Dominik Schmid über Yakin, Salzburg und FCB-Abgang
«Hätte ein Nati-Aufgebot verdient gehabt»

In Salzburg ist Dominik Schmid nach seinem Abgang beim FC Basel angekommen. Trotzdem muss er weiter auf seinen ersten Nati-Einsatz warten.
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Lucas WerderReporter Fussball

Dominik Schmid (28) macht kein Geheimnis daraus, dass er die Länderspielpause lieber an einem anderen Ort als in seiner neuen Heimat Salzburg verbracht hätte. «Ich bekomme die Frage zur Nati seit bald drei Jahren immer wieder gestellt», sagt der ehemalige Basler zu Blick. Und er gibt offen und ehrlich zu: «Meiner Meinung nach hätte ich es schon verdient gehabt, in diesem Zusammenzug dabei zu sein.»

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Dominik Schmid ist bei RB Salzburg unumstrittener Stammspieler.
Foto: IMAGO/Fotostand / Wassmuth

Doch Nati-Trainer Murat Yakin (52) hat in der Nations League auf der Linksverteidiger-Position auf andere Namen gesetzt. Zweimal hat Schmid in den vergangenen Jahren ein Aufgebot bekommen: Im März 2023 bleibt er ohne Einsatz, im September 2024 muss er aufgrund einer Knieverletzung absagen. Seither hat er nichts mehr von Yakin gehört. «Die Nati ist ein schwieriges Thema für mich. Ich versuche, mich nicht mehr gross damit zu beschäftigen», sagt Schmid, der die Schweiz in diesem Sommer nach fast 200 Super-League-Spielen für Basel, GC und Lausanne in Richtung Österreich verlassen hat.

«Gespräche waren offen und ehrlich»

«Es gab zwei, drei Sachen in anderen Ligen, die auch interessant gewesen wären. Aber es ist nicht so, dass ich mit zehn verschiedenen Klubs gesprochen habe», erzählt Schmid. Am Ende sei die Wahl aus verschiedenen Gründen auf Salzburg gefallen. «Vielleicht gibt es einige, die das nicht als Schritt nach vorne einstufen. Das sehe ich aber definitiv anders», sagt er über die erste Auslandsstation seiner Karriere.

Normalerweise werde einem Spieler in Transfergesprächen Honig ums Maul geschmiert. «Hier waren die Gespräche aber von Beginn an sehr offen und ehrlich, es wurden auch Dinge angesprochen, die nicht so gut laufen und an denen man arbeiten möchte», so Schmid. Was ihn ebenfalls beeindruckt hat: «Eine Infrastruktur und Trainingsbedingungen dieser Qualität habe ich noch nie gesehen.» Fast noch wichtiger für Schmid ist aber ein anderer Punkt. «Ich möchte wieder um Titel spielen. Und das ist hier mit Red Bull Salzburg definitiv der Fall.»

In den vergangenen drei Jahren verpassten der einstige Serienmeister aber jeweils den Meistertitel. Auch deshalb hat man in diesem Sommer einen leichten Strategiewechsel vorgenommen. Der Klub war in der Vergangenheit vor allem dafür bekannt gewesen, vielversprechende Talente für viel Geld einzukaufen, um sie anschliessend noch teurer weiterzuverkaufen.

Schmid bereits Vize-Captain

Eine Transferpolitik, in die Schmid mit seinen 28 Jahren eigentlich nicht hineinpasst. «Aber in diesem Sommer wollte man durch erfahrenere Spieler wieder etwas mehr Stabilität in den Klub bringen», erklärt er. Neben dem Fricktaler hat Salzburg in diesem Sommer mit Abubakr Barry (25) und Haris Tabakovic (32) zwei weitere routinierte Spieler verpflichtet.

Alle haben sofort eine tragende Rolle übernommen, auch Schmid. Obwohl er auf seiner Position mit Ex-Bayern-Profi Frans Krätzig (23) durchaus namhafte Konkurrenz hat. Von 14 möglichen Spielen in Meisterschaft, Cup und Europa League stand Schmid in zehn über die volle Distanz auf dem Platz. Dabei sind ihm auch schon zwei Vorlagen gelungen. In Salzburg hat Schmid auf Anhieb eine Leaderrolle eingenommen und gehört zu den Stellvertretern von Captain Nikolas Veratschnig.

Doch nicht nur ihm, auch dem Klub ist der Start in die Saison geglückt. Salzburg ist noch ungeschlagen und hat sich trotz zwei Quali-Runden für die Ligaphase der Europa League qualifiziert. «Der Fussball, den wir spielen, macht enorm Spass», sagt Schmid. Einziger kleiner Wermutstropfen: In der österreichischen Bundesliga liegt man derzeit noch einen Punkt hinter Leader Rapid Wien. Anfang September entschied Salzburg das Direktduell aber gleich mit 5:1 für sich. Schmid spricht darum von einem «fast perfekten Saisonstart».

«Kann Interpretationsspielraum zulassen»

Dieser ist seinem Ex-Klub Basel nicht gelungen. «Ich bekomme immer noch viel mit und verfolge die Spiele, wenn immer möglich», sagt Schmid. «Der Saisonstart war sicher nicht optimal. Gerade wenn du zu Hause so viele Spiele verlierst, löst das bei den Fans vieles aus», glaubt er.

Nicht auszuschliessen, dass Schmid noch immer in Basel spielen würde, wenn sich die Klubverantwortlichen in diesem Sommer um einen Verbleib des Vize-Captains bemüht hätten. Sein Vertrag wäre 2027 ausgelaufen, ein neues Angebot hat er nie erhalten. «Es gab auch andere Gründe ausser meinem Alter, warum ich den FCB verlassen habe», sagt Schmid. Genauer darauf eingehen möchte er nicht. «Hier kann ich auch etwas Interpretationsspielraum zulassen.»

Klar ist dagegen, dass sein Herz noch immer für seinen Jugendklub schlägt. «Die letzten drei Jahre waren für mich unglaublich schön. Für den FCB zu spielen, war immer ein Traum», sagt er. Ausschliessen, in seiner Karriere noch einmal nach Basel zurückzukehren, will er darum nicht. Schmid: «Ich wüsste nicht, für welchen anderen Verein in der Schweiz ich noch einmal würde spielen wollen.»

Vorerst scheint er sein neues Glück aber in Salzburg gefunden zu haben. Auch wenn es noch nicht mit einem Aufgebot für die Nati geklappt hat.

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