SFV sucht Gespräch mit Teamrat
Boykottieren Nati-Spielerinnen die Partie gegen Israel?

Auf dem Weg zur WM 2027 in Brasilien trifft die Schweizer Frauen-Nati in den Playoffs auf Israel. Vor dem Duell mit dem brisanten Gegner will der SFV mit den Spielerinnen zusammensitzen. Und würde auch einen Boykott akzeptieren.
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Auf dem Weg zur WM 2027 trifft die Schweiz mit Israel auf einen brisanten Gegner.
Foto: Toto Marti
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Björn LindroosRedaktor Sport

Die Frauen-Nati spielt ab dieser Woche um das Ticket für die WM-Endrunde vom kommenden Sommer in Brasilien. Dabei bekam sie in der ersten Playoff-Runde mit Israel zwar nicht den sportlich schwersten Gegner zugelost, sicher aber den brisantesten.

Seit den Hamas-Attacken 2023 und den anschliessenden Militärschlägen sind die Diskussionen um Spiele gegen Israel gross. Zuletzt geschehen bei den Männern, beim Nations-League-Duell mit Irland. So verzichteten die irischen Spieler auf Handshakes, trugen Trauerflor und senkten bei der Hymne des Gegners demonstrativ den Kopf. Vereinzelte Spieler boykottierten die Partie gar, und Trainer Hallgrimsson brach eine Pressekonferenz ab.

Gespräch mit Teamrat

Jetzt steht der Schweizerische Fussballverband (SFV) vor der Frage, wie man die Partie gegen Israel angeht. Vier Tage vor dem Spiel herrscht vor allem eines: Unklarheit. Denn wie Johan Djourou, der technische Direktor der Frauen-Nati, am Tag des Zusammenzugs sagt, werde man Gespräche mit den Spielerinnen noch führen.

«Wir werden heute Abend mit dem Teamrat und dem Nationaltrainer zusammensitzen», so Djourou an der Pressekonferenz am Montagnachmittag. Vonseiten des SFV sei nichts vorgegeben, dem Verband sei laut Frauen-Mediensprecher Sven Micossé wichtig, jeder Spielerin zuzuhören.

Playoffs WM 2027 Brasilien
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Djourous klare Meinung

Auch einen möglichen Boykott einer Spielerin würde man gemäss Djourou respektieren. «Die Diskussion ist offen. Wir werden mit den Spielerinnen sprechen und ihnen zuhören, auch ihre Ideen anhören und akzeptieren. Die Spielerinnen haben Priorität.»

Djourou persönlich habe eine klare Meinung zum Krieg, wolle nun aber den Fussball in den Vordergrund stellen: «Ich bin sehr enttäuscht. Immer wenn ich sehe, was diesen Kindern und den Familien dort passiert, werde ich sehr wütend. Aber ich möchte nicht, dass es jetzt verallgemeinert wird. Ich bin immer gegen Krieg und für den Frieden. Hier steht jedoch der Sport im Fokus, und ich habe meine Gegner schon immer respektiert. Ich werde meine Augen nicht schliessen, aber am Freitag steht der Sport im Mittelpunkt und ich werde die Spielerinnen von Israel respektieren.»

Russland wurde boykottiert

In der Vergangenheit hat sich der SFV politisch schon klarer positioniert. So zum Beispiel zu Beginn des russischen Angriffskriegs 2022 gegen die Ukraine: Damals boykottierte der Verband jegliche Partien gegen russische Teams. Auch da war die Frauen-Nati betroffen – die erste Partie an der EM 2022 hätte die Schweiz nämlich gegen Russland ausgetragen. Am Ende erübrigte sich die Diskussion: Die Russinnen wurden von der Uefa ausgeschlossen, und die Schweiz traf an der Endrunde auf Portugal.

Ob es in der Partie gegen Israel zu Aktionen kommt, ist also noch nicht bekannt. Das Hinspiel findet am Freitag in Ungarn statt, da Israel aus Sicherheitsgründen seine Heimspiele in der Fremde austrägt. Das Rückspiel geht in einer Woche in Sion über die Bühne.

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