Darum gehts
- Thun empfängt Lech Posen im Europa-League-Playoff-Rückspiel nach 0:7
- Trainer Gian-Luca Privitelli bleibt kämpferisch, aber rechnet mit Conference League
- Team hat sich privat getroffen und will bessere Leistung
Das 0:7 im Playoff-Hinspiel der Europa League der Thuner gegen Lech Posen war heftig. Bei den Berner Oberländern hat bis auf muntere Startminuten nicht viel zusammengepasst. So wird es wohl Conference League statt Europa League heissen für den Schweizer Meister, oder?
Zwar zeigt sich Trainer Gian-Luca Privitelli an der Pressekonferenz vor dem Rückspiel noch kämpferisch: «Grundsätzlich ist im Fussball alles möglich.» Doch auch der 48-Jährige bleibt realistisch: «Wenn es nicht ganz verrückt zu und her geht, werden wir in die Conference League gehen.»
Viele Gespräche geführt
Man habe das Hinspiel intern aufgearbeitet, so Privitelli: «Es ist nie schön, wenn man so hoch verliert. Wir haben entsprechend viele Gespräche miteinander geführt. Wir haben über die Realität gesprochen und ob wir wissen, wo wir momentan stehen.» Es sei wichtig, dass ihre Spielidee und Werte weiter fortgeführt werden.
Auch Aussenverteidiger Fabio Fehr bestätigt, dass es innerhalb des Teams viele Gespräche gegeben hat: «Ein Teil der Mannschaft hat sich privat getroffen und besprochen, was besser werden muss. Wir haben über alles gesprochen. Diese Dinge haben wir ins Training mitgenommen und den Fokus darauf gelegt. So etwas wie letzten Donnerstag darf nicht passieren.»
Auch Verantwortung zu übernehmen, ist laut Privitelli wichtig. Dies hat er nach dem Hinspiel gemacht, als er einen grossen Teil der Schuld auf sich genommen hat. Man habe auch nach dem 0:3 fälschlicherweise auf Pressing gesetzt, das gehe auf seine Kappe, sagte der Trainer vergangene Woche.
Doch von seinem Weg und seiner Art, Fussball spielen zu lassen, will er nicht abrücken, stellt Privitelli vor dem Rückspiel klar: «Wir wissen, dass es risikoreich ist. Wir haben aber Vertrauen in unsere Spieler. Es ist ein Prozess.»
Teil der Spieler wird geschont
Je nach Spielverlauf könne es aber sein, dass er früher umstellen werde. Damit soll ein ähnlich schlechtes Resultat wie im Hinspiel vermieden werden: «Dieser Plan ist aber nur vorübergehend, um gewisse Spielphasen zu überstehen.»
Ebenfalls gilt es, die Balance jetzt zu finden. Denn in der Liga sind die Thuner mehr schlecht als recht gestartet, und weil nun eine englische Woche auch in der Super League ansteht, müssen die Thuner kräfteschonend denken. «Wir werden einen Mittelweg gehen. Wir haben keine A- oder B-Truppe. Wir planen aber relativ weitsichtig. Es dürfen sich einfach keine weiteren Spieler verletzen.»
Zum Schluss gibt Privitelli trotzdem noch eine Kampfansage für das Spiel am Donnerstagabend ab: «Wir werden Energie reingeben und wollen es besser machen als das letzte Mal. Das Resultat wird dann eine Folge der Leistung sein, die wir zeigen werden.»
