Darum gehts
- Thun schlägt Vikingur Reykjavik 3:0 in Europa-League-Qualifikation am Donnerstag
- Alle drei Tore nach Standards, Ferreira für Trainingsvarianten gelobt
- 3,17 Millionen CHF bei Gruppenphasen-Einzug
Heftig war die Klatsche, die die Thuner im Derby gegen YB kassiert haben. Entsprechend froh waren die Berner Oberländer, dass sie am Donnerstagabend gleich wieder die Chance hatten, die Blamage in der Europa-League-Quali gegen Vikingur Reykjavik wettzumachen.
Und das haben die Thuner – zumindest über weite Strecken – auch gemacht. Gleich mit 3:0 hat man die Isländer geschlagen und sich so eine hervorragende Ausgangslage fürs Rückspiel in einer Woche im Norden verschafft.
Die drei Treffer der Thuner haben eine Gemeinsamkeit: Alle sind nach Standards gefallen, zwei nach einem Eckball, einer nach einem Freistoss. Die Berner Oberländer haben definitiv Freude an stehenden Bällen gefunden. Bereits acht Tore haben sie nach einem Standard beziehungsweise der zweiten Welle geschossen – einzig das 1:0 im Rückspiel gegen Dinamo Zagreb fiel aus dem Spiel heraus.
Einstudierte Varianten
Nach dem Spiel gegen Reykjavik darauf angesprochen, gibt Thun-Trainer Gian-Luca Privitelli die Lorbeeren weiter: «Nelson Ferreira ist zuständig für die offensiven Standards. Er macht ganze Arbeit im Moment. Das Kompliment geht an ihn, eigentlich müsste er hier sitzen.»
Die Art und Weise, wie das 1:0 gefallen ist, mit dem Eckball an den zweiten Pfosten, habe man noch einen Tag vor dem Spiel einstudiert, erzählt Privitelli. Das bestätigt auch Vorlagengeber Fabio Fehr nach dem Schlusspfiff: «Ich wusste zwar nicht, dass Jan Bamert dort steht, aber ich wusste, dass jemand dort stehen wird.»
Kommen die Thuner also unter anderem dank Ferreira, der das Thuner Trikot selbst 14 Jahre getragen hat, zu einem Millionen-Betrag? 3,17 Millionen Franken gibt es mindestens, wenn man die Gruppenphase der Conference League erreicht. Das hätten die Berner Oberländer auf sicher, wenn man auswärts in Reykjavik nicht mit mehr als zwei Toren Unterschied verlieren würde.
«Bin überzeugt, dass wir das holen werden»
Budgetiert hat Privitelli die Millionen aber noch lange nicht: «Es wird ganz bissig im hohen Norden. Sie haben schon richtig gute Mannschaften zu Hause geschlagen und spielen noch frecher.» Etwas optimistischer als sein Trainer ist Aussenverteidiger Michael Heule: «Mit einem 3:0 startet man gut in ein Rückspiel. Klar ist noch nichts gegessen, und das Spiel muss erst gespielt werden, aber ich bin mir sicher, dass unsere Mannschaft mit der richtigen Einstellung und einem klaren Kopf auftreten wird. Ich bin überzeugt, dass wir das holen werden.»
Auf die richtige Einstellung wird es in Island ankommen – und das über 90 Minuten. Bevor das 3:0 in der Nachspielzeit gefallen ist, haben die Thuner gezittert. Einmal rettete der Pfosten und einmal Heule in höchster Not. Deshalb weiss auch Privitelli, dass das Spiel «ein hartes Stück Arbeit» wird. Und wer weiss: Vielleicht zaubert Standard-Trainer Ferreira wieder einen Trick aus dem Hut.
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