Darum gehts
- Arsenal hadert mit einem Penalty-Entscheid
- Mit 25 Prozent Ballbesitz stellt Arsenal einen Negativrekord im Final auf
- Arteta: «Paris ist aktuell die beste Mannschaft der Welt»
Es gibt Zeugen: Am Abend vor dem grossen Finalspiel hat Mikel Arteta (44) zweimal gelächelt. Das ist bemerkenswert, weil der Trainer von Arsenal vor den Medien meist so auftritt wie am Samstagabend in Budapest. Da ist er so kurz angebunden wie möglich. Sein Gesichtsausdruck starr.
Es ist dem Spanier anzusehen, wie sehr ihn die Niederlage im Final der Champions League mitnimmt. Wie es an ihm nagt, so knapp vor dem wichtigsten Titel im Klubfussball gescheitert zu sein.
Mikel Arteta und der Schmerz der Niederlage
Was er fühle? «Schmerz», erklärt Arteta. Das ist das eine Gefühl, das er offen anspricht. Ärger wäre das andere. Aber das nennt er nicht. Er bringt es durch seinen ganzen Auftritt zum Ausdruck.
«Wenn die Dinge für uns hätten laufen müssen, sind sie nicht für uns gelaufen», sagt er, «zum Beispiel in den beiden Strafräumen.» Was er meint: Dass PSG einen Penalty bekommen hat – und Arsenal nicht.
Womit er sehr schnell dort angekommen ist, wo der grösste Schmerz der Londoner liegt. Nicht im Fakt, dass Arsenal nach starkem Beginn und einer frühen Führung das Fussballspiel komplett dem Gegner überlassen hat. Auf 25 Prozent Ballbesitz kommt das Team von Arteta. Ein Negativrekord für einen Final der Königsklasse, der noch lange Bestand haben dürfte.
Aber Arteta ist nach dem Schlusspfiff mit etwas anderem beschäftigt. Mit der Szene in der 102. Minute, in der Nuno Mendes (23) und Noni Madueke (24) im PSG-Strafraum zu Boden gehen. Madueke ist am Pariser fast vorbei, klemmt dessen Arm ein – Mendes fällt über ihn und beide landen auf dem Rasen.
«Ich habe alle Elfmeter dieses Wettbewerbs geschaut»
«Ich habe in den letzten 72 Stunden alle Elfmeter dieses Wettbewerbs angeschaut, um zu verstehen, was ein Penalty ist und was nicht», sagt Arteta. Um zu behaupten: «Und das könnte locker ein Penalty sein.»
Dem widerspricht allerdings Schiedsrichter-Experte Urs Meier. «Für mich ist es zu wenig. Er hängt ein, dann sucht er den Penalty», sagt er auf Blue über Maduekes Sturz.
Und Arteta? Verspricht, dass Arsenal einen neuen Anlauf nehmen wird, um die Königsklasse ein erstes Mal zu gewinnen. Aber er weiss auch, dass seine Mannschaft dafür noch einmal wachsen muss: «Wir müssen ein paar sehr wichtige Entscheidungen treffen, wenn wir auf ein anderes Level kommen wollen.»
Und das muss Arsenal, wenn es PSG auf Dauer herausfordern will. Denn das gibt Arteta auch ganz offen zu: «Paris ist für mich im Moment die beste Mannschaft der Welt.»


