Darum gehts
Basel
In der vergangenen Saison ist Stephan Lichtsteiner (42) das unfreiwillige Kunststück gelungen, gleich zweimal aus dem Cup auszuscheiden. Als Trainer von Wettswil-Bonstetten musste er sich in der 1. Runde dem FCZ mit 0:2 geschlagen geben, in seinem allerersten Spiel an der Seitenlinie des FCB folgte ein paar Monate später im Viertelfinal eine 1:2-Niederlage gegen St. Gallen. Gegen Courtételle aus der 1. Liga, das einen Tag vor dem Cup-Knaller Trainer Vittorio Bevilacqua entlassen hat, will Lichtsteiner am Samstag im vierten Versuch als Trainer endlich seinen ersten Sieg im Cup einfahren.
GC
Peter Zeidler steht vor einer schwierigen Entscheidung. Während andere Klubs im Cup den Goalie rotieren, könnte der GC-Trainer mit einem Keeper-Wechsel den Kampf um den Platz im Tor so richtig lancieren. Denn in der Liga stand bisher Stammgoalie Justin Hammel im Tor. Dieser vermochte aber nicht restlos zu überzeugen (Blick-Notenschnitt nach 3 Spielen: 3,67). Somit könnte Neuzugang Marvin Hübel gegen Regensdorf im Cup zum Einsatz kommen. Vermag er gegen Zweitligisten zu überzeugen, muss Hammel mehr denn je um seinen Stammplatz kämpfen.
Lausanne
Platzproblem beim FC Kosova Neuchâtel: Da das Stadion Charrière nicht zur Verfügung steht, fragte der Klub aus La Chaux-de-Fonds unmittelbar nach der Auslosung bei Lausanne an, ob man im Stade de la Tuilière spielen dürfe. Die einzige Bedingung ist natürlich, dass der Zweitligist keine Kosten tragen muss. Aus sportlicher Sicht dürfte es für Lausanne kaum ein Problem geben, auch wenn Trainer Luka Elsner mehreren Spielern eine Chance geben will, sich zu beweisen. Einer davon wird der junge Innenverteidiger Tyler Fredricson sein, der diesen Sommer von Manchester United gekommen ist.
Lugano
Nach dem Ausflug auf die Färöer-Inseln kehrt Lugano am Sonntag in die AIL Arena zurück. Denn anders als ursprünglich vorgesehen, findet die erste Cup-Runde nicht beim Unterklassigen statt, sondern im neuen Stadion. Der FC Lugano, Vedeggio Calcio und der SFV haben sich im gegenseitigen Einvernehmen darauf geeinigt, die Partie in der AIL Arena auszutragen. Damit steigt am Sonntag das erste Tessiner Derby der Geschichte im neuen Stadion.
Luzern
Sobald der Cup ruft, darf vielerorts der zweite Goalie ran. In Luzern ist das anders. Schon unter Mario Frick (51) stand stets Pascal Loretz (23) im Tor – und auch unter Udo Portmann (49) ändert sich daran nichts. Trotz seiner drei Patzer in der Liga erhält in Buochs Simon Simoni (22) seine Chance. Für den Albaner ist das eine gute Gelegenheit, Selbstvertrauen zu tanken. Allerdings ist es ein schmaler Grat: Geht das Spiel nach hinten los, dürfte die Goalie-Diskussion weiter angeheizt werden.
Servette
Der Promotion-Leauge-Klub Bavois aus dem nördlichen Waadtland steckte im Vorfeld des Spiels ungewollt mehr Energie in die Sicherheit als in die sportliche Vorbereitung. Unter der Woche mobilisierte der Verein Dutzende Freiwillige, um Absperrungen zu errichten – und zwar mitten im Gästeblock. Dies ist notwendig, um die beiden Genfer Fangruppen, Les Plus Malins und Section Grenat, zu trennen, die sich kürzlich im Letzigrund in die Haare geraten waren und handgreiflich wurden. Ein zusätzlicher Aufwand, auf den der kleine Dorfverein mit seinen tausend Einwohnern gerne verzichtet hätte.
