Darum gehts
- Real-Stürmer Vinicius Junior bei Benfica-Spiel am 18. Februar rassistisch beleidigt
- Bayern-Trainer Kompany kritisiert Mourinhos Umgang mit Vinicius scharf
- Benficas Tweet mit Affen-Emojis sorgt online für heftige Diskussionen
Ausserhalb von Benfica Lissabon gibts keine Zweifel daran, dass Real-Stürmer Vinicus Junior (25) im Champions-League-Hinspiel von Benficas Gianluca Prestianni (20) rassistisch beleidigt wurde. Einzig im Benfica-Kosmos wird der Skandal negiert oder kleingeredet. «Er hat sich über Rassismus beschwert, ich habe ihm geantwortet, die grösste Legende von Benfica ist Schwarz», sagt Benfica-Trainer José Mourinho (63) in Anlehnung an Klub-Ikone Eusebio. «Das Letzte, was dieser Klub ist, ist rassistisch.»
Zitate, die auf der anderen Seite der Benfica-Bubble schlecht ankommen. «Wie kann José sowas sagen?», ärgert sich Frankreichs Ex-Weltmeister Lilian Thuram (54), der seit seinem Karriereende als Autor und Stiftungsmitglied gegen Rassismus kämpft. «Aus Mourinhos Aussagen spricht die Überheblichkeit eines weissen Narzissten», schimpft Thuram. «Etwas mehr Demut würde ihm guttun.»
Bayern-Trainer greift Mourinho an
Wie sehr das Thema brennt, zeigt sich am Freitagmorgen in München. Dort referiert Bayern-Trainer Vincent Kompany (39) an der wöchentlichen Pressekonferenz in einem zwölfminütigen Monolog über Rassismus. Er tut dies auf Englisch, damit ja keine Missverständnisse entstehen. «Was nach dem Spiel passiert ist, ist sogar noch schlimmer gewesen, als die Beleidigungen», sagt Kompany, Sohn einer Belgierin und eines Sans-Papiers aus der Demokratischen Republik Kongo.
«José Mourinho, der Anführer der Mannschaft, hat den Charakter von Vinicius Junior attackiert, indem er die Art seines Torjubels thematisiert hat. In Bezug auf Führung ist das für mich ein grosser Fehler», so Kompany. «Ich weiss also, dass er eine gute Person ist. Ich verstehe, was er da getan hat, dass er für seinen Klub und seine Mannschaft kämpft – aber er hat einen Fehler gemacht. Das ist etwas, das in der Zukunft hoffentlich nicht noch einmal passieren wird, so dass wir nach vorn schauen und wachsen können.»
Ein Tweet gibt zu reden
Während sich die Fussball-Grössen auf Mourinho einschiessen, wird im Netz emotional ein Benfica-Post von vor dem Spiel diskutiert. Darauf sind neben den Skandal-Protagonisten Vinicius und Prestianni drei Affen-Emojis zu sehen. Ein unglücklicher Fauxpas eines Klubs, der nicht rassistisch ist? Schwer zu glauben.
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