«Es wurde Klartext geredet»
In der FCB-Kabine rumpelte es vor Beinahe-Aus im Cup

Basel taumelt gegen Underdog Carouge gehörig, qualifiziert sich aber dank drei späten Toren doch noch für den Cup-Halbfinal.
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Basel jubelt dank drei späten Toren über den Halbfinal-Einzug.
Foto: Pascal Muller/freshfocus

Das Spiel

Der FC Basel kommt mit einem blauen Auge davon! Die Bebbi werden 83 Minuten lang vom unterklassigen Etoile Carouge dominiert und liegen nach einem verschossenen Shaqiri-Elfmeter und einem Traumtor des Underdogs verdient hinten.

Viertelfinal-Aus beim Challenge-Ligisten? Nein. Sigua erzielt den Ausgleich, nachdem ihm der Ball im Strafraum vor die Füsse fällt. Und plötzlich lebt der FCB, nur wenige Sekunden nach dem Ausgleich nickt Stürmer Kevin Carlos per Kopf traumhaft zum 2:1 ein. Das Spiel ist gedreht.

Jetzt ist der Underdog geknackt. Nach einem Horror-Fehler in der Hintermannschaft des Heimteams sorgt Carlos mit seinem zweiten Tor der Partie für die Entscheidung.

Etoile Carouge wird damit nicht für die starke Leistung belohnt, die Genfer überzeugen mit einem mutigen Aufbauspiel und bringen den grossen FCB an den Rand einer Niederlage. Am Ende nimmt Basel aber das Halbfinal-Ticket mit nach Hause – und das blaue Auge.

Die Tore

55. Minute, Oscar Correia, 1:0. Ein Traumtor! Correia zieht an der Strafraumgrenze zur Mitte und zwirbelt den Ball traumhaft mit links per Schlenzer in den Winkel.

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Wunder-Schlenzer für Carouge:Correia schiesst Underdog traumhaft in Führung

84. Minute, Gabriel Sigua, 1:1. Dominik Schmid flankt von links in den Strafraum, wo Albian Ajeti mit dem Rücken zum Tor auf den nur Zentimeter entfernten Torschützen ablegt. Der Ball prallt dem Georgier vom Knie glücklich vor die Füsse, sodass der Treffer nur noch Formsache ist.

85. Minute, Kevin Carlos, 1:2. Der bullige Spanier steigt nach einer weiteren Schmid-Flanke von links am höchsten und köpfelt athletisch in die weite obere Ecke.

87. Minute, Kevin Carlos, 1:3. Albian Ajeti fängt einen schlechten Pass von Mathis Magnin rund 20 Meter vor dem Tor ab, passt rechts rüber zu Carlos, der mit einem strammen Schuss in die nahe Ecke den Doppelpack schnürt.

Die Stimmen

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Ajeti und Schmid verraten:«In der Kabine wurde Klartext geredet!»

Der Beste

Vincent Rüfli mag bereits 37 Jahre alt sein. Die Basler überfordert er an diesem Abend trotzdem ein ums andere Mal, weil er als Rechtsverteidiger bei Ballbesitz Carouge ständig ins Zentrum zieht. Und dann ist er auch noch verdammt ballsicher und bissig im Zweikampf. Aber vielleicht müsste beim attraktiven Spielstil von Carouge für einmal gar kein Spieler ausgezeichnet werden, sondern Trainer Adrian Ursea, der das unterklassige Team einen mutigen Offensivfussball spielen lässt?

Der Schlechteste

Da gibt es ganz viele Kandidaten auf Basler Seite. Von hinten bis vorne ist das über ganz lange Zeit wenig bis gar nichts. Aber warum nicht mal den Star in diese Kategorie wählen: Immerhin scheitert Xherdan Shaqiri in der 49. Minute mit jenem Penalty, der dem FCB einen bedeutend ruhigeren Abend hätte verschaffen können.

Das gab zu reden

Davide Callà steht kurz vor einem Engagement beim Schweizer Nationalteam. Der 40-Jährige hat von Nationalmannschaftsdirektor Pierluigi Tami ein überarbeitetes Angebot erhalten, mit einem Doppelmandat im März und einem fixen Vertrag ab Sommer. Laut Blick-Informationen ist der Deal inzwischen durch, der FCB hat grünes Licht gegeben.

Die Schiris

Lionel Tschudi muss ohne Video-Assistent auskommen. Das hilft Carouge, als Tschudi in der 22. Minute ein klares und erst noch absichtliches Handspiel von Mathis Magnin im eigenen Strafraum übersieht. Den Elfmeter für das Foul an Kevin Carlos sieht Tschudi dann richtig.

Die Fans

4100 Menschen im altehrwürdigen Stade de la Fontenette: «Guichet fermé» steht an den Kassen. Das Stadion ist ausverkauft. Sonst kommen rund 1200 Leute zum Challenge-Ligisten, der seit dem Aufstieg eine eigene Fankurve hat. An diesem Match mit Seenotfackeln und Minichoreo. Rund 1000 Fans aus Basel konnten mit dem Extrazug an- und vor allem auch wieder heimreisen, weil der Verband das Spiel eine Stunde vorverschoben hat.

So gehts weiter

Der Liga-Alltag ruft. Basel empfängt in der Super League am Samstagabend um 18 Uhr Sion im Joggeli. Einen Tag später gehts für Carouge ebenfalls zu Hause um 16.30 Uhr gegen Vaduz.

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