Sion
Am Dienstag waren erst 1800 Tickets verkauft für den Knaller Kerzers (2. Liga) gegen den drittbesten Cupsieg-Sammler (13 Titel) aus dem Wallis. Mit der Zusatztribüne, die man im Sportplatz Erli errichtet, finden 3000 Fans Platz. Und wie immer wird einer im Mittelpunkt stehen, der nicht spielend auf dem Feld steht, wenn der FC Sion in die Provinz reist: Präsident Christian Constantin. Auch wenn er nicht für ein zweites Himmelsspektakel in dieser Woche sorgt, weil er nicht im Helikopter einfliegt, sondern bescheiden im Ferrari. «Das wird sicher ein grosses Fest werden im Freiburgerland», freut sich CC.
St. Gallen
Im Mai vor vier Jahren ging der FC Thalwil in der 1. Liga gegen die St. Galler U21 gleich mit 0:6 unter. Nur ein einziger Spieler, der damals für Grün-Weiss auf dem Rasen stand, hat es in die 1. Mannschaft geschafft: Fabrizio Cavegn. Fünf Pflichtspiele hat der Bündner für die Espen absolviert. Seit einem Jahr kickt er für die Bristol Rovers in der vierthöchsten englischen Liga. Ebenfalls bemerkenswert: Von jener Thalwil-Startelf, die damals auf dem Rasen stand, ist heute nur noch einer mit dabei: Edis Memic.
Thun
Von der Europa-League-Quali direkt zum Provinz-Fussball. Die Thuner, die am Donnerstagabend noch gegen Vikingur Reykjavik um Millionen gekämpft haben, geht es am Sonntag im Complexe sportif du Pérosé von Saxon Sports in der 1. Cuprunde um die Wurst. Im letzten Jahr ist man in dieser krachend gescheitert. Gegen Breitenrain verloren die Thuner, wurden später aber sensationell als Aufsteiger Meister. Dass sich das Szenario wiederholt, ist aber mehr als unwahrscheinlich, denn die Berner Oberländer wollen in diesem Jahr nicht bereits für die nächste Cup-Blamage sorgen.
YB
Vom Platz fliegen wollte er nicht, aber das Timing für eine Rote Karte war exquisit: Edimilson Fernandes fehlt nach seinem Oberschenkel-Schrammer gegen Lausannes Karim Sow nämlich für das Cupspiel in Liestal (2. Liga inter) und in der Meisterschaft im Wankdorf gegen den Letzten Vaduz. Wenns blöd gelaufen wäre und sich die Liechtensteiner gegen Inter Turku für die Conference-League-Playoffs qualifiziert hätten, dann wäre Edimilson gegen Basel gesperrt gewesen … Gegner Liestal ist erstmals seit 16 Jahren wieder in der Cup-Hauptrunde vertreten. 2006 spielte man gegen den FCB und stellte bei Schwingfest-Stimmung mit 5150 Fans einen neuen Zuschauerrekord auf dem Sportplatz Gitterli auf.
FC Zürich
«Tugge uff Pneu!», heisst das Motto der Südkurve vor dem Cupspiel gegen den FC Tuggen aus der 1. Liga Classic. Heisst für alle, die am späteren Freitagnachmittag auf der Seestrasse zwischen Wollishofen, Thalwil, Horgen, Wollerau und Tuggen unterwegs sind: Es könnte etwas länger dauern. Die FCZ-Fans werden nämlich mit Töff und Auto anreisen. Das dürfte auf einen Korso hinauslaufen, der über einen Kilometer lang ist. Die Kantonspolizei Zürich hat die Aktion im Blick, geht aber von keinen erheblichen Problemen aus. Sportlich müssen die Zürcher eine Reaktion auf das 0:5 in Lugano zeigen.
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