Wegen finanzieller Unregelmässigkeiten
Uefa verbannt Juventus aus der Conference League

Die Conference-League-Saison 2023/24 wird ohne Juventus Turin über die Bühne gehen. Die Uefa sperrt die Alte Dame aufgrund des laufenden Verfahrens wegen Bilanzfälschung.
Publiziert: 28.07.2023 um 19:51 Uhr
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Aktualisiert: 28.07.2023 um 22:49 Uhr
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Juventus (hier Andrea Cambiaso) darf nicht in der Conference League antreten.

Die Uefa greift durch und schliesst Juventus Turin wegen finanzieller Unregelmässigkeiten für die kommende Saison von der Conference League aus. Zudem belegt die Europäische Fussball-Union die Bianconeri mit einer saftigen Busse in Höhe von 20 Millionen Euro.

Von dieser Summe sind aber nur 10 Millionen Euro verbindlich, die andere Hälfte ist zur Bewährung ausgesetzt. Sollten die Bilanzen in den nächsten drei Jahresergebnissen (2023 bis 2025) erneut gegen Uefa-Regeln verstossen, wird auch der zweite Teil fällig.

Laut der Finanzkontrollkammer der Uefa hat Juventus die Verbandsbestimmungen zur Klublizenzierung und das finanzielle Fairplay missachtet. Der italienische Rekordmeister (36 Titel) beendete die Serie-A-Saison 2022/23 auf Rang sieben, nachdem ihm wegen verfälschter Bilanzen 15 Punkte abzogen wurden. In einem späteren Verfahren reduzierte sich diese Hypothek auf zehn Zähler. Als Tabellensiebter hätte sich Juventus via Playoffs für die Gruppenphase der Conference League qualifizieren müssen.

Falsche Marktwerte und heimlich gezahlte Gehälter

Unter anderem verfälschte der Klub jahrelang die Marktwerte seiner Spieler und beschönigte dadurch bei Transfers oder Tauschgeschäften mit anderen Vereinen die Bücher. Zudem kam es zu illegalen Gehaltszahlungen rund um die Corona-Pandemie. In dieser verzichteten Spieler auf Teile ihrer Gehälter. Diese Beträge, die die Verantwortlichen offiziell nicht auszahlten, wurden als Sparbeträge verbucht, flossen aber heimlich trotzdem an die Profis.

In einem Statement kündigt Juventus an, gegen den Entscheid der Uefa keine Berufung einzulegen. Der Verein schreibt von «angeblichen Verstössen». «Wir bedauern die Entscheidung der Uefa. Wir sind weiterhin fest von der Legitimität unseres Handelns und der Gültigkeit unserer Argumente überzeugt. Wir haben uns jedoch entschieden, gegen dieses Urteil keine Berufung einzulegen, um der Unsicherheit ein Ende zu setzen», sagte Juve-Präsident Gianluca Ferrero (59): «Wir richten unsere Aufmerksamkeit jetzt auf die Meisterschaft und den italienischen Pokal.»

Auch Chelsea kassiert Busse

Belangt wird auch der FC Chelsea. Die Engländer müssen wegen Unregelmässigkeiten in den Bilanzen eine Geldstrafe von 10 Millionen Euro bezahlen. Die Busse wurde nach einem Vergleich festgelegt.

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Konkret geht es um den Zeitraum zwischen 2012 und 2019. Aufgefallen war die lückenhafte Berichterstattung in finanziellen Belangen vor dem Eigentümerwechsel. Der Russe Roman Abramowitsch (56) hatte infolge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine den FC Chelsea an ein amerikanisches Konsortium verkaufen müssen. (che/AFP/SDA)

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