Torhüter Augusto Batalla war nicht nur Rayo Vallecanos Held beim Einzug der «Franjirrojos» in den Final der Conference League, nein, er wurde am Donnerstagabend zum Helden von … ganz Spanien.
Die Erklärung ist einfach, wenn auch kurios: Rayo wäre auch dann ins Endspiel eingezogen, wenn Strassburg durch den vom 30-jährigen Argentinier in der 94. Minute gehaltenen Elfmeter den 1:1-Ausgleich erzielt hätte. Aber bei einem Unentschieden hätte sich Spanien jedoch nicht sofort den fünften Startplatz für die Champions-League-Saison 2026/27 sichern können. Dann wären die Resultate der Endspiele der Conference League und der Europa League entscheidend gewesen. Ein möglicher Sieg von Freiburg über Aston Villa im Europa-League-Final hätte dazu führen können, dass Deutschland Spanien noch überholt. Ein Szenario, das dank Batallas entscheidender Parade nun nicht mehr eintreten kann.
Augusto Batalla ist ein Goalie, der viel zu erzählen hat, angefangen bei der Geschichte, wie er Real Madrid eine Absage erteilte, als er noch ein aufstrebendes Talent bei River Plate war. «Als ich noch ein Kind war, wollte Real Madrid mich holen, aber ich entschied mich, bei River zu bleiben. Ich schaffte es, mein Debüt zu geben, ich wurde Meister, aber ich konnte mich nicht durchsetzen, und deshalb sage ich, dass ich gescheitert bin, denn das war mein Ziel und ich habe es nicht erreicht», erklärte er kürzlich in einem Interview in der Sendung «El Chiringuito». Der Druck, in so jungen Jahren das Tor eines südamerikanischen Giganten zu hüten – er bestritt 2017 37 Spiele für die «Millonarios» –, führte schliesslich dazu, dass Batalla in eine depressive Spirale geriet, aus der er nur schwer wieder herausfand.
«Sie liessen mich öffentlich leiden»
«Ich verstand nicht, was es bedeutete, in diesem Tor zu stehen. Ich reagierte sowohl auf als auch neben dem Platz schlecht. Diese Vereine warten nicht auf dich, nur die Leistung zählt. Ich litt, weil es das war, was ich mir am meisten wünschte, aber sie liessen mich auch öffentlich leiden», verriet er. «Ich verschloss mich, wollte niemanden sehen. Ich baute mir eine Schutzhülle auf, um schlafen zu können, in der Annahme, dass sie mich beschützen würde, aber das Gegenteil war der Fall. Da wird einem klar, wie wichtig es ist, um Hilfe zu bitten. Ich brauchte zwei Gläser Wein, um schlafen zu können. Es ist nicht normal, dass ein 20-Jähriger solche Dinge durchmacht. Ich schlief schlecht, kam nicht zur Ruhe und begann den Tag schlecht», erinnerte sich Batalla, der nach seinem Weggang von River Plate bei sechs Vereinen spielte – Atlético Tucumán, Tigre, Unión La Calera, O'Higgins, San Lorenzo und Granada –, bis er zu Beginn der vergangenen Saison nach Vallecas kam.
Auch nach mehreren Jahren macht Augusto Batalla keinen Hehl daraus, welche Bedeutung der Psychologe, der ihm half, diese schwierige Phase zu überwinden, noch heute in seinem persönlichen und fussballerischen Alltag hat. «Ich ging zum Psychologen und gehe immer noch zum Psychologen. Er war derjenige, der es wirklich geschafft hat, mich aus diesem Loch herauszuholen. Das war entscheidend. Man kommt da nicht alleine raus, das ist die einzige Wahrheit, die ich über all das sagen kann. Danach lebt jeder auf seine Weise», berichtete der argentinische Torhüter.
Dieser Artikel ist zuerst auf «abola.pt» erschienen. Die portugiesische Newsplattform gehört wie Blick zum Ringier-Verlag.

