainingsspiels im Rahmen der EM-Vorbereitung kocht fünf Tage nach dem Ereignis hoch. Die Frauen-Nati, seit acht Länderspielen ohne Sieg und damit in einer veritablen Krise, unterliegt dem männlichen U15-Nachwuchs des FC Luzern 1:7.

Viele sind erstaunt und reiben sich die Augen. Vor allem jene, die sich kaum jemals mit Frauenfussball befasst haben, geschweige denn, sich jemals im Umfeld der Nati bewegt haben. Es ist aber ein Resultat, das Wasser auf die Mühlen all jener ist, die den Frauenfussball schon immer kritisch gesehen haben und die für den momentanen Hype, der aufgrund der in einer Woche beginnenden EM herrscht, grundsätzlich kein Verständnis haben.

Zwei verschiedene Sportarten

Doch was sagt dieses 1:7 tatsächlich aus? Ist es ein Fingerzeig, dass bei der Nati wenige Tage vor dem Höhepunkt vieles im Argen liegt? Dass es innerhalb der Nati rumort? Dass Trainerin Pia Sundhage keinen taktischen Plan hat und der Nati ein sportliches Fiasko droht?

Die Aussagekraft dieses Resultats ist gleich null. Weil es im Hinblick auf die in einer Woche beginnende EM, an der nur Frauen spielen, keine Relevanz hat – denn Frauen- und Männerfussball sind zwei verschiedene Sportarten.

Jeder, der sich schon einmal seriös mit Sportwissenschaft befasst hat, kennt die anatomischen Unterschiede zwischen Mann und Frau. Die athletischen Vorteile der Männer kommen in einer Kontaktsportart wie Fussball, je älter, dass diese sind, desto mehr zum Tragen. U15-Spieler sind in ihrer athletischen Entwicklung unterschiedlich weit. Spätestens nach dieser Stufe werden die beiden Geschlechter getrennt.

Es gab auch schon ein «Stängeli»

Solche Testspiele sind gang und gäbe. Bei den Männern finden diese gegen U19- oder U21-Teams hinter geschlossenen Türen, auf einem mit Sicherheitspersonal abgeriegelten Nebenplatz oder in einem Stadion statt. Bei den Frauen wurde aus logistischen Gründen darauf verzichtet, weshalb ein paar Zaungäste dem internen Trainingsspiel in Nottwil beigewohnt haben.

Auf die Partie angesprochen, sagt Leila Wandeler (19) gegenüber Blick: «Das Resultat spielte keine Rolle. Für uns ging es darum, unsere Spiel-Prinzipien zu testen.» In der Partie, die 2 mal 45 Minuten mit zwei kürzeren und einer längeren Pause dauerte, kamen 28 Spielerinnen zum Einsatz, wobei Nadine Böhi, die dritte Torhüterin, eine Halbzeit bei den U15-Junioren im Tor stand. Nicht zum Einsatz kamen die angeschlagenen Lia Wälti und Alena Bienz. Sydney Schertenleib und Smilla Vallotto fehlten ebenfalls, da sie erst am Montag einrückten.

Auch in der Vergangenheit fanden im Vorfeld von Frauen-Endrunden solche Trainingsspiele gegen männliche Junioren-Teams statt. Eines hätte laut einer Ex-Natispielerin sogar schon zweistellig geendet – zuungunsten der Frauen-Nati. Eine mediale Erwähnung fand dieses Resultat aber nicht. Ebenso wenig wie die beiden Testspiele des Sundhage-Teams zuvor gegen die U15 des FC Solothurn (1:2) und die U15 des FC Biel, das die Nati 2:1 gewonnen hat.

WM-Qualifikation Frauen 2027 – Gruppe A1
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Dänemark
Dänemark
4
3
8
2
Schweden
Schweden
4
1
7
3
Italien
Italien
4
5
5
4
Serbien
Serbien
4
-9
1
Qualifiziert
Gruppe A2
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Niederlande
Niederlande
4
2
8
2
Frankreich
Frankreich
4
3
7
3
Irland
Irland
4
0
6
4
Polen
Polen
4
-5
1
Qualifiziert
Gruppe A3
Mannschaft
SP
TD
PT
1
England
England
4
9
12
2
Spanien
Spanien
4
9
9
3
Island
Island
4
-5
3
4
Ukraine
Ukraine
4
-13
0
Qualifiziert
Gruppe A4
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Deutschland
Deutschland
4
13
10
2
Norwegen
Norwegen
4
3
9
3
Slowenien
Slowenien
4
-10
3
4
Österreich
Österreich
4
-6
1
Qualifiziert
Gruppe B1
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Tschechische Republik
Tschechische Republik
4
12
10
2
Wales
Wales
4
10
10
3
Albanien
Albanien
4
-8
3
4
Montenegro
Montenegro
4
-14
0
Qualifikationsspiele
Gruppe B2
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweiz
Schweiz
4
7
10
2
Türkei
Türkei
4
2
7
3
Nordirland
Nordirland
4
3
6
4
Malta
Malta
4
-12
0
Qualifikationsspiele
Gruppe B3
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Portugal
Portugal
4
10
12
2
Finnland
Finnland
4
3
9
3
Slowakei
Slowakei
4
-6
3
4
Lettland
Lettland
4
-7
0
Qualifikationsspiele
Gruppe B4
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schottland
Schottland
4
12
8
2
Belgien
Belgien
4
8
8
3
Israel
Israel
4
0
6
4
Luxemburg
Luxemburg
4
-20
0
Qualifikationsspiele
Gruppe C1
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
4
18
9
2
Litauen
Litauen
4
6
7
3
Estland
Estland
4
0
7
4
Liechtenstein
Liechtenstein
4
-24
0
Qualifikationsspiele
Gruppe C2
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kosovo
Kosovo
4
10
12
2
Kroatien
Kroatien
4
10
9
3
Bulgarien
Bulgarien
4
1
3
4
Gibraltar
Gibraltar
4
-21
0
Qualifikationsspiele
Gruppe C3
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Ungarn
Ungarn
4
13
10
2
Aserbaidschan
Aserbaidschan
4
5
9
3
Nordmazedonien
Nordmazedonien
4
-11
3
4
Andorra
Andorra
4
-7
1
Qualifikationsspiele
Gruppe C4
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Griechenland
Griechenland
3
6
9
2
Färöer
Färöer
3
-2
3
3
Georgien
Georgien
2
-4
0
Qualifikationsspiele
Gruppe C5
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Rumänien
Rumänien
3
8
9
2
Moldawien
Moldawien
2
-1
1
3
Zypern
Zypern
3
-7
1
Qualifikationsspiele
Gruppe C6
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Weißrussland
Weißrussland
3
3
6
1
Kasachstan
Kasachstan
3
3
6
3
Armenien
Armenien
2
-6
0
Qualifikationsspiele
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