Smilla Vallotto (22) rückte am Mittwoch mit einem Lachen ins Nati-Camp in Zürich ein. Die Mittelfeldspielerin hatte allen Grund dazu, denn am Wochenende sicherte sie dem VfL Wolfsburg mit dem entscheidenden Penalty gegen Jena den Einzug in den Cupfinal. «Als ich gefragt wurde, ob ich schiesse, sagte ich: Ja klar, schliesslich treffe ich meistens.» Ihr zweiter Grund zur Freude war, dass sie wieder zurück im Kreis der Nati ist, nachdem sie beim letzten Zusammenzug nach langwierigen gesundheitlichen Problemen gefehlt hatte, weil Wolfsburg ihr die Abstellung verweigerte.
Vallotto hat schwierige Monate hinter sich. «Nach der EM war ich körperlich komplett leer und müde, hatte aber grosse Vorfreude auf die neue Aufgabe.» Ende September beginnen die gesundheitlichen Probleme. Innerhalb von drei Monaten schlägt sie sich mit drei Mandelentzündungen herum, aufgrund der Antibiotika ist ihr Immunsystem geschwächt. «Danach hatte ich genug davon, krank zu sein.» Sie entscheidet sich für eine Operation, worauf sie noch einmal mehrere Wochen wegen der Gefahr von Nachblutungen nicht auf dem Platz trainieren kann.
Support von Familien und Freunden
«Es war die schlimmste Zeit meiner noch jungen Karriere», so Vallotto. Sie sei ein sehr ungeduldiger Mensch. «Aber ich wurde gezwungen, Geduld zu haben.» Zu sehen, wie die anderen trainieren konnten und sie nur ins Gym durfte oder zu Hause auf dem Sofa sitzen musste, sei das Schlimmste gewesen. Zum Glück seien Freunde und Familie sie oft besuchen gekommen, «und ich habe viel mit meinem Vater telefoniert».
Auch das Selbstvertrauen habe gelitten, gibt sie offen zu, auch wenn sie mental grundsätzlich eine starke Person sei. «Aber zuvor war ich nie krank gewesen.» Nun geht es aber endlich wieder aufwärts, körperlich sei sie bei «vielleicht 75 Prozent». Täglich nimmt sie Vitaminpräparate, um das Immunsystem wieder zu stärken, «und vielleicht schlafe ich ein bisschen mehr als früher».
Von Sundhage gefördert
In der Ära von Pia Sundhage war Vallotto die grosse Aufsteigerin gewesen. «Sie hat mir vertraut. Auch wenn ich einmal ein schlechtes Spiel gemacht habe, spielte ich danach wieder von Beginn an», so Vallotto, die auch an der EM Stammspielerin war. «Ich mochte Pia, denn sie ist eine liebenswerte Frau.» Dass es zur Trennung kam, bedauert sie zwar, «aber das gehört zum Fussball dazu.»
Sie selbst ist es sich gewohnt, sich immer wieder anzupassen. In Genf geboren als Tochter eines Schweiz-Italieners und einer Norwegerin, in Stavanger aufgewachsen, in Schweden gelebt, nun in Deutschland. «Ich sage immer, ich bin halb Schweizerin, halb Norwegerin», so die 22-Jährige, die fliessend Französisch, Norwegisch, Englisch und Spanisch spricht. Und nun lernt sie auch Deutsch. «Ich verstehe eigentlich schon sehr viel. Aber manchmal tue ich einfach so, als würde ich es verstehen», sagt sie mit einem Lachen.
Bald solle es mit dem Deutsch noch besser klappen, denn Vallotto hat nicht vor, Wolfsburg im Sommer zu verlassen. «Ich hatte vor kurzem ein gutes Gespräch mit dem Trainer. Er hat mir klar aufgezeigt, was der Plan ist.» Das Ziel ist ein langfristiger körperlicher Aufbau, damit sie im Sommer wieder voll angreifen kann. Dann braucht auch die Nati sie wieder in Topform, schliesslich geht es in den Playoffs um die Tickets für die WM 2027 in Brasilien.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Norwegen | 3 | 3 | 9 | |
2 | Schweiz | 3 | 1 | 4 | |
3 | Finnland | 3 | 0 | 4 | |
4 | Island | 3 | -4 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Spanien | 3 | 11 | 9 | |
2 | Italien | 3 | -1 | 4 | |
3 | Belgien | 3 | -4 | 3 | |
4 | Portugal | 3 | -6 | 1 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Schweden | 3 | 7 | 9 | |
2 | Deutschland | 3 | 0 | 6 | |
3 | Polen | 3 | -4 | 3 | |
4 | Dänemark | 3 | -3 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Frankreich | 3 | 7 | 9 | |
2 | England | 3 | 8 | 6 | |
3 | Niederlande | 3 | -4 | 3 | |
4 | Wales | 3 | -11 | 0 |
