Nati-Juwel Schertenleib
«Froh, ab und zu zusammengestaucht zu werden»

Sydney Schertenleib ist die grosse Zukunftshoffnung im Schweizer Frauenfussball. Vor dem Spiel gegen die Türkei spricht die 19-Jährige über ihre Saison bei Barcelona, ihre Rolle im Nationalteam und wie sie mit den hohen Erwartungen umgeht.
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Christian FinkbeinerStv. Fussballchef

Sie ist die Jüngste im Nati-Kader, aber doch bereits eine der wichtigsten Spielerinnen im Team von Rafel Navarro: Sydney Schertenleib. Die 19-jährige Zürcherin vom FC Barcelona ist das grosse Versprechen im Schweizer Frauenfussball. Nicht umsonst hat der Sportschuhhersteller On mit ihr im letzten Herbst einen Millionen-Deal abgeschlossen.

Denn spätestens seit der Heim-EM ist Schertenleib einer breiteren Öffentlichkeit bekannt; das Shirt mit ihrem Namen gehört zu den am häufigsten getragenen unter den Nati-Fans. Ihr Bekanntheitsgrad ist merklich gestiegen, was sie als sehr schön empfindet, vor allem «bei jungen Mädchen, die zu mir hochschauen und auch einmal da stehen möchten, wo ich jetzt bin». Die Schattenseite ihrer Bekanntheit erlebt sie nur ganz selten. «Es gibt Spezialisten, die mich anfassen und ein Foto machen wollen, ohne mich zu fragen. Das habe ich nicht gerne.»

Deutlich mehr Spielzeit als letzte Saison

Auch sportlich versucht sie, mit der gestiegenen Erwartungshaltung entspannt umzugehen. Klar sei der Druck spürbar, aber es sei auch Motivation, um noch besser zu werden. «Ich möchte einfach Fussball spielen und Spass haben», so Schertenleib. Mit ihrer Familie sowie den wichtigsten Ansprechpartnern im Verein und in der Nati kann sie auf ein Umfeld zählen, das sie bestmöglich unterstützt. 

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Zufrieden mit sich und der Welt: Sydney Schertenleib am Tag vor dem Spiel gegen die Türkei.
Foto: keystone-sda.ch

Bei Barcelona, dem derzeit besten Team der Welt, kommt sie regelmässig zum Einsatz, auch wenn die ersten Monate der Saison nicht ganz nach ihrem Gusto verlaufen sind. «Ich dachte, ich spiele mehr», gibt die Mittelfeldspielerin offen zu. Selten steht sie in der Startformation, sie spürt, dass sie sich aufdrängen und durchsetzen muss. Das gelingt ihr, seit dem Jahreswechsel spielt sie in der Liga praktisch immer von Anfang an. «Ich hatte auch etwas Glück, dass wir so erfolgreich sind, in so vielen Wettbewerben spielen und deswegen viele Partien haben.» 

In 39 Pflichtspielen setzte es für Barça nur eine einzige Niederlage ab, zwei Spiele endeten Remis, insgesamt schossen die Katalaninnen im Durchschnitt mehr als vier Tore pro Spiel – und das, obwohl Weltfussballerin Aitana Bonmati seit längerem mit einem Beinbruch ausfällt. Der Meistertitel ist nur noch Formsache, im Final der Copa de la Reina wartet Atlético Madrid. Und in der Champions League gewann man das Duell gegen Real Madrid im Gesamtvergleich 12:2.

Verständlich, dass Schertenleib inzwischen «mega zufrieden» ist. Auch in der Nati läuft es ihr rund. Unter dem früheren Barça-Assistenten Navarro hat sie eine wichtigere Rolle inne als unter Pia Sundhage. «Sie kann uns dank ihres Talentes sowohl im Aufbauspiel, als auch weiter vorne im offensiven Drittel sehr viel helfen», sagt Navarro. Luft nach oben hat sie noch immer in der Defensive und in der Arbeit gegen den Ball. «Wir haben zu Beginn bei Barcelona mit ihr sehr viel darüber gesprochen. Sie hat enorme Fortschritte erzielt, aber es ist noch immer ein Prozess», so Navarro.

Den einen oder anderen Rüffel kassiert

Schertenleib muss lachen, als sie an ihre Anfänge bei Barcelona zurückdenkt. «Als ich neu war, haben sie mich immer zusammengeschissen, was man zwar nicht gerne hört, mich aber besser gemacht hat.» Noch heute sei sie froh, wenn sie manchmal zusammengestaucht werde.

Gerade bei Barça kann sie von den Besten lernen. Am meisten ist sie beeindruckt von der Professionalität ihrer Teamkolleginnen auf und neben dem Platz. «Oder wie Alexia (Putellas) zum Beispiel mit Fehlern umgeht, ist krass. Man merkt ihr nach einem solchen nichts an», so Schertenleib. Gerade für offensive Spielerinnen, die oft den Ball am Fuss hätten, sei dies eine grosse Stärke. «Und bei Aitana ist die Intensität enorm hoch; in jedem Training, in jedem Spiel.»

Während sie in Barcelona noch im Schatten der Top-Cracks steht, ist Schertenleib in der Nati bereits einer der Stars. «Ich möchte das hohe Level, das ich im Klub habe, auch in der Schweiz zeigen und dem Team mit meinen Stärken in der Offensive helfen.» So auch heute Dienstag in ihrer Heimat Zürich im Rahmen der WM-Quali gegen die Türkei. Auch da will Schertenleib vor allem eines: Spass haben und Fussball spielen.

Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Norwegen
Norwegen
3
3
9
2
Schweiz
Schweiz
3
1
4
3
Finnland
Finnland
3
0
4
4
Island
Island
3
-4
0
Playoffs
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Spanien
Spanien
3
11
9
2
Italien
Italien
3
-1
4
3
Belgien
Belgien
3
-4
3
4
Portugal
Portugal
3
-6
1
Playoffs
Gruppe C
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweden
Schweden
3
7
9
2
Deutschland
Deutschland
3
0
6
3
Polen
Polen
3
-4
3
4
Dänemark
Dänemark
3
-3
0
Playoffs
Gruppe D
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Frankreich
Frankreich
3
7
9
2
England
England
3
8
6
3
Niederlande
Niederlande
3
-4
3
4
Wales
Wales
3
-11
0
Playoffs
